Der Rezepte-Erfinder
Martin Kintrup hat schon 34 Kochbücher geschrieben

Münster -

Manchmal steht Martin Kintrup hungrig in seiner Küche im münsterischen Kreuzviertel und weiß nicht, was er kochen soll. Das verwundert, denn halb Deutschland verlässt sich in genau dieser Situation auf seinen Rat: Martin Kintrup schreibt Kochbücher. 34 hat er bereits veröffentlicht mit rund 2000 verschiedenen Rezepten. Und das nächste ist schon in Arbeit.

Mittwoch, 03.08.2016, 13:42 Uhr aktualisiert: 03.08.2016, 19:01 Uhr
Martin Kintrup entwickelt Rezepte. 34 Kochbücher hat er bereits veröffentlicht.
Martin Kintrup entwickelt Rezepte. 34 Kochbücher hat er bereits veröffentlicht. Foto: Gunnar A. Pier

Dabei ist Martin Kintrup eigentlich gar kein Koch. Jedenfalls kein gelernter, und auch keiner mit eigener TV-Sendung. Deshalb prangt auf seinen Büchern zwar sein Name, nicht aber sein Konterfei – anders als bei Lafer, Lichter und Co.

Der 39-Jährige aus Grevens Ortsteil Reckenfeld fand eher zufällig den Weg in die Küche. „In meiner WG wurde relativ viel gekocht.“ Das gefiel ihm, deshalb suchte sich der damalige Student der Landschaftsökologie einen Job in einer Küche. Er fand ihn im vegetarischen Restaurant Café Prütt. „Da habe ich erst einfache Arbeiten gemacht, Salate vorbereiten und so“, erinnert er sich. Doch es dauerte nicht lange, bis er sich hoch gearbeitet hatte und eigene Küchenschichten übernehmen konnte.

Kochbuch-Autor Martin Kintrup

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  • Martin Kintrup stammt aus Greven-Reckenfeld.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Heute lebt Martin Kintrup in Münster.

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  • Aufs Schreiben von Kochbüchern kam Martin Kintrup eher durch Zufall.

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  • Martin Kintrup hat Landschaftsökologie studiert.

    Foto: Gunnar A. Pier

Buchverlag suchte nach einem Autor

Irgendwann überlegte Kintrup, was er noch aus seiner Kochleidenschaft machen könnte. „Dann habe ich mich einfach bei einem Verlag gemeldet. Ich habe gesagt, dass ich seit Jahren vegetarisch koche und gefragt, ob die nicht einen suchen, der Rezepte liefert.“ Der Zufall wollte es so: Der Verlag Gräfe und Unzer suchte tatsächlich gerade einen Autor für ein vegetarisches Kochbuch .

Kintrups Arbeitsproben überzeugten, und er bekam gleich einen Auftrag fürs ganze Buch „Vegetarisches aus aller Welt“ mit 90 Rezepten. Es wurde ein großer Erfolg – und zum Grundstein für seine neue berufliche Laufbahn. Inzwischen hat Martin Kintrup 34 Rezeptbücher veröffentlicht – vom „Studentenkochbuch vegetarisch“ über „1 Nudel – 50 Saucen“ und „Backen für Faule“ bis hin zum aktuellen „Burger Gold“.

Martin Kintrup entwickelt die Rezepte selbst

Für seine Bücher googelt Kintrup nicht etwa die besten „chefkoch.de“-Ideen zusammen, sondern entwickelt alle Rezepte selbst. „Ich versuche, bekannte Sachen neu zu kombinieren“, sagt er. Denn der gemeine Kochbuch-Kunde kann schon kochen, kennt viel – und freut sich über Weiterentwicklungen. Über Möhren-Ingwer-Falafel und Rindfleisch-Burger mit Ananas-Salsa.

Bevor Kintrup in seiner Küche im Kreuzviertel für Chaos sorgt, denkt er sich die Rezepte sprichwörtlich am Schreibtisch aus. Er überlegt, welche Klassiker im Buch stehen müssen, welche ungewöhnlichen Varianten und was gut zusammen passen könnte.

Burger-Bücher zu gewinnen

„Burger Gold“ heißt das jüngste Buch von Martin Kintrup. Es ist im ZS-Verlag erschienen. Über 40 Rezepte hat der Grevener dafür entwickelt – vom klassischen Hamburger über Variationen mit Lamm, Lachs und Geflügel bis zu Begleitern wie Chili-Zitrus-Maiskolben und exotischen Salaten. Wir verlosen drei Exemplare des „Burger-Gold“- Buchs. Um an der Verlosung teilzunehmen, brauchen Sie nur unter der Telefonnummer 0137 / 8 08 40 15 81 das Stichwort „Burger-Buch“ sowie Name und Adresse zu hinterlassen. Ein Anruf aus dem Festnetz kostet 50 Cent.

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Rezepte mit Pfiff

Was macht ein gutes Kochbuch-Rezept aus? „Es muss gut reproduzierbar sein. Es muss sich schnell in den Alltag integrieren lassen und darf nicht zu viele verschiedene Zutaten benötigen.“ Zugleich muss es irgendwie Pfiff haben: „Damit der Leser nicht sagt: Das kenn‘ ich doch schon!“

Nach der Theorie kommt die Praxis: „Wenn ich beispielsweise 80 Rezepte fertig habe, nehme ich mir vier Wochen Zeit, um zu kochen.“ Dann kauft Kintrup ein und bereitet bis zu fünf Gerichte pro Tag zu. Er probiert, ob die Rezepte funktionieren, isst und räumt wieder auf.

„Manchmal nehme ich mir kochfrei.“

Da geht die Liebe fürs feine Essen schonmal verloren: „Manchmal nehme ich mir kochfrei.“

Und dann kommt der Hunger. „Wenn ich mir etwas kochen möchte, bin ich manchmal etwas unkreativ“, gesteht Martin Kintrup. Und dann macht der Erfinder von 2000 originellen Rezepten sich plötzlich Kartoffeln mit Kohlrabi und Würstchen.

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