Westfalenwoche
Eine Art Jubiläums-Modellwettbewerb für Pferde

Münster -

„Ein schöner Körperbau, anmutige Bewegungen, ein weiblicher Gesichtsausdruck und ein gutes Fundament“ – Wilken Treu, Zuchtleiter beim Westfälischen Pferdestammbuch weiß, worauf es bei einer guten Stute ankommt. Gestern fand im Westfälischen Pferdezentrum anlässlich der Westfalenwoche die 50. Eliteschau für dreijährige Stuten statt. Sozusagen eine Art Jubiläums-Modellwettbewerb für Pferde.

Freitag, 31.07.2015, 16:05 Uhr aktualisiert: 31.07.2015, 16:17 Uhr

80 Reitpferde waren für diese Schau zugelassen, die auf kleinen Schauen in der Region ausgewählt worden waren. Nun ging es auf den großen Laufsteg. Eine Expertenkommission, der neben Treu unter anderem auch die Landstallmeisterin des Nordrhein-Westfälischen Landgestüts, Susanne Schmitt-Rimkus, angehörte, ließ sich die Nachwuchspferde vorführen und suchte dann die Schönsten aus.

Der 2012er-Jahrgang sei ein sehr guter, betonte Treu. „Er hat eine breite Spitze mit sehr hoher Qualität“, erklärte Treu, als schwärme er von einem Wein. Die Farbe sei bei einem guten Pferd übrigens zweitrangig, erklärt der Experte. Zum einen sei das ein wenig modeabhängig, zum anderen bestimmten auch einige exzellente Hengste die Farbgebung. Wert gelegt wird allerdings auf die Abstammung. Erfahrene Züchter können bei vielen Pferden über Generationen die Hengstlinien aufzählen. „Ich hebe die Kataloge von den Schauen auf und schaue immer einmal wieder rein, welche Hengste sich wie vererbt haben und treffe so selbst Entscheidungen für meine eigenen Zucht“, sagte ein älter Mann im Publikum, der selbst mehrere Stuten im Stall hat und sich die Eliteschau nie entgehen lässt.

Auf dem Laufsteg waren am, Freitag auch XXL-Models. Elf Kaltblutstuten traten gegeneinander an. Auch bei ihnen werde auf Typ und aussehen geachtet, erklärte Treu. Dazu sei ein sehr guter Schritt wichtig, eine Gangart, die gerade bei hart arbeitenden Pferden ungemein wichtig sei. Zuchtexperten waren übrigens auch bei den Prüfungen für Reitpferde- und -ponys im Publikum. Die Nachwuchspferde konnten sich am Pferdezentrum in dieser Woche für das Bundeschampionat des deutschen Reitpferdes qualifizieren.

„Das neue Konzept der Westfalenwoche, sich mehr auf die Zucht und junge Pferde zu konzentrieren, ist bisher aufgegangen, betonte Treu. „Wir sprechen ein spezielles Publikum an. Besonders hat sich Treu darüber gefreut, das an der Abendveranstaltung mit Ingrid Klimke, die anschaulich über die Ausbildung junger Pferde referierte, reges Interesse herrsche: „600 Besuche – das war schon ein große Nummer.“

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