Belegschaft löst Gefängnis auf
Großes Aufräumen in der JVA Münster

Münster -

Die rund 270 Beschäftigten der JVA Münster sind fast alle noch vor Ort. Das Gefängnis wird nach der Räumung aufgelöst. Wo sie künftig tätig sein werden, ist ungewiss.

Dienstag, 12.07.2016, 19:20 Uhr aktualisiert: 12.07.2016, 20:39 Uhr
Die meisten Gefangenen sind in andere Gefängnisse verlegt worden. Die Belegschaft der JVA Münster aber kümmert sich vor Ort noch um die Auflösung.
Die meisten Gefangenen sind in andere Gefängnisse verlegt worden. Die Belegschaft der JVA Münster aber kümmert sich vor Ort noch um die Auflösung. Foto: Matthias Ahlke

Die JVA an der Gartenstraße wurde in der vergangenen Woche innerhalb von 48 Stunden geräumt. Die meisten der rund 500 Gefangenen sind auf andere Anstalten im Land verteilt worden. Nur 47 Häftlinge sind noch an der Gartenstraße. Aber auch die rund 270 Beschäftigten der JVA Münster sind fast alle vor Ort. Wo sie künftig tätig sein werden, ist ungewiss. „Momentan gibt es an der Gartenstraße genug zu tun“, sagt der stellvertretende Leiter der JVA Münster, Rolf Silwedel .

Derzeit seien erst einige Mitarbeiter zur JVA Werl entsandt worden. Es wird bei der Auswahl nach sozialen Kriterien geschaut, die Wohnortnähe spiele eine Rolle sowie die Möglichkeiten von Fahrgemeinschaften. Die JVA-Leitung setzt auf Freiwilligkeit. Was durchaus schwierig sei, so Silwedel, da dieser Dienst nicht innerhalb von drei Monaten beendet sein wird. Betroffen ist der Vollzugsdienst.

Rund 30 Kräfte, schätzt Rolf Silwedel, werden in der reaktivierten JVA-Außenstelle in Coesfeld benötigt.

Die Belegschaft der JVA in Münster kümmert sich momentan unter Hochdruck um die Auflösung, verpackt Hab und Gut der Gefangenen und schickt dieses hinterher. Die Hafträume müssten gereinigt werden. Restliche Lebensmittel werden entfernt, um kein Ungeziefer anzulocken.

Ein Teil der Möbel aus der JVA Münster wird nach Angaben von Silwedel für die wiederzubelebenden Anstalten in Krefeld und Mönchengladbach benötigt. „Es wird geprüft, was geht.“ Dabei wird auch an eine mögliche Erweiterung der noch in der JVA Münster verbliebenen Hafträume gedacht. Und was sich im Laufe der Jahrzehnte in Lagerräumen angesammelt habe, sagt Silwedel, das sei halt nicht wenig.

Organisation und Logistik beschäftigen die Belegschaft an der Gartenstraße. „Gefragt sind Menschen, die zupacken können, um die Anstalt aufzulösen.“ Allein 88 Bedienstete des Vollzugsdienstes seien nur im Fahrdienst eingesetzt. Die Essensversorgung ist kurzfristig neu organisiert worden. Die kalte Küche wird vor Ort geregelt, so Silwedel. Brot und Brötchen liefert die JVA Werl. Das warme Essen wird jetzt eingekauft. Auch die „Kammer“, in der alle persönlichen Dinge der Häftlinge eingelagert sind, hat gut zu tun. Silwedel hofft, dass die JVA-Betriebe wie die Schreinerei und die Schlosserei bleiben werden. Die Belegschaft sei von Versetzungen nicht betroffen. Aufträge werden bearbeitet.

Auch Silwedel persönlich rechnet damit, dass er auf Wanderschaft gehen muss. Er schätzt, dass die Aufräumarbeiten aber noch mindestens vierzehn Tage andauern werden.

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