Rockwool-Turm als Kunstwerk
Über den Dächern von Hiltrup

Münster -

Die Künstler Wolfgang Winter und Berthold Hoerbelt präsentierten ihre Pläne für den Rockwool-Turm. Oberbürgermeister Markus Lewe war sehr angetan.

Freitag, 26.02.2016, 20:30 Uhr aktualisiert: 28.02.2016, 15:29 Uhr
„Spiegelturm mit Schütze“ heißt das Kunstwerk, das in Hiltrup geplant ist. Zu seinen Füßen soll dauerhaft ein neues Quartier entstehen.
„Spiegelturm mit Schütze“ heißt das Kunstwerk, das in Hiltrup geplant ist. Zu seinen Füßen soll dauerhaft ein neues Quartier entstehen. Foto: Winter/Hoerbelt: Proposal

Als die Künstler Wolfgang Winter und Berthold Hoerbelt ihre Präsentation beendet hatten, überschlug sich Oberbürgermeister Markus Lewe regelrecht mit Lob. „Das ist eine tolle Idee“, so sein Kommentar zu der geplanten Umwandlung des Hiltruper Rockwool-Turms in ein Kunstwerk. „Hiltrup bekommt eine Landmarke, da entsteht ein Ort, zu dem eine Geschichte erzählt wird.“

Der Ort, an dem sich Lewes Geschichte zutrug, war die Galerie Mike Karstens am Stadthafen, wo sich am Donnerstagabend zahlreiche Entscheider und Multiplikatoren trafen, um direkt von den Künstlern etwas über die geplante „Transformation“ des alten Industrieschlots nahe dem Kanal in Hiltrup zu erfahren. Neben Lewe waren unter anderem auch Stadtdirektor Hartwig Schultheiß und die Kulturamtsleiterin Frauke Schnell gekommen.

Dass sie so entspannt dem Vortrag lauschen konnten, hatte sicherlich auch seinen Grund darin, dass der ehemalige Rechtsanwalt Norbert Große Hündfeld als Sprecher des Initiativkreises klarstellte: „Wir erwarten keine öffentliche Förderung.“ Große Hündfeld ließ auch nicht unerwähnt, dass die in Gladbeck ansässige Firma Rockwool, Eigentümerin des nicht mehr benötigten Schornsteins, über eine eigene Stiftung verfüge, „die auch Kunst fördert“.

Der Sprecher des Initiativkreises, dem auch Bruni Werner, Theo Beisenkötter und Hermann-Josef Vogt angehören, spannte sogar den Bogen etwas weiter. Das geplante Kunstwerk, das Große Hündfeld als „Verwandlung kolossalen Ausmaßes“ bezeichnete, könne den Startschuss für eine komplett neue Quartiersentwicklung auf dem alten Rockwool-Gelände bedeuten – mit Spiegelturm und Kulturbahnhof als den beiden Eckpfeilern. Derzeit liegt das alte Indus­trieareal brach.

Im Gespräch mit den Künstlern wurde schnell klar, dass mit einer raschen Umsetzung nicht zu rechnen ist. Auch wurde darauf hingewiesen, dass das Kunstwerk „Spiegelturm mit Schütze“ nicht im Rahmen der Skulptur-Projekte 2017 realisiert werden soll. „Wir arbeiten eigenständig“, so Wolfgang Winter.

Auch auf die eher nicht-künstlerischen Rückfragen wussten Winter und Hoerbelt eine Antwort. So wiegen die gebogenen und quadratisch gebrochenen Bleche, die sie verarbeiten wollen, insgesamt 8,4 Tonnen und haben eine Fläche von 1500 Quadratmetern.

Selbst als es um Fragen der Haltbarkeit und Sicherheit ging, wussten beide eine Antwort: Ingenieure und Statiker gehören zum Team, sogar das Ausdehnungsverhalten der Bleche in der Sonne wurde bereits berechnet.

Dass Winter und Hoerbelt ihre Bildhauerei auch wortwörtlich nehmen, zeigen sie in Frankfurt. Dort meißeln sie derzeit einen Bildteppich in eine 24 Meter hohe, frisch verputzte Wand.  

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