Hilfreiche App für Rollstuhlfahrer
Barrierefrei durch die Stadt

Münster -

Beim Freiwilligentag hofft der Verein „Urlaub und Pflege“, die App für Rollstuhlfahrer aktualisieren zu können.

Freitag, 12.08.2016, 09:00 Uhr aktualisiert: 12.08.2016, 14:37 Uhr
Studieren den Stadtplan auf Wheelmap: Susanne Hanowell (l.) und Dorothe Hüttemann sind begeistert von der Möglichkeit, dort Tipps für Rollstuhlfahrer zu markieren.
Studieren den Stadtplan auf Wheelmap: Susanne Hanowell (l.) und Dorothe Hüttemann sind begeistert von der Möglichkeit, dort Tipps für Rollstuhlfahrer zu markieren. Foto: ide

Dieses Projekt wird einfach nie fertig. Nicht, weil alle Beteiligten zwischendurch mal eine ruhige Kugel schieben. Im Gegenteil. „Es kommt immer etwas Neues dazu“, erklärt Susanne Hanowell . Die Leiterin des Vereins „Urlaub und Pflege “ zeigt auf ihren Bildschirm: Münsters Straßennetz ist zu sehen, gespickt mit roten, grünen, gelben und grauen Fähnchen. Wer wheelmap.org aufruft, der kann anhand dieser Symbole genau erkennen: Wo ist die Stadt rollstuhlgerecht und wo nicht? Das ändert sich – manchmal täglich – und so bleibt dieser Plan eine „endlose Geschichte“.

Am Freiwilligentag allerdings können Interessierte daran mitarbeiten, ihn wieder ein Stück aktueller zu machen. Sie starten in Zweier-Teams und durchforsten die Stadt, um dann ihre Ergebnisse per Handy in die Karte zu übertragen.

„Natürlich gibt es zuvor eine gründliche Erklärung und Einführung. Aber das System ist echt kinderleicht“, betont die Fachfrau, die Wheelmap sehr schätzt. „Uns erleichtert das einfach die Arbeit“, berichtet sie über Angebote, die der Verein organisiert. In diesem Jahr sind es allein 16 Gruppenreisen, bei denen pflegebedürftige Menschen gut betreut und versorgt Urlaub machen können. „Da ist es wichtig, jedes Lokal vorher abzuklopfen, zum Beispiel ob es eine Rollstuhltoilette hat. Oder unüberwindbare Stufen“, sagt Susanne Hanowell.

Ähnliches gilt für Ausflüge – zum Beispiel eine Städtetour nach Münster . „Jeder, der auf den Rollstuhl angewiesen ist, freut sich über die Markierung. Sie hilft, sich zu orientieren, und sie erleichtert auch den Begleitern die Organisation einer Tour.“

Dabei gehe es nicht nur um rollstuhlgerechte Toiletten, auch die Zugänglichkeit von Gebäuden wie Kirchen, Museen, Banken und Geschäften ist für Betroffene ein wichtiger Hinweis.

Beim Freiwilligentag, so hofft sie, könne das Bewusstsein für dieses Thema geschärft werden: „Jeder, der seine Umgebung daraufhin unter die Lupe nimmt, kann sich auch nach dem Tag an der Pflege dieser Karte beteiligen“, möchte Susanne Hanowell erreichen, dass Menschen zum Beispiel auch bei Ausflügen oder Reisen selbst die Initiative ergreifen und Tipps und Hinweise auf wheelmap.org hinterlassen.

Darüber hinaus hat sie eine Hoffnung: „Wir würden uns freuen, Menschen für unsere Arbeit zu begeistern.“ „Urlaub und Pflege“ arbeitet mit einem Team von Ehrenamtlichen: „Sonst könnten wir die Eins-zu-Eins-Betreuung gar nicht gewährleisten.“ Schön wäre es, neue Begleiter zu finden, hoffen die Verantwortlichen. „Sie sollten gern mit Menschen zu tun haben, Zeit haben – und einen Rollstuhl schieben können.“

 

Zum Thema

Der 6. Freiwilligentag findet am 24. September (Samstag) statt. Über 40 Projekte sind dabei und hoffen auf Freiwillige, die anpacken – und die vielleicht Spaß daran haben, sich über diesen Tag hinaus ehrenamtlich zu engagieren. Anmeldungen sind möglich über die Homepage, telefonisch können Interessierte Kontakt aufnehmen unter der Rufnummer 492 5970.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4184605?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker