Erstsemester in Münster
Bewegung im Hörsaal

Münster -

Die Uni hat im großen Hörsaal ihre Erstsemester begrüßt – mit einer Mischung aus Unterhaltung und Information. Es wurde sogar ein bisschen geturnt.

Donnerstag, 22.10.2015, 00:16 Uhr aktualisiert: 22.10.2015, 07:44 Uhr
Beim Taijiquan im Hörsaal vollführten die Erstis Entspannungsübungen – ein heiter-harmonisches Bild zum Studienstart, zu dem auch Rektorin Ursula Nelles und die Prorektoren Stephan Ludwig und Marianne Ravenstein (v.l.) beitrugen.
Beim Taijiquan im Hörsaal vollführten die Erstis Entspannungsübungen – ein heiter-harmonisches Bild zum Studienstart, zu dem auch Rektorin Ursula Nelles und die Prorektoren Stephan Ludwig und Marianne Ravenstein (v.l.) beitrugen. Foto: Oliver Werner

Für die zwei Mal 800 Erstis im großen Hörsaal am Schlossplatz war es ein Anfang. Für Ursula Nelles , die die Studienanfänger am Mittwoch wegen der begrenzten Raumkapazität in zwei Veranstaltungen begrüßte, war es ein Ende. Ihre Amtszeit endet am 30. September 2016, die „Neuen“ an der WWU hat sie als Rektorin das letzte Mal willkommen geheißen.

Erstsemester-Begrüßung

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  • Die Universität hat im großen Hörsaal ihre Erstsemester begrüßt Foto: Oliver Werner
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Das Begrüßungsgeschenk, dessentwegen sich viele Erstsemester erklärtermaßen auf den Weg zum H1 machen, hat deswegen auch ein Ursula-Nelles-Spezifikum, wie die Rektorin meinte. Auf der Erstsemester-Tasche, die jedes Jahr in einem speziellen Jahrgangsdesign erscheint, findet sich aktuell neben vielen in Blau- und Grün-Tönen gehaltenen Münstersymbolen mit den Flügeln des Schlossengels ein pinkfarbener Eyecatcher. „Pink, wie mein Schreibtisch im Schloss“, erklärte Nelles den Neuen. Die lernten in der von den Studenten René Bucken und Breddy Hörstrup moderierten launigen Show das wichtigste über die Uni, die Stadt Münster und das Studentenleben allgemein. Auch zum Beispiel, dass hier sogar der Oberbürgermeister meist Fahrrad fährt, wie Stadtoberhaupt Markus Lewe bei seinem Willkommensgruß erwähnte. Sein Wunsch ist, „dass die neuen Erstis, so wie viele Generationen vor Ihnen, das Studium in Münster als eine der besten Zeiten des Lebens in Erinnerung behalten“.

Beim Start im großen Hörsaal war neben geistiger auch körperliche Bewegung gefragt: Beim Taijiquan unter Anleitung von Meister Dong-Hyeon vom Hochschulsport vollführten die Erstis Entspannungsübungen – ein Bild der Harmonie.

5150 Studienanfänger, die zum ersten Mal an einer Hochschule eingeschrieben sind, hat die Uni gezählt. Insgesamt studieren jetzt hier rund 42 600 Studierende.

Diese Studenten gibt es an jeder Uni

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  • Party-Tier oder karrierefixiert?

    Der eine würde dem Professor gerne den Beamer hinterhertragen, der andere nutzt die Zeit in den Seminaren, um mal wieder Ordnung in seine Apps zu bringen. Zum Semesterstart treffen auf dem Campus die verschiedensten Studenten aufeinander. Die Semesterferien sind vorbei, es wird wieder voll im Hörsaal. Doch wer drängt sich da eigentlich auf den Holzbänken? Vom Streber bis zum Senioren-Student - eine Typologie.

    Foto: colourbox.de
  • DER/DIE STREBSAME

    Er kommt extra früh zur Vorlesung, um sich auf den Platz am Gang zu setzen. Dass er damit die ganze Reihe blockiert, ist ihm egal. Schließlich kann er so schnell aufstehen, um mit dem Professor zu reden, sobald dieser den Raum betritt. Ein bisschen Netzwerken kann schließlich nicht schaden. Deswegen hat er auch damals diesen Job als studentische Hilfskraft angenommen - obwohl ihn die Bezeichnung eigentlich stört. Der Strebsame studiert vorzugsweise BWL. Sein Handy hat er immer im Blick. Dort blinken nicht nur Wirtschaftsnachrichten auf, sondern er wird auch daran erinnert, wann er das Sakko aus der Reinigung holen kann.

    Lieblingssatz: „Kann ich die Prüfung schon vorziehen?“

    Foto: colourbox.de
  • DER/DIE GELANGWEILTE

    Den Text fürs Seminar hat er nicht gelesen, der war ihm zu „lame“. Weil er deshalb nicht mitreden kann, muss sich der Gelangweilte anders beschäftigen. Dazu legt er das Handy betont lässig auf den Tisch und wischt auf der Dating-App Tinder herum. Bei Professoren und Dozenten macht sich dieser Typ nicht beliebt. Das ist ihm aber egal, schließlich weiß er eh noch nicht, ob er sich das Ganze noch lange antun will.

    Lieblingssatz: „Der Dozent hat uns nicht richtig vorbereitet. Jetzt muss ich wegen dem die Prüfung wiederholen.“

    Foto: colourbox.de
  • DER/DIE ALTE

    Sein natürliches Refugium ist die Uni nicht. Dennoch wagt sich der Seniorenstudent immer öfter in neues Terrain vor. Über 14 000 Menschen ab 65 Jahren teilten sich im vergangenen Semester mit jüngeren Studenten den Hörsaal - zwei Drittel mehr als vor 20 Jahren. Am liebsten besucht der Seniorenstudent Vorlesungen in Politik und Geschichte. Dort fungiert er gerne als Zeitzeuge. Ob zur Wiedervereinigung oder zum Rücktritt Bismarcks - zu jedem historischen Ereignis hat er eine sehr persönliche Geschichte zu erzählen.

    Lieblingssatz: „Ich weiß das. Ich war dabei.“

    Foto: colourbox.de
  • DER/DIE SOZIALE

    Das Willkommensgrillen für die Erstsemester oder der Papierflieger-Flashmob mitten in der Vorlesung: Ohne den Sozialen geht nichts. Plant jemand im Fachbereich eine Veranstaltung, sitzt er mit Sicherheit im Organisationskomitee. Auch bei der Studentenvertretung ist er dabei. Zwischendurch sein Studium zu beenden, fällt da schwer, ist aber für den Sozialen trotzdem nicht unmöglich. Seit er den Getränkestand beim letzten Bodenmechanik-Symposium aufgebaut hat, hat er schließlich die Nummer seines Professors im Handy gespeichert. Eine Nachricht, und schon steht ein neuer Abgabetermin für die Hausarbeit fest.

    Lieblingssatz: „Jemand noch ein Bierchen?“

    Foto: colourbox.de
  • DER/DIE POLITISCHE

    Ob Strafgesetzbuch oder Eiskunstlauf - für diesen Studententypen spielt jedes Thema auf einer höheren politischen Ebene. Um seine Kommilitonen aus den Geisteswissenschaften von seinen Ansichten zu überzeugen, holt er gerne weit aus. Meist mit selbst gedrehter Zigarette in der einen und frisch aufgebrühtem Mate-Tee in der anderen Hand. Der Politische gendert nicht nur seine Hausarbeitstexte, sondern benutzt die geschlechtsneutrale Sprache auch in Diskussionen.

    Lieblingssatz: „Ich würde mir wünschen, dass alle StudentInnen dazu Stellung beziehen.“

    Foto: dpa
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