Münsters erstes Schmetterlinghaus
Bananenfalter lieben Weichspüler

Münster -

Manchmal kommen sie im Sturzflug auf die Besucher zu und bleiben brav auf der ausgestreckten Hand sitzen, manchmal verstecken sie sich zwischen den Blüten und sind erst auf den zweiten oder dritten Blick zu entdecken.

Freitag, 07.08.2015, 14:22 Uhr aktualisiert: 07.08.2015, 14:38 Uhr
Sven Mönnigmann mit einem Neon-Schwalbenschwanz. Die Falter schwirren durch eine Orchideen-Gärtnerei in Albachten.
Sven Mönnigmann mit einem Neon-Schwalbenschwanz. Die Falter schwirren durch eine Orchideen-Gärtnerei in Albachten. Foto: Etzkorn

300 exotische Falter schwirren seit dem 1. August durch den 500 Quadratmeter großen Gewächs- und Verkaufsraum einer Orchideen-Gärtnerei in Albachten , die Idee dazu hatte Inhaber Sven Mönnigmann .

Exotische Falter in der Orchideenzucht Albachten

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  • [Bildzeile FDer gelb-schwarze Schwalbenschwanz.oto]

    Foto: hpe
  • [Bildzeile Foto]Der blaue Himmelsfalter

    Foto: hpe
  • [BildzeileHimmelsfalter und indischer Blattfalter Foto]

    Foto: hpe
  • [Bildzeile FotSven Mönnigmann mit Neon-Schwalbenschwanz]

    Foto: hpe
  • Farbenprächtige Exemplare aus Südamerika Foto: hpe
  • Farbenprächtige Exemplare aus Südamerika Foto: hpe
  • Farbenprächtige Exemplare aus Südamerika Foto: hpe
  • [Bildzeile FAus diesen Puppen werden mal Schmetterlinge]

    Foto: hpe
  • Farbenprächtige Exemplare aus Südamerika Foto: hpe
  • Farbenprächtige Exemplare aus Südamerika Foto: hpe
  • Farbenprächtige Exemplare aus Südamerika Foto: hpe
  • Farbenprächtige Exemplare aus Südamerika Foto: hpe

Er züchtet Passionsblumen und die brauchen ebenso wie seine 500 Orchideen-Arten durchgängig ein tropisches Raumklima mit hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um 28 Grad. Ideale Lebensbedingungen auch für exotische Falter, die beispielsweise die Passionsblume als Lieblings-Futterpflanze auserkoren haben. Von Schmetterlingsfarmen in Costa Rica und England ließ sich Mönnigmann per Expresspaket ein paar Schmetterlingspuppen schicken, inzwischen sind die Tiere geschlüpft.

Bei den Kunden des Orchideenzüchters kam die flatterhafte Begegnung mit den manchmal sehr farbenprächtigen Flügeltieren offenbar gut an. „Viele empfinden es als Bereicherung, es kommen schon Schmetterlingsfreunde aus ganz NRW und schauen sich meine Exoten an.“

Schon als Kind hat der 34-Jährige „lieber im Wald Blumen gesammelt, als mit den Schulfreunden Fußball gespielt“. Ausgebildet zum Gärtner sattelte er auf Heilpraktiker um, dann siegte doch die Liebe zu Pflanzen und Tieren. Bei Orchideen Lohmann fing Mönnigmann als Betriebsleiter an und als der Seniorchef vor einigen Jahren in den Ruhestand ging, gab es nur zwei Möglichkeiten. „Entweder, das Traditionsgeschäft in Albachten verschwindet vom Markt, oder ich mache es weiter. Und dann machte ich weiter“, so Mönnigmann.

Im Sommer 2015 reifte der Gedanke, Falter über den Orchideen fliegen zu lassen. Zunächst musste unter dem kompletten Glasdach des Gewächshauses ein feinmaschiges Netz gespannt werden, damit sich die Tiere nicht irgendwo unter der Decke sammeln. Danach gab es noch eine Spezialtür, die von jedem Besucher nur ganz kurz offengehalten werden darf.

Ein Schild direkt am Eingang bittet die Kunden, beim Betreten der Anlage den Boden im Auge zu halten. Dort machen die Falter gern Pause und die Gefahr ist groß, dass sie aus Unachtsamkeit zertreten werden. Für die vielen Schmetterlingsliebhaber, die inzwischen tagtäglich ins exotische Falterparadies kommen, nimmt sich Mönnigmann viel Zeit. „Ich erfahre auch viel Neues, deshalb ist jede Fachsimpelei gewinnbringend“, so der Gärtnereichef. Die Schmetterlinge sind auch ein Garant dafür, dass „wir unsere Pflanzen natürlich gedeihen lassen. Würden wir Chemie und Gifte einsetzen, hätten die Tiere keine Überlebenschance“, so der Züchter. Überall im Orchideenhaus stehen Schalen mit klein geschnittenen Äpfeln, Weintrauben und Orangen.

An den Futterstationen können die Tiere am besten beobachtet werden, Geduld muss man trotzdem mitbringen. An dunklen Regentage ziehen sich die Falter eher zurück, bei Sonne werden sie besonders aktiv. Die Exoten haben keine lange Lebenszeit, die Spanne reicht von wenigen Tagen bis zu einem halben Jahr. Deshalb hat Mönnigmann eine eigene Puppenstation eingerichtet, dort wächst der Nachwuchs heran und fast täglich schlüpfen frische Falter. Noch in diesem Monat dürfte ein Atlasfalter darunter sein und der hat immerhin eine Spannweite von 30 Zentimetern. Publikumslieblinge sind aktuell die Bananenfalter, weil sie besonders zahm sind und offenbar auf die Gerüche von Weichspüler und Parfüm stehen. „Wer da frisch angezogen oder stark eingesprüht zu uns kommt, ist gleich ihr Freund und wird scharenweise begutachtet“, sagt Mönnigmann.

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