Jan Weiler im Interview
„Es gibt ganz viel und hört nie auf“

Münster -

Er hat sechs Wochen die Spiegel-Bestseller-Liste angeführt und über eine Million Besucher ins Kino lockt: Jan Weiler kommt nach Münster und liest aus seinen Büchern. Ans Schreiben ist der 47-Jährige durch einfaches Ausschlussverfahren gekommen.

Montag, 12.10.2015, 17:33 Uhr aktualisiert: 12.10.2015, 18:02 Uhr
Bestsellerautor Jan Weiler liest für alle interessierten Münsteraner, die mit einem „Pubertier“ zusammenleben (müssen). Am 26. Oktober kommt er nach Münster.
Bestsellerautor Jan Weiler liest für alle interessierten Münsteraner, die mit einem „Pubertier“ zusammenleben (müssen). Am 26. Oktober kommt er nach Münster. Foto: Tibor Bozi

Jan Weiler ist wohl so etwas wie ein Allroundtalent: Schriftsteller, Drehbuchautor, Hörspielsprecher und als Vorleser ständig auf Tournee . Dass wir Weiler für ein Interview auf der Zugfahrt nach Zürich zum nächsten Tourtermin erreichen ist daher kein Wunder.

Die Arbeit ist stressig, aber Weiler hat in seinem Leben nie wirklich etwas anderes gewollt. „Ich wusste immer, dass das Schreiben meine einzige Lebensperspektive ist. Klingt wahnsinnig tragisch, ist aber leider so“, bemerkt er mit einem Lachen. Er habe schon in der Schule erkannt, dass er es als Kaufmann oder Biologe nicht weit bringen würde. Und so sei es ein einfaches Ausschlussverfahren gewesen: „Da ich auch nicht in die Fußballnationalmannschaft gekommen bin, war das Schreiben sozusagen der einzige Ausweg.“

Fortetzung von „Das Pubertier“ geplant

Und dass er mit dieser Wahl wohl nicht ganz falsch lag, zeigt der Erfolg seiner Werke: Die Verfilmung seines Debütromans „Maria, ihm schmeckt‘s nicht“ lockte 2009 innerhalb von Monaten über 1,3 Millionen Besucher in die Kinos. Das im März 2014 veröffentlichte Buch „Das Pubertier“ ist Weilers bisher größter Erfolg: Sechs Wochen lang hielt es sich auf Platz 1 der Spiegel-Bestseller-Liste.

Jan Weilers Bühnenprogramm „Mein Leben mit dem Pubertier und andere Geschichten“ wird in diesem Jahr aufgrund der positiven Resonanz in mehr als 70 Städten fortgesetzt.

Klingt nach viel Arbeit? Ist es auch. Woher also kommt die Motivation und Kraft, um das alles zu managen?

„Ich habe mich noch nie ohne Lust auf‘s Schreiben an den Schreibtisch gesetzt – das gibt‘s bei mir einfach nicht“, sagt Weiler. Das sei nun mal sein Beruf und eine Alternative sehe er nicht. Und wenn man in einem kreativen Beruf stecke, auf den man keine Lust habe, dann liefe sowieso etwas gewaltig schief.

Weilers besondere Art von Humor

Trotzdem: Der Gedanke, mal etwas komplett Neues auszuprobieren, ist auch Weiler schon gekommen. Als Jugendlicher wollte er Schauspieler werden, aber das sei ein Terrain, auf dem man noch stärker an sich selbst arbeiten müsse, um erfolgreich zu werden. „Das habe ich mir nicht zugetraut“, gesteht er ein. Jahre später habe er dann den Beruf des Fotografen erwägt, aber auch diesen Gedanken wieder verworfen – aus pragmatischen Gründen: „Die haben alle Rücken, weil man immer diesen ganzen Plunder mit sich rumschleppen muss.“

Live

"Mein Leben mit dem Pubertier und andere Geschichten", Montag, 26. Oktober, Cineplex Münster , Albersloher Weg 14. 

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Es scheint diese Art Humor zu sein, die Weilers Publikum fesselt und sich deshalb auch durch sein diesjähriges Bühnenprogramm zieht. Und auch nach der 50. Lesung hat Weiler noch nicht genug von seiner Arbeit. Im Gegenteil: „Die Vorträge werden immer besser, weil man ja bei jedem Mal übt und besser auf die Erwartungen des Publikums eingehen kann“, sagt der Schriftsteller.

Bühnenprogramm mit „sicheren Bringern“

Zwar müssen einzelne Lieblingstexte zwischendurch aktuelleren weichen, damit sich die einzelnen Lesungen unterscheiden. Einige „sichere Bringer“ seien aber auch auf jeden Fall am 26. Oktober (Montag) in Münster dabei, versichert der 47-Jährige. Das Programm sei in dieser Saison schon so gut erprobt und ausgefeilt, dass es den Leuten mit Sicherheit gefallen werde.

Und Jan Weiler wäre nicht Jan Weiler, wenn nicht schon seine nächsten Projekte in Planung wären: „Pubertier“ soll ins Kino kommen und Januar 2016 in Buchform fortgesetzt werden. Außerdem soll 2017 ein weiterer Roman erscheinen, an dem Weiler ab dem kommenden Jahr arbeitet.

Und ein größeres Hörspielprojekt steht auch noch an. Sein Versprechen: „Es gibt ganz viel und hört nie auf.“

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