SPD-Bundestagsabgeordneter tritt 2017 nicht wieder an
Christoph Strässer verabschiedet sich aus Berlin

Münster -

(Aktualisiert) Der münsterische Bundestagsabgeordnete Christoph Strässer (SPD) tritt bei der Bundestagswahl 2017 nicht wieder an. Ein potenzieller Nachfolge-Kandidat hat bereits seinen Hut in den Ring geworfen. 

Mittwoch, 09.03.2016, 12:09 Uhr aktualisiert: 09.03.2016, 18:35 Uhr
Christoph Strässer (SPD) – hier 2012 vor der letzten Bundestagswahl – tritt 2017 nicht erneut als Kandidat an.
Christoph Strässer (SPD) – hier 2012 vor der letzten Bundestagswahl – tritt 2017 nicht erneut als Kandidat an. Foto: Oliver Werner

Erst vor wenigen Tagen hat Christoph Strässer sein Amt als Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung aufgegeben . Jetzt erklärte der SPD-Abgeordnete seinen münsterischen Genossen, dass er 2017 nicht wieder für eine Bundestagskandidatur zur Verfügung stehe. Ganz unerwartet kam dieser Schritt des 66-jährigen Rechtsanwalts nach insgesamt vier Legislaturperioden im Berliner Parlament nicht. Gleichwohl soll in der Vorstandssitzung der münsterischen SPD großes Bedauern und Betroffenheit über diese Nachricht zu spüren gewesen sein. Unmittelbar nach Strässers Ankündigung erklärte ein möglicher Nachfolger bereits seine Bereitschaft für eine Bundestagskandidatur: Der im vergangenen Jahr ins Amt gewählte Parteivorsitzende Robert von Olberg (27) warf seinen Hut in den Ring.

Strässer will sich in den bis zur Bundestagswahl verbleibenden eineinhalb Jahren vor allem auf die Arbeit im Wahlkreis konzentrieren. Zugleich kündigte er an: „Ich werde alles tun, dass Münsters SPD weiter in Berlin vertreten ist.“ Seinen  Rückzug aus dem Parlament habe er sich schon zu Beginn der Legislaturperiode vorgenommen. „Irgendwann ist es genug“, so Strässer. Der Zeitpunkt der Bekanntgabe habe aber nichts mit seinem Rückzug vom Amt des Menschenrechtsbeauftragten zu tun: „Ein Neuer muss sich bekannt machen.“

Münsters Bundestagsabgeordneter Christoph Strässer

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  • Der münsterische SPD-Bundestagsabgeordnete Christoph Strässer hat am Mittwoch angekündigt, bei der Bundestagswahl 2017 nicht wieder anzutreten. Er sitzt bereits in der vierten Legislaturperiode im Bundestag. Im Folgenden einige Impressionen aus seinem Politiker-Leben.

    Foto: SPD
  • Christoph Strässer boxt sich durch – hier kurz vor der letzten Bundestagswahl 2013.

    Foto: Oliver Werner
  • Christoph Strässer (Mitte) und Maria Klein-Schmeink (r.) 2012 beim Wahlkampf in Münster.

    Foto: Oliver Werner
  • Beim traditionsreichen Kramermahl der münsterischen Kaufmannschaft war Christopher Strässer (r.) (hier mit Matthias Kniesel und Svenja Schulze) des Öfteren.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch bei Versammlung der Sozialdemokraten vor Ort war Christoph Strässer häufig anwesend, wie hier 2012 beim SPD-Ortsverein Münster-Nord.

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  • Brauchtumspflege: Beim Schützenfest in Gremmendorf wurde Christoph Strässer 2011 ein rotes Spielzeugauto geschenkt.

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  • Christoph Strässer gehört bereits seit vier Legislaturperioden dem Bundestag an. Hier verfolgte er die Bundestagswahl 2005 mit Ruprecht Polenz (CDU, r.).

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Wie beim Kanzlerduell: Christoph Strässer (2.v.l.) bei einer Debatte mit dem damaligen CDU-Bundestagsabgeordneten aus Münster, Ruprecht Polenz (3.v.l.).

    Foto: mav
  • Bei der Oberbürgermeisterwahl 2004 trat Christoph Strässer in Münster an, hier beim Warten auf Ergebnis neben dem heutigen Stadtrat Wolfgang Heuer (r.). Strässer konnte sich damals aber nicht gegen Dr. Berthold Tillmann (CDU) durchsetzen.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Ob es neben dem schulpolitischen Sprecher der SPD-Ratsfraktion von Olberg  weitere Kandidaten bei der SPD für die Strässer-Nachfolge geben wird, ist offen. Einen Nominierungsparteitag  planen die Sozialdemokraten für den 1. Juli. Damit bleibe ausreichend Zeit für andere Bewerber, ihren Hut in den Ring zu werfen, so von Olberg. Der Politikwissenschaftler arbeitet im Hauptberuf als Referent der Landesrektorenkonferenz der Fachhochschulen.

Der scheidende SPD-Parlamentarier Christoph Strässer gehört dem Bundestag seit 2002 ununterbrochen an. Zwei Mal konnte er den Wahlkreis Münster direkt für seine Partei gewinnen.

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