Streit um Biergarten
Hoffnung für Rick‘s Café

Münster -

Die Verwaltung macht dem Betreiber der Kneipe „Rick´s Café“ Hoffnung, dass er auch im kommenden Jahr seinen Biergarten öffnen kann. Voraussetzung sei, dass die Gäste nicht die Nachbarn stören. 2500 Menschen hatten sich bei einer Unterschriftenaktion für den Erhalt des Gartens stark gemacht.

Freitag, 21.08.2015, 12:05 Uhr aktualisiert: 21.08.2015, 17:22 Uhr
Betreiber Volker Grote vor dem umstrittenen Biergarten. Inzwischen hat er ihn auf 25 Plätze verkleinert und die Öffnungszeiten verkürzt.  
Betreiber Volker Grote vor dem umstrittenen Biergarten. Inzwischen hat er ihn auf 25 Plätze verkleinert und die Öffnungszeiten verkürzt.   Foto: kal

Der Kampf um den Biergarten der Szene-Kneipe Rick‘s Café an der Aegidiistraße ist zwar noch nicht entschieden – doch die Chancen stehen offenbar gar nicht so schlecht, dass er auch im kommenden Jahr seine Pforten öffnen kann. Dies hat am Donnerstag der Leiter des Bauordnungsamtes durchblicken lassen.

Im Frühjahr hatten sich Anwohner darüber beklagt, dass es im „Rick‘s“ zu laut sei. Betreiber Volker Grote und Vertreter des Bauordnungsamtes trafen sich vor Gericht wieder, es kam zum Vergleich. Die Gaststätte reduzierte die Zahl der Biergartenplätze von 55 auf 25, verkürzte die Öffnungszeiten. Doch dann kam heraus, dass es für den Biergarten zwar eine Betriebsgenehmigung gibt – aber keine Baugenehmigung.

Grote kann offenbar Bauantrag vorlegen

Grote stellte umgehend einen Bauantrag, doch der wurde von der Stadt abgelehnt. Nach derzeitigem Stand darf der Biergarten nur noch bis zum 31. Oktober öffnen – es sei denn, der Betreiber legt einen genehmigungsfähigen Bauantrag vor.

Nun sieht es offenbar so aus, dass ihm dies gelingen wird. „Wir haben ein Lärmgutachten anfertigen lassen, und das fiel positiv aus“, sagt Grote, der nun erneut einen Bauantrag einreichen will.

Rechte der Anwohner müssen gewahrt bleiben

Dirk Lohaus , Leiter des Bauordnungsamtes, betont, dass sich der Biergarten an der Grenze zu einem „reinen Wohngebiet“ befindet, zum Teil aber auch in einem „allgemeinen Wohngebiet“ befinde. Dort sei er durchaus genehmigungsfähig – „wenn die Rechte der Anwohner gewürdigt werden“, also die Lautstärke unter den gesetzlichen Grenzwerten liegt. Sollte der Antrag des Betreibers diesen Anspruch erfüllen, „dann darf er den Biergarten betreiben“.

Lohaus zeigte sich zuversichtlich, dass der – auf 25 Plätze verkleinerte – Biergarten eine Zukunft hat: „Ich gehe davon aus, dass er auch im kommenden Jahr öffnen wird.“ Das letzte Wort wäre auch dann womöglich noch nicht gesprochen: Rein rechtlich hätten die Anwohner die Möglichkeit, die Baugenehmigung anzufechten.

Für den Erhalt des Biergartens hatten sich in den vergangenen Monaten zahlreiche Freunde und Besucher von Rick‘s Café eingesetzt. An einer Unterschriftenaktion beteiligten sich fast 2500 Personen. Erst an diesem Wochenende war Oberbürgermeister Markus Lewe in Rick‘s Café zu Gast. Dabei habe er sich für den Fortbestand des Biergartens starkgemacht, berichtet Betreiber Volker Grote.

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