Stadt fördert ökologische Dämmstoffe jetzt zusätzlich
Altbausanierung: Großes Potenzial in Münster

Münster -

Das Potenzial an Altbauten, die mit passender Dämmung die CO²-Bilanz der Stadt entlasten könnten, ist groß. „Etwa zwei Drittel aller Gebäude in Münster sind älter als 30 Jahre“, erklärt Nadine Somberg von der städtischen Koordinierungsstelle für Klima und Energie.

Mittwoch, 09.03.2016, 11:25 Uhr
Für Altbausanierungen gibt es Zuschüsse von der Stadt. Die Fördermöglichkeiten demonstriert Nadine Somberg vom Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit.
Für Altbausanierungen gibt es Zuschüsse von der Stadt. Die Fördermöglichkeiten demonstriert Nadine Somberg vom Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit. Foto: hö

Das Förderprogramm Altbausanierung beziehe sich auf Gebäude, die vor 1995 erbaut wurden. Zuschüsse gebe es, wenn die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) übertroffen werden. Somberg: „Im Rahmen der Altbausanierung werden Zuschüsse von bis zu 9000 Euro für ein Einfamilienhaus und bis zu 15 000 Euro für ein Mehrfamilienhaus gewährt.“

Für die „Qualitätssicherung“ bei Neubauten, also die Begleitung durch einen unabhängigen Energieberater, der die Einhaltung der Energiestandards kontrolliert, gibt die Stadt zudem einen Zuschuss von 550 Euro.

Bislang haben Haus- und Wohnungsbesitzer vor allem Fördermittel für die Dachsanierung, den Fensteraustausch, die Dämmung der Außenwände und der Kellerdecke beantragt. Somberg: „Werden zwei Maßnahmen kombiniert, gibt es zudem einen Bonus.“

Dass sich die Zahl der energetischen Investitionen zur Zeit in Grenzen hält, führt Somberg neben anderen Faktoren auf die kontroverse Diskussion über den Nutzen von Wärmedämmung zurück. Von Kritikern wird angeführt, dass die Dämmvorschriften, die mit jeder Novellierung der Energieeinsparverordnung verschärft werden, Investitionskosten verursachen, die sich durch Heizkosteneinsparungen kaum amortisieren können. „Die novellierte EnEV 2014 erhöht ab 2016 lediglich die Anforderungen an den Neubaubereich“, stellt Somberg klar. Zudem enthalte die Verordnung einen Paragrafen (§25), der auf Antrag eine Befreiung beim Nachweis der Unwichtschaftlichkeit ermögliche.

Seit diesem Jahr fördert die Stadt Münster zudem die Verwendung ökologischer Dämmstoffe nach dem „natureplus“-Qualitätszeichen oder der Kennzeichnung „Blauer Engel“ mit zusätzlich zehn Euro je Quadratmeter.

Will die Stadt ihr hehres Ziel einer CO-Reduzierung um 40 Prozent bis 2020 erreichen, ist laut Somberg eine höhere Investitionsbereitschaft der Hausbesitzer notwendig. Zum Vergleich. Die Zielerreichung liege derzeit bei rund 21 Prozent.

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Eine Energiesprechstunde bietet die Verbraucherzentrale montags von 9 bis 16 Uhr im Stadthaus III am Albersloher Weg an.

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