Brisantes Flutlichtspiel in Münster
Ausschreitungen: Pfefferspray-Einsatz der Polizei am Preußenstadion

Münster -

(Aktualisiert - 23.22 Uhr) Überschattet wurde das Fußballspiel Preußen Münster gegen den 1. FC Magdeburg am Freitagabend von Ausschreitungen: Die Polizei musste bei Zwischenfällen mit Hilfe von Pfefferspray, Schlagstöcken und Diensthunden Fan-Übergriffe unterbinden.

Freitag, 22.04.2016, 23:06 Uhr aktualisiert: 23.04.2016, 00:42 Uhr
Brisantes Flutlichtspiel in Münster : Ausschreitungen: Pfefferspray-Einsatz der Polizei am Preußenstadion
Erneut qualmte es beim SCP-Heimspiel im Preußen-Fanblock. Foto: Jürgen Peperhowe

Schon vor Anpfiff der Drittliga-Partie dominierten Sicherheitsvorkehrungen und ein großes Polizeiaufgebot das Bild rund ums Preußenstadion. 

Die Polizei war mit einer Reiterstaffel-Einheit vor Ort, auch ein Wasserwerfer wurde aufgefahren. Es war eine besondere Stimmung vor dem Fußballspiel, die vergleichbar mit der Situation vor SCP-Derbys gegen Osnabrück oder Bielefeld ist. Die Szenerie erinnerte an einen Sicherheitsgipfel. Erwartet wurden zum Spiel rund 1200 Fans aus Magdeburg. 

Zwischenfälle bei Flutlichtspiel im Preußenstadion

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  • Unbekannte zündeten in Stadionnähe Feuerwerksraketen.

    Foto: WN
  • Kurz vor Spielende brannten Münsteraner Ultras sechs Rauchtöpfe im Block ab.

    Foto: WN
  • Foto: Alexander Heflik
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  • Foto: Oliver Werner
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Im Gästebereich waren mehrere Sicherheitsschleusen eingerichtet worden.

Noch vor Beginn des Spiels kam es - abgesehen von einer kleineren Auseinandersetzung zwischen Gäste-Fans und der Polizei - zunächst zu keinen besonderen Vorkommnissen.

Einsatz von Pfefferspray und Schlagstock

Später waren die Polizei-Einsatzkräfte dann doch noch gefordert: So mussten sie mit Pfefferspray Durchbrüche von Anhängern beider Fanlager unterbinden.

Während der ersten Halbzeit versuchten etwa 300 - teilweise vermummte - Magdeburger die Einlasskontrollen durch einen Sturm zu umgehen. Gleichzeitig bedrängten Personen aus dem Gästeblock Ordner, um den unkontrollierten Zustrom zu ermöglichen. Auch Polizisten wurden angegriffen und mit vollen Bierbechern beworfen.

Nach dem Spiel attackierten etwa 200 Sympathisanten von Preußen Münster Polizisten an der Absperrung zum Gäste-Parkplatz. Hier mussten die Beamten neben Pfefferspray auch Schlagstock und Diensthunde einsetzen, um ein Aufeinandertreffen der Gruppierungen zu unterbinden.

"Nur durch das starke Polizeiaufgebot konnten Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern beider Vereine und ein Kassensturm unterbunden werden", sagte der Einsatzleiter Martin Mönnighoff. "Das notwendige Einschreiten der Beamten zeigt erneut, dass Unbelehrbare den Fußball immer wieder für ihre kriminellen Zwecke missbrauchen."

Vielzahl von Vergehen

Vor dem Spiel hatten vier Magdeburger versucht, einen Fan-Schal auf der Hammer Straße zu rauben. Polizisten nahmen die Täter fest. Einer von ihnen hatte eine Sturmhaube und einen Zahnschutz dabei.

Bei Fahrzeugkontrollen von anreisenden Magdeburgern fanden Polizisten Quarzhandschuhe, Sturmhauben und "weitere Passivbewaffung". Die Beamten nahmen diesen 21 Personen die Eintrittskarten ab, erteilten ihnen Platzverweise und schickten sie direkt auf die Heimreise.

Nach dem Spiel raubte ein Münsteraner einem Magdeburger dessen Fan-Schal. Bei dem Gerangel stürzte der Geschädigte in seine Bierflasche, verletzte sich an der Hand und wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Kurz vor Spielende wurden sechs Rauchtöpfe in der Kurve der Preußen-Fans entzündet - dieses Mal im Bereich der Ultra-Gruppierung "Deviants". Zeitgleich zündeten Unbekannte in Stadionnähe Feuerwerksraketen.

Insgesamt fertigten die Polizei 28 Anzeigen wegen Raub, Widerstand, Beleidigung, Bedrohung und sonstiger Verstöße.

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