Mo., 22.02.2016

Kommt russischer Investor ? Zum Erlenbusch: Bewohner der ehemaligen Britenwohnhäuser misstrauen Bima

Kommt russischer Investor ? : Zum Erlenbusch: Bewohner der ehemaligen Britenwohnhäuser misstrauen Bima

Ausschließlich junge Familien mit Kindern wohnen in diesen ehemals von Briten bewohnten Zweifamilienreihenhäusern an der Straße Zum Erlenbusch. Jetzt fürchten die Anwohner.durch die Vermarktungsstrategie der Bima auf eine Verschlechterung ihres Wohnumfeldes Foto: na

Münster-Angelmodde - 

Aufregung bei den Bewohnern der ehemaligen Briten-Wohnhäuser an der Straße Zum Erlenbusch: „Wir fürchten, dass die uns gegenüberliegenden Reihenhäuser von der Bima an russische Investoren verramscht werden“, bringt Anwohnerin Verena Humberg die Sorgen der Bewohnern der Hausnummern 19 bis 32 auf den Punkt.

Von Martina Schönwälder

Zum Hintergrund: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), für die Verwaltung und auch den Verkauf der Britischen Wohnliegenschaften zuständig, hatte vor rund drei Jahren besagte als relativ hochwertig eingestufte Zweifamilienreihenhäuser in Einzelvermarkung im Bieterverfahren auf dem Immobilienmarkt angeboten. Und zwar mit einer Kaufpreisvorstellung zwischen 225 000 und 275 000 Euro.

Mit dem Slogan „Viel Platz für junge Familie“ habe die Bima die Häuser damals angepriesen, erklärt ein Nachbar von Verena Humberg, der seit zwei Jahren mit seiner Frau und zwei Kindern hier lebt. Und es waren dann auch ausschließlich junge Familien mit Kindern, die in seiner Nachbarschaft einzogen.

„Wir haben dann natürlich gehofft, dass auch die gegenüberliegenden Häuser von der Bima entsprechend vermarktet werden“, so der Anwohner, der seinen Namen nicht genannt haben möchte. Umso größer war jetzt das Entsetzen darüber, dass wohl ein russischer Investor für die gesamte Häuserreihe ein Gebot bei der Bima abgegeben hat.

„Es war ein echter Zufall, dass wir davon etwas mitbekommen haben“, so Verena Humberg. Und zwar sei sie mit einem russischen Ehepaar ins Gespräch gekommen, das sich die zum Verkauf stehende Häuserzeile angeschaut habe. Und das erklärt habe, dass sie überlegten, alle neun Häuser zu kaufen.

Das wäre bei der vorgegeben Vermarktungsform der Bima eigentlich nicht möglich, betonte Peter Waanders, Abteilungsleiter bei der Bima für den Verkauf in Westfalen. Denn es gelte das Prinzip der Einzelvermarktung im Bieterverfahren. Es werde jedes Haus einzeln an den Höchstbietenden verkauft, an den „Verbraucher“, wie Waanders ihn nennt. Theoretisch sei das Mitbieten eines Investors für jedes einzelne Haus aber durchaus möglich.

Zu dem momentan laufenden Sichtungsverfahren der Gebote für die Häuser an der Straße Zum Erlenbusch wollte er sich nicht äußern. Und damit auch nicht zu der Befürchtung der Anwohner, dass sich Investoren im Sichtungstopf befinden. „Dazu kann und werde ich nichts sagen“, so Waanders.

Dagegen zeigte sich ein anderer Mitarbeiter der Bima doch etwas auskunftsfreudiger, als ein Anwohner ihn aufsuchte, um nachzufragen, ob sich tatsächlich russische Investoren im Kreis der Bietenden befänden. Ja, das stimme und man sei schon in konkreten Verhandlungen, sei die Antwort gewesen, sagt Vera Humberg.

„Es kann doch nicht sein, dass eine 100-prozentige Bundeseinrichtung, die dem öffentlichen Interesse und dem Staat, uns allen also, nachkommen soll, einem russischen Investor den Vorzug gibt“, so der Anwohner. Mittlerweile hat er auch Oberbürgermeister Markus Lewe und Bezirksbürgermeister Rolf Schönlau über das Vorgehen der Bima informiert.



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