Bauprojekt in Münster Partnerstadt
Münster mitten in Rjasan

Münster -

In Münsters russischer Partnerstadt Rjasan entsteht ein zweiter Prinzipalmarkt. Ein Investor baut dort ein Hotel, das der guten Stube Münsters verblüffend ähnlich sieht.

Samstag, 16.05.2015, 16:00 Uhr
Giebelhäuser im Prinzipalmarkt-Stil:  So wird das Hotel von Oleg Svirin (kleines Bild, l.) an der Münsterstraße in Rjasan aussehen. Mit seinem Übersetzer Gennadi Gerassimov (r.) ist er zurzeit in Münster, um sich Anregungen für die Innen-Gestaltung zu holen.
Giebelhäuser im Prinzipalmarkt-Stil:  So wird das Hotel von Oleg Svirin (kleines Bild, l.) an der Münsterstraße in Rjasan aussehen. Mit seinem Übersetzer Gennadi Gerassimov (r.) ist er zurzeit in Münster, um sich Anregungen für die Innen-Gestaltung zu holen. Foto: kv

Die Münsterstraße in Rjasan , der russischen Partnerstadt rund 250 Kilometer südöstlich von Moskau, liegt in zentralster Lage im Stadtzentrum. Demnächst wird es hier auch eine Art Prinzipalmarkt geben. Oleg Svirin, Unternehmer und Investor, baut hier einen Hotelkomplex. An der Münsterstraße wartet das Gebäude, das im Rohbau schon fertiggestellt ist, mit Münster-Architektur auf: Fassaden mit unterschiedlichen Giebeln, ähnlich wie dem Prinzipalmarkt, die gegenüberliegende Seite des Hotels, abgewandt von der Münster-Straße, bekommt eine Fassade in russischem Stil, erklärt Swirin.

Der ehemalige Baudezernent und Oberstadtdirektor von Rjasan betreibt bereits zwei neue Hotels in Rjasans Umgebung. Nun will er in der Innenstadt den Bedarf nach mehr Hotelkapazitäten erfüllen. Seit Mittwoch ist Svirin mit seinem Übersetzern Gennadi Gerassimov – ebenfalls ein Kenner Münsters seit Beginn der Städtepartnerschaft – in der Stadt, um sich für die Gestaltung des Hotels Anregungen zu holen. „Es geht um die Innenausstattung, um die Dekoration der Zimmer und Konferenzsäle“, erklärt Svirin. Außerdem soll ein dem Komplex angegliedertes Restaurant deutsche Küche bieten und mit Blick auf die Partnerstadt münsterisches Ambiente bekommen.

Svirin sucht Kontakt mit hiesigen Künstlern, Unternehmern und Gestaltern, die ihm dabei helfen, seinem neuen Hotelprojekt eine echte Münster-Note zu geben.

Etwa 16 Millionen Euro werde das neue 250-Betten-Hotel kosten, so der Investor. Jedes Zimmer soll nach einer europäischen Stadt benannt werden, auch kleinere Orte des Münsterlandes werden Zimmern ihren Namen geben. Svirin ist sicher, dass es eine große Nachfrage in seiner Stadt gibt. Große Unternehmen seinen in Rjasan ansässig, auch für Touristen und Privatreisende gebe es zu wenige Angebote.

Als Münster und Rjasan vor 26 Jahren offizielle Partner wurden, gab es in Rjasan ein einziges altes, nicht sehr großes Hotel – in einer Stadt mit über einer halben Million Einwohner. Svirin will, dass Münster durch sein Bauprojekt ein Gesicht in Rjasan erhält, an zentraler Stelle sichtbar wird.

Bisher gab es auf der Münsterstraße als fast einziges Gebäude, ebenfalls mit konkretem Münster-Bezug, das soziale Zentrum, das Anfang der 90er-Jahre mit Spenden der Leser unserer Zeitung von dem Münsteraner Peter Wittig gegründet und betrieben wurde und wo die Stadt Rjasan heute immer noch Bedürftige unterstützt.

Im September sollen die ersten 70 Zimmer fertig werden, das ganze Projekt werde in etwa einem Jahr vollendet. Münsteraner, die noch Ideen für die Hotelgestaltung einbringen wollen, sind eingeladen, per Mail unter ggv64@mail.ru Kontakt aufzunehmen.

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