Neuer Zoochef Wilms hat ehrgeizige Pläne
Attraktivere Tierarten für den Zoo

Münster -

Attraktive Tierarten in den Zoo holen und dadurch mehr Besucher für den Tierpark am Aasee begeistern: Der neue Direktor Dr. Thomas Wilms hat ehrgeizige Ziele, noch in diesem Jahr will er seinen Masterplan für die Weiterentwicklung des Zoos vorstellen.

Dienstag, 05.01.2016, 06:01 Uhr
Einen Torte zur Begrüßung für den neuen Zoochef Dr. Thomas Wilms gab es vom Zoo-Verein, im Bild vertreten durch Sybille Adlhoch. Mit dabei die Originale der Abendgesellschaft Zoologischer Garten (v.l.) Ziegenbaron Richard Schmieding, Toller Bomberg Martin Gieseler und rechts Landois Gerhard Schneider.
Einen Torte zur Begrüßung für den neuen Zoochef Dr. Thomas Wilms gab es vom Zoo-Verein, im Bild vertreten durch Sybille Adlhoch. Mit dabei die Originale der Abendgesellschaft Zoologischer Garten (v.l.) Ziegenbaron Richard Schmieding, Toller Bomberg Martin Gieseler und rechts Landois Gerhard Schneider. Foto: hpe
Zur Person: Dr. Thomas Wilms

Der neue Mann an der Spitze des Zoos wird bis zum Sommer in die Direktorenwohnung auf dem Zoogelände einziehen. Das Areal in Münster ist drei mal so groß, wie an seiner ehemaligen Wirkungsstätte in Frankfurt. Dafür sind die Tierhäuser kleiner, und der Zoo liegt nicht mitten in der Stadt.

Wilms war seit 2014 stellvertretender Chef des Tierparks in der Main-Metropole. Davor arbeitete der Zoologe als Kurator für Säugetiere und leitete die Wissenschaftliche Abteilung. Der Rat hatte sich einmütig für ihn ausgesprochen.

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Attraktivere Tierarten, die mehr Besucher in den Zoo locken. Eine engere Kooperation mit dem Naturkundemuseum und der Uni. Verbesserung der Haltungsbedingungen bei Menschenaffen und Giraffen.

An seinem ersten Arbeitstag stellte der neue Direktor des Allwetterzoos, Dr. Thomas Wilms, erste Grundzüge seines Masterplans vor, mit dem der 45-Jährige im Tierpark am Aasee für frischen Wind sorgen will. Wilms, der bislang stellvertretender Chef im Zoo Frankfurt war, ist Nachfolger von Jörg Adler, der mehr als zwei Jahrzehnte den Allwetterzoo geprägt und fortentwickelt hat.

In seinen ersten Wochen will Wilms „mit offenen Augen und Ohren durch den Zoo gehen“ und das persönliche Gespräch mit jedem der 90 Mitarbeiter suchen. „Ich muss erst lernen, wie dieser Zoo funktioniert“, so Wilms. Dabei will er auch den Tierbestand kritisch unter die Lupe nehmen.

Nachbesserungen

In den vergangenen Jahren hat sich der Zoo wegen unzureichender Haltungsbedingungen von „besucherrelevanten Arten“ wie Eisbären, Schimpansen, Delfinen und Riesenschildkröten getrennt. Der neue Boss sieht das kritisch und will nachbessern. Noch in diesem Jahr soll es eine tierische Bereicherung geben, so der Freund von Gorillas, Erdferkeln, Okapis und Fingertier-Lemuren. „Wir müssen künftig hier Tiere zeigen, die es woanders im Zoo nicht gibt. Dadurch kann die Besucherzahl erhöht werden. Das ist ein vorrangiges Ziel, wenn es um die Einnahmensteigerung geht“, glaubt Wilms.

Im vergangenen Jahr zählte man im Allwetterzoo nur noch 618 000 Besucher, hier ist für Wilms noch deutlich „Luft nach oben“. Auch will er beim städtischen Kämmerer „anklopfen“. Erst kürzlich hatte der Rat den Jahreszuschuss für den Zoo von 4,136 Millionen Euro auf knapp 3,8 Millionen Euro runtergekürzt.

Kein Rummelplatz

Keine guten Startbedingungen für den neuen Mann, der sich aber auf die Unterstützung des Zoovereins verlassen kann. Vereinschef Helge Peters: „Wir helfen auch finanziell, können das aber nicht alleine schultern.“

Zu einem Rummelplatz soll der Zoo allerdings nicht werden, Sonderaktionen wie „Nachts im Zoo“ soll es aber weiterhin geben. Wilms: „In erster Linie kommen die Menschen, weil sie naturnah präsentierte Tiere sehen wollen.“ Sonderaktionen, bei denen Besucher so viel Eintritt zahlen können, wie sie wollen, wird es nicht mehr geben. Sie seien wirtschaftlich gesehen eher negativ für den Zoo, so Wilms.

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