7. Batterietag in Münster
Mini-Reichweite bremst E-Autos aus

Münster -

Weil die Batterien in den Fahrzeugen noch immer zu schwach sind, bleibt die Reichweite von Elektroautos überschaubar. Batterieforscher beschäftigen sich auf einer Fachtagung in Münster mit der Weiterentwicklung der Speichertechnik, ohne die eine Energiewende nicht gelingen könne.

Montag, 25.04.2016, 14:00 Uhr aktualisiert: 26.04.2016, 10:00 Uhr
Elektroauto als Zweitwagen: Im Ruhrgebiet sind diese Fahrzeuge bereits ins Car-Sharing-Netz integriert. Das Elektro-Mobilitätsprojekt wurde beim Batterietag am Montag in und vor der Halle Münsterland vorgestellt.  
Elektroauto als Zweitwagen: Im Ruhrgebiet sind diese Fahrzeuge bereits ins Car-Sharing-Netz integriert. Das Elektro-Mobilitätsprojekt wurde beim Batterietag am Montag in und vor der Halle Münsterland vorgestellt.   Foto: hpe

Die jüngst vorgestellten Premium-Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb sehen zwar futuristisch aus, haben aber einen Hemmschuh an Bord. „Sie fahren mit Batterien, die nicht besser als die im Laptop sind. Entsprechend gering ist die Reichweite“, so Prof. Dr. Stephan Ludwig von der Uni Münster.

Der Prorektor für Forschung eröffnete am Montagmorgen den siebten Batterietag NRW in der Halle Münsterland und kam vor den rund 200 Energie-Experten gleich auf den Punkt: „Ist die Technik reif für die Zeit?“ Noch immer seinen die leistungsschwachen Batterien „der Flaschenhals in der Entwicklung der Elektromobilität“, so Ludwig.

Die längere Lebensdauer von Energiespeichern ist deshalb auch eines der wichtigsten Themen in der Konferenz. „Sie ist die zwingende Voraussetzung zum Gelingen der Energiewende“, meinte auch Dr. Walther Pelzer vom NRW-Wissenschaftsministerium in seinem Grußwort.

Die ehrgeizigen Ziele der Klimakonferenz von Paris könnten nur durch den Einsatz von Spitzentechnologie erreicht werden, so der Abteilungsleiter für Forschung und Technologie im Düsseldorfer Ministerium. Rund zwei Millionen E-Bikes seien inzwischen bundesweit unterwegs, die Post plane bis zu 30 000 Elektro-Transporter in ihrem Fuhrpark. „Erfolge, die nun durch eine wettbewerbsfähige Batterietechnik möglich sind. NRW hat eine leistungsfähige Forschungsszene in der Batterietechnik, die weiterentwickelt werden muss“, so Pelzer.

Die Batterieforschungszentren an der Technischen Hochschule Aachen und der Münster Electrochemical Energy Technology (Meet) an der Uni liefern bereits heute „wichtige Lösungsbeiträge“, so Meet-Direktor Prof. Dr. Martin Winter.

Im Fokus der Tagung stand die Weiterentwicklung von Lithium-Ionen-Batterien. Leistung, Lebensdauer und Sicherheit sollen verbessert, gleichzeitig die Kosten gesenkt werden.

„Der stationäre Speichermarkt profitiert aktuell von starken Preissenkungen“, so Prof. Dirk Uwe Sauer von der Hochschule Aachen. Lithium-Ionen-Solarspeicher werden rund 20 Prozent günstiger angeboten, als vor einem Jahr. 25 000 Elektrofahrzeuge sind inzwischen auf NRW-Straßen unterwegs. Die Zahl sol sich bis 2020 verzehnfachen. Ein Symposium zum „Kraftwerk Batterie“ mit 150 Wissenschaftlern ergänzt den Batterietag.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3958199?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker