Fußball: Rauchtöpfe im Stadion gezündet
SC Preußen plant eigene Strafen

Münster -

Von Seiten des DFB droht eine fünfstellige Strafe. Doch darauf will der SC Preußen Münster nach den Pyro-Vorfällen am Wochenende nicht warten. Der Club will von sich aus Sanktionen verhängen.

Mittwoch, 13.04.2016, 20:30 Uhr aktualisiert: 14.04.2016, 09:55 Uhr
Nur der Anfang: Minutenlang stand der Rauch im Preußenstadion am Samstag.
Nur der Anfang: Minutenlang stand der Rauch im Preußenstadion am Samstag. Foto: Alexander Heflik

Der SC Preußen Münster will einem etwaigen Urteil des Deutschen Fußball-Bundes zuvorkommen. Nach dem massiven Einsatz von Rauchtöpfen beim Heimspiel am Samstag gegen Energie Cottbus, als minutenlang die Arena eingenebelt war, sieht sich Club-Chef Georg Krimphove in der Verantwortung: „Unabhängig vom DFB werden wir für uns eine Entscheidung treffen.“

Bis zum kommenden Montag muss der Fußball-Drittligist eine Stellungnahme hinterlegt haben, dann berät das DFB-Sportgericht, dem Verein droht mindestens eine fünfstellige Euro-Strafe.

Rund 400 Kinder eingenebelt

Zwei Verletzte

Ein 72-jähriger Münsteraner kollabierte auf der Haupttribüne , nachdem er die giftigen Gase eingeatmet hatte. Auch ein 14-Jähriger aus Nottuln musste sich im Krankenhaus behandeln lassen . Er stand in den Rauchschwaden und sackte nach dem Spiel zu Hause zusammen.

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Krimphove erhielt eine Reihe von Anrufen von Eltern. Die hatten ihren Nachwuchs zum „Kids Day“ ins Stadion gelassen, viele klagten daheim dann über Kopfschmerzen und Übelkeit. Die rund 400 Kinder standen im Block O zwischen dem Sektor der Ultras, wo auf einen Schlag über 20 Rauchtöpfe gezündet wurden, und dem Anfang der Haupttribüne.

Krimphove sagte, dass es Eltern gäbe, die noch über rechtliche Schritte nachdächten. Von Seiten der Ultras in der Fiffi-Gerritzen-Kurve im Block N sei beim Verein keine Reaktion angekommen.

Der Vereins-Vorstand trifft am Donnerstag den Fanprojekt-Vorstand, der keine Meinung zu den Vorfällen kundtut. Es werde weiter besprochen, die Fans seien eine heterogene Gruppe, es gäbe unterschiedliche Ansichten zu dem Vorfall, erklärte für das Fanprojekt Florian Voss. Welche Sanktionen kommen, wird also noch beraten.

Bäumer plädiert für Blocksperren

Der Aufsichtsrats-Vorsitzende Thomas Bäumer hat eine klare Meinung: „Wer sich nicht benehmen kann, soll zu Hause bleiben. Das hat mit Fußball nichts zu tun.“ Er plädiert für eine Blocksperre in den beiden ausstehenden Heimspielen gegen Magdeburg (22. April) unter Flutlicht, wenn generell die Gefahr des Einsatzes von Pyrotechnik größer ist, und gegen Dresden (7. Mai). Bäumer weiter: „Harte Maßnahmen auch von Vereinsseite sind wir den Leuten schuldig, die ihre Kinder im Rauch stehen hatten.“

Außer einer Blocksperre könnten alle sogenannten Privilegien in diesem Bereich für die Ultras entfallen. Dabei handelt es sich um die Mitnahme von Fahnen, Bannern, der Ausrichtung von Choreographien, von Fotografen im Innenraum und die Genehmigung für Capos, eine Art Stimmungsmacher, auf dem Zaun.

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