Stiftungsmodell vom Tisch
Neues Preußen-Stadion bleibt eine Utopie

Münster -

Der Bau eines neuen Preußen-Stadions bleibt Wunschvorstellung. Unternehmer und Hoffnungsträger Walther Seinsch hat am Montagabend auf einer viel beachteten Informationsveranstaltung ausgeschlossen, dass seine geplante Stiftung an der Hammer Straße investieren will.

Montag, 22.06.2015, 21:16 Uhr aktualisiert: 23.06.2015, 12:48 Uhr
Unternehmer und Hoffnungsträger Walther Seinsch wollte am Montagabend das Stiftungsmodell Preußen-Stadion vorstellen. Es kam anders. Am Ende hinterließ er bei den vielen Zuhörern Ratlosigkeit.
Unternehmer und Hoffnungsträger Walther Seinsch wollte am Montagabend das Stiftungsmodell Preußen-Stadion vorstellen. Es kam anders. Am Ende hinterließ er bei den vielen Zuhörern Ratlosigkeit. Foto: Jürgen Peperhowe

Um kurz nach sieben dürfte das Stiftungsmodell Preußen-Stadion von Walther Seinsch vom Tisch gewesen sein, da war gerade eine Halbzeit vorbei, das Aus vor der Pause, um im Fußballmilieu zu bleiben. Der 73 Jahre alte Unternehmer schloss aus, dass seine geplante Stiftung mit dem angedachten Kapital von rund 20 Millionen Euro an der Hammer Straße investieren will. Denn: Oberbürgermeister Markus Lewe erklärte unmissverständlich, dass dort eine Arena mit einem Fassungsvermögen von über 30 000 Besuchern nicht entstehen wird. Da gab es keinerlei Konsens. Stadionumbau mit den Stiftungs-Millionen, darüber wurde letztlich nicht mehr wirklich geredet. Und genau darum ging es.

Einer der ersten Sätze von Walther Seinsch in seiner Präsentation überraschte dann doch: „Es geht hier nicht um ein Stadion, es geht um die Stiftungsidee.“ Wie das? Dabei hieß es in der Einladung, dass das Stiftungsmodell Preußen-Stadion vorgestellt werden sollte. Viele aus der lokalen Politik, angeführt von Oberbürgermeister Markus Lewe, aber auch die Kreis-Vorsitzenden der Mannschafts-Sportarten wie auch die Entscheiderriege des SCP, waren da. Sie wollten die Botschaft hören, wie Stadionneubau, wahlweise auch Umbau, und soziales Engagement Hand in Hand gehen sollen. Sie blieben ratlos zurück.

Seinschs Idee: Mit der Stiftung, die von zwölf weiteren Investoren getragen werden soll, und den daraus resultierenden Erträgen würden Breitensport-Projekte im sozialen Bereich unterstützt werden. Das Stiftungskapital sollte dabei – möglicherweise – in einen Stadionneubau investiert werden, die Mieteinnahmen würden wiederum an die sozialen Projekte zurückfließen. So oder so ähnlich der Plan. Der Vergleich mit Augsburg, wo Seinsch in seiner 14-jährigen Amtszeit als Club-Chef eine neue Fußballarena für 52 Millionen Euro aus dem Boden stampfte, zog nicht. Vermutlich wurde der gebürtige Bonner auch von den Reaktionen aus Politik, Verwaltung und Verein in den letzten Tagen eingeholt – seine Ideen fanden nur bedingt Widerhall. Auch bleibt die Frage, ob die Bezirksregierung eine Stiftungsidee zugunsten eines Profi-Vereins genehmigen würde.

„Was ich der Stadt antrage ist, dass die 20 Millionen Euro, die wir im Investorenkreis fast zusammen haben, investiert werden können“, sagte Seinsch. Und fügte an: „Langfristig, sagen wir ab 2017 und über zehn Jahre, wenn dann die gleiche Summe von der Stadt kommt, dann können wir Mannschaftssport, Trainer und in Sportstätten investieren.“ Aber ob das in Münster oder vielleicht doch in Augsburg geschehen wird, ob das die Stadt mitmachen würde, ließ Seinsch offen. So richtig schlau wurde man nicht aus seinen Aussagen.

OB Lewe drehte die Dinge dann schnell auf das aktuelle Preußenstadion: „Unsere erste Option ist, das Baurecht im Sommer 2016 so geschaffen zu haben, damit das Stadion sukzessive auf Zweitliganiveau ausgebaut werden kann.“ Sein Blick war auf die Realitäten ausgerichtet. Ein Neubau an der Nieberding­straße in wenigen Jahren? Unrealistisch. Die Überarbeitung des Preußenstadions in den zuletzt vorgestellten Plänen wird schon so schwer genug zu stemmen sein. Zwar erhielt Seinsch für das geplante soziale Engagement Zustimmung, seine Impulse in der Stadionfrage wurden nicht deutlich. 

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