Mi., 24.02.2016

Känguru-Nachwuchs im Allwetterzoo Jungtiere verstecken sich im Beutel

Eines der drei Jungtiere schaut schon neugierig aus dem Beutel der Mutter.

Eines der drei Jungtiere schaut schon neugierig aus dem Beutel der Mutter. Foto: Allwetter Münster / Christoph Matzke

Münster - 

Über gleich dreifachen Känguru-Nachwuchs freut sich der Allwetterzoo Münster: Drei junge Bennett-Kängurus haben Mitarbeiter gesichtet.

Von Markus Kampmann

Dabei ist das gar nicht so einfach: Denn die Jungtiere verstecken sich in den ersten Monaten ihres Lebens im Beutel ihrer Mütter. Erst zwischen dem ersten und zweiten Lebensmonat streckten sie das erste Mal ihr Köpfchen heraus, berichtet Zoo-Sprecherin Stefanie Heeke.

Deshalb sei es auch möglich, dass es noch mehr Jungtiere gebe. Denn im Allwetterzoo leben fünf weibliche Bennett-Kängurus und ein männliches. Nachwuchs gebe es normalerweise in jedem Jahr, erklärt Heeke. „Es kann sein, dass wir die anderen noch nicht gesehen haben.“ Zwei oder – bei Zwillingen – auch mehr kleine Kängurus könnten noch unentdeckt in den Beuteln stecken.

Untersucht worden seien die bereits gesichteten Tiere bisher nicht. „Sind auch gut aufgehoben im Beutel ihrer Mutter“, sagt die Sprecherin. Bis sie selber über die  begehbare Känguru-Anlage hüpfen,  werde es wohl noch einige Wochen dauern. Zoobesucher sollten deshalb Geduld und Ausdauer mitbringen, wenn sie die Jungtiere sehen möchten.

Beuteltiere unterscheiden sich besonders bei der Fortpflanzung von allen anderen Säugetieren. Nach einer extrem kurzen Tragzeit kommen die Jungtiere kaum entwickelt zur Welt. Selbst bei großen Känguruarten wiegen sie weniger als ein Gramm und sind damit nur halb so schwer wie ein Gummibärchen.

Im Beutel der Mutter findet dann die Entwicklung statt, die sich bei anderen Säugetieren im Mutterleib vollzieht. Auch wenn das Junge äußerst winzig geboren wird, legt es den Weg in den Beutel aus eigener Kraft zurück. Dort angekommen, nimmt es eine Zitze in den Mund, deren Spitze anschwillt. Frühestens im Alter von ein bis zwei Monaten kann das Kleine sein Maul weit genug öffnen, um sich von der Zitze zu lösen.

Wächst das Tier heran, schaut es immer öfter neugierig aus dem Beutel. Schließlich wagt es kleine Ausflüge, verschwindet jedoch beim geringsten Erschrecken mit dem Kopf voran wieder im Beutel.

Fotostrecke: Begehbare Känguru-Anlage im Allwetterzoo Münster

Im Alter von rund 250 Tagen verlässt das kleine Känguru den Beutel endgültig. Übrigens verfügen nicht alle Beuteltiere über einen richtigen Beutel, berichtet der Allwetterzoo. Manche Arten haben lediglich eine Hautfalte neben den Zitzen, die die Jungen schützt.

Die Bennett-Kängurus leben im Allwetterzoo in der Freianlage zwischen Tropenhaus und Tigeranlage. Diese zu den Wallabys zählenden grau-braunen Beuteltiere sind sehr robust und verbringen selbst frostige Nächte draußen. Bei Bedarf stehe ihnen aber auch ein warmes Winterquartier zur Verfügung, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Bennett-Kängurus ernähren sich von Gräsern, Blättern, Kräutern und Baumrinde. Steht im Winter Heu auf dem Zoo-Speiseplan, geben ihnen die Tierpfleger Ballen ohne scharfkantiges Gras und Disteln, denn ihr Maul ist empfindlich.

Bennett-Kängurus stammen aus Australien, doch Beuteltiere leben nicht nur auf diesem Kontinent, sondern auch von Kanada bis Südamerika. In Australien existiert jedoch die größte Artenvielfalt, die vom fünf Gramm leichten Raubbeutler bis zum 90 Kilogramm  schweren Roten Riesenkänguru reicht.



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