Deutsche Stiftung Denkmalschutz für Erhalt
„Abriss wäre unwiederbringlicher Verlust“

Münster -

In die Diskussion über die Zukunft der JVA hat sich nun auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz eingeschaltet. Man betrachte die Pläne des Landes, das „historisch bedeutende Gefängnis von 1848“ abzureißen, mit Sorge, betont die Leiterin des Ortskuratoriums, Sigrid Karliczek.

Donnerstag, 11.08.2016, 19:38 Uhr
Wie eine mittelalterliche Burg: Englische Gefängnisbauten dienten in Münster als Vorbild.
Wie eine mittelalterliche Burg: Englische Gefängnisbauten dienten in Münster als Vorbild.

Sie habe beobachtet, dass das Thema viele Münsteraner bewege – schließlich hätten sie in der Vergangenheit schon vielfach ein Gespür für historische Bausubstanz bewiesen und seien stolz auf ihre Stadt.

„Täglich melden sich bei mir besorgte Förderer und Freunde der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und betonen, dass sie sich für den Erhalt der JVA vehement einzusetzen bereit sind“, betont sie. Eine breite Beteiligung bei der Suche nach künftigen Nutzungsmöglichkeiten werde sich auf dieser Basis herstellen lassen, wenn Bauzustand und Sanierungsmöglichkeiten des Gefängnisses objektiv geklärt sind, hofft Karliczek .

Ein Abriss würde „einen unwiederbringlichen Verlust baukulturellen Erbes“ bedeuten. Sie betont, dass die münsterische JVA das älteste noch erhaltene preußische Zellengefängnis ist. Der Berliner Oberbaurat Carl Ferdinand Busse , Schüler Karl Friedrich Schinkels, hatte es nach dem Vorbild des Londoner Gefängnisses von Pentonville und des Berliner Gefängnisses Moabit , das in den 1950er-Jahren abgerissen wurde, erbaut.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4222111?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker