Onkel Willi singt „I wanna live“
Stadtoriginal Willi will trotz Krankheit wieder zurück in seinen Schrebergarten

Münster -

Es wäre zu viel gesagt, wenn man behaupten würde, Onkel Willi, dem bekannten Straßenmusiker ginge es wieder gut. Es geht ihm aber trotz Krankheit wieder besser – und jetzt hat er auch wieder einen Besuch an seinem alten Stammplatz, dem Rathaus gemacht. 

Sonntag, 15.05.2016, 15:00 Uhr
Hier, an seinem alten Stammplatz am Rathaus, blüht Onkel Willi auf. In dieser Woche hat er sich mit dem alten Freund und Musiker-Kollegen Hansi Meier (l.) getroffen, der heute in Heidelberg lebt.
Hier, an seinem alten Stammplatz am Rathaus, blüht Onkel Willi auf. In dieser Woche hat er sich mit dem alten Freund und Musiker-Kollegen Hansi Meier (l.) getroffen, der heute in Heidelberg lebt. Foto: Oliver Werner

Seine Gitarre, die Mandoline und die Mundharmonika sind nicht dabei am Fuß der Rathaustreppe an diesem Mittwochmittag. Aber das „Hallo“, das Onkel Willi hier an seiner alten Bühne empfängt, ist herzlich wie früher, als er hier an den Markttagen für die Münsteraner Musik machte.

Heute will sich Onkel Willi hier sich mit einem alten Freund, seinem Musik-Kollegen Hansi Meier treffen. Aber da sind noch die Damen vom Besucher-Service im Friedenssaal, die Kellnerinnen im Ratskeller und viele Münsteraner, die hier zufällig vorbeikommen und bei denen die Hoffnung aufkeimt, Onkel Willi, das Stadtoriginal mit Lizenz für den besten Platz für Straßenmusik in Münster , könnte noch einmal hierher zurückkehren.

Da muss der Musiker, der mit bürgerlichem Namen Klaus Reinhardt heißt, enttäuschen – „leider, mir fehlt die Luft“, sagt er. Auch den kleinen Ausflug zum Rathaus schafft Onkel Willi nicht ohne sein Sauerstoffgerät. Die chronische Lungenkrankheit, die ihn schon Jahre plagt, hat sich so verschlimmert, dass ihm die Puste zum Singen fehlt – und in den vergangenen Monaten auch für sein gewohntes Leben in seinem Häuschen in einer Schrebergarten-Anlage in Gremmendorf .

Nach mehreren aufeinanderfolgenden Krankenhausaufenthalten wohnt Onkel Willi momentan in einer sozialen Einrichtung in der Innenstadt – und versucht, sich wieder in sein altes Leben zu tasten. Er will zurück in sein Häuschen, wo sein Klavier und der bequeme alte Schlafsessel stehen, Bilder von seinen Auftritten an der Wand hängen.

Ob er da draußen zurechtkommen wird, mit dem Sauerstoffgerät, da beschleichen ihn selbst Zweifel. „Ich habe Angst, dass die Technik versagt“, seufzt Onkel Willi in seinem kleinen Zimmerchen der Einrichtung, wo Sozialarbeiter ihm momentan helfen, sein Leben wieder selbst zu organisieren. Um hier auf der Bettkante bequem zu sitzen, braucht er ein Extrakissen, er ist zuletzt noch magerer geworden.

Onkel Willi will wieder in seinen Schrebergarten

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  • Onkel Willi ist wieder aus dem Krankenhaus raus. Nun möchte er gerne zurück in seinen geliebten Schrebergarten. Foto: Oliver Werner
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  • Onkel Willi ist wieder aus dem Krankenhaus raus. Nun möchte er gerne zurück in seinen geliebten Schrebergarten. Foto: Oliver Werner
  • Onkel Willi ist wieder aus dem Krankenhaus raus. Nun möchte er gerne zurück in seinen geliebten Schrebergarten. Foto: Oliver Werner

Trotzdem ist Onkel Willi in der vergangenen Woche auf sein altes Fahrrad geklettert und ist – „ganz langsam“ – raus nach Gremmendorf gefahren, die für drei Stunden reichende Sauerstoff-Flasche auf dem Anhänger, mit dem er früher seine Musikinstrumente transportierte.

„Verdammt schwergefallen“ ist ihm die Fahrt, aber es ging – und das gibt ihm Hoffnung zurückzukehren in sein Refugium, wo die Singvögel durch die offene Tür flattern, die Musikanlage all das spielt, was Onkel Willi liebt.

Blues, Jazz, Klassik und natürlich die eigenen Songs. Einen seiner Hits hat er auf CD in einem Tonstudio mit Unterstützung von Steffi Stephan und Udo Lindenberg aufgenommen. Das müsst ihr hören“, sagt Onkel Willi und springt plötzlich sehr behände von der Bettkante in seinem kahlen Zimmerchen auf. Auf dem Tisch thront die Musikanlage, und da dröhnt er auch schon – der Song, mit dem Titel, den Onkel Willi zu seinem persönlichen Motto erkoren hat: „I wanna live“. An der Wand lehnt die Gitarre, und dann greift Onkel Willi auch schon in die Saiten – ist kurz wieder der Alte, wenn auch nicht am Rathaus. Hier lassen ihn später am Tag die Begegnungen mit seiner alten Welt aufleben. Überhaupt: Die vielen aufmunternden Wünsche, besonders zu seinem 72. Geburtstag, den er im Krankenhaus verbrachte, haben ihn „richtig gefreut“, sagt er.

Auf einen Aufruf in unserer Zeitung hin meldeten sich auch Weggefährten aus ganz frühen Tagen, kamen zu Besuch. Onkel Willi: „Das hat mich aufgebaut.“

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