So., 04.10.2015

Maskottchen, Film und Buch für Kinder im Knochenmarkstransplantationszentrum Trudi schlägt Brücke zwischen Isolation und Draußen

Initiatoren, Entwickler, Financiers und Anwender der „Trudi-Trilogie“ (v.l.): Sabrina Raap, David Scheffel, Lukas von Berg (alle FH-Studierende), Dr. Manfred Gotthardt (Freundeskreis KMT), Prof. Dr. Claudia Rössig (Klinikdirektorin Kinderonkologie), Dr. Birgit Burkhardt (Oberärztin Kinderonkologie), Christiane Böcker (Freundeskreis KMT) und Nicolette Dabrowski (Pflege im KMT-Zentrum).

Initiatoren, Entwickler, Financiers und Anwender der „Trudi-Trilogie“ (v.l.): Sabrina Raap, David Scheffel, Lukas von Berg (alle FH-Studierende), Dr. Manfred Gotthardt (Freundeskreis KMT), Prof. Dr. Claudia Rössig (Klinikdirektorin Kinderonkologie), Dr. Birgit Burkhardt (Oberärztin Kinderonkologie), Christiane Böcker (Freundeskreis KMT) und Nicolette Dabrowski (Pflege im KMT-Zentrum). Foto: uwa

Münster - 

Vier Design-Studierende der Fachhochschule Münster haben für das Knochenmarktransplantations-Zentrum (KMT) am Universitätsklinikum ein eigenes Maskottchen, ein Kinderbuch und einen Animationsfilm entwickelt. Eltern, Kinder und Ärzte sind von „Die Abenteuer deines Trudis“ begeistert.

Von Uwe Wahlbrink

Trudi geht auf große Fahrt. Vor eineinhalb Jahren wurde die Puppe für Kinder im Knochenmarktransplantations (KMT)-Zentrum der Universitätsklinik als Brücke nach draußen ins Leben gerufen. Nähpaten fertigten daraufhin über 60 der bunten Stoffmaskottchen an. Jetzt erklärt die einer Seminararbeit von vier Design-Fachhochschülern entstammende Figur den jungen Patienten in einem Kurzfilm am Beispiel einer Schifffahrt, was auf der Isolierstation auf sie zukommt.

Eltern, Kinder und Ärzte sind von „Die Abenteuer deines Trudis“ begeistert. Erst recht, weil die Studierenden Sabrina Raap , Lara Ludwigs , David Scheffel und Lukas von Berg das Projekt mit einem gleichnamigen Buch zu einer regelrechten „Trudi-Trilogie“ haben anwachsen lassen. „Trudi ist ein Begleiter in der strapaziösen Zeit der Behandlung“, erläuterte Raap bei der Vorstellung am Freitag, „das kleine Buch ist ein Ideenkatalog, der den Familien helfen soll, das Maskottchen in den Alltag miteinzubinden.“

Eine Schifffahrt sei Isolation von der Außenwelt, zeigte von Berg Parallelen in seinem Film zum KMT-Zentrum auf. „Man kann seekrank werden und Übelkeit haben, auch vor Infektionen ist man auf hoher See nicht geschützt.“

Die kindgerechte Annäherung an das schwierige Thema Stammzelltransplantation sei eine von allen Altersgruppen gern genutzte Informationsquelle, hat Prof. Dr. Claudia Rössig festgestellt. Die Direktorin der Kinderonkologie lobte, der Film mache es einfacher, den Kindern den Schutz vor Infektionen zu verdeutlichen: „Aus medizinischer Sicht wird das absolut exakt richtig wiedergegeben.“

Finanziert hat das Projekt der Freundeskreis KMT Münster e.V. Auf dessen Internetseite sind sowohl der Trudi-Film als auch die Nähanleitung für weitere Maskottchen zu finden. Bei 20 bis 30 Knochenmarkstransplantationen im Jahr ist der Bestand an Trudis nämlich schon geschmolzen. 



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