Neue Anlaufstelle für junge Flüchtlinge
„Angekommen“ auf der Baustelle

Münster -

NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann eröffnete am Freitag das Flüchtlings-Projekt „Angekommen“ im JAZ an der Kinderhauser Straße.

Freitag, 02.09.2016, 20:00 Uhr aktualisiert: 02.09.2016, 20:06 Uhr
Die beiden syrischen Schüler (v.l.) Shaha Haj Ali und Kawa Eibesh begrüßten ihre prominenten Gäste: NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann, Prof. Gunter Thielen (Walter-Blüchert-Stiftung), Dr. Marianne Ravenstein (Uni Münster), Ingrid Kramer (Stiftung) und Oberbürgermeister Markus Lewe.
Die beiden syrischen Schüler (v.l.) Shaha Haj Ali und Kawa Eibesh begrüßten ihre prominenten Gäste: NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann, Prof. Gunter Thielen (Walter-Blüchert-Stiftung), Dr. Marianne Ravenstein (Uni Münster), Ingrid Kramer (Stiftung) und Oberbürgermeister Markus Lewe. Foto: kb

„Angekommen in Münster “ lautete der Titel des Projektes, um das es ging. „Angekommen in Münster“, dafür standen auch Shaha Haj Ali und Kawa Eibesh – beide 16 Jahre alt, Flüchtlinge aus Syrien, Schüler am Berufskolleg.

Sie übernahmen an diesem Freitagnachmittag auf der – im wahrsten Sinne des Wortes – Baustelle im Jugendausbildungszentrum (JAZ) an der Kinderhauser Straße die Aufgabe, durch das Festprogramm zu führen und so prominente Gäste wie die NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann oder Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe zu begrüßen. Sie erledigten diese Aufgabe mit viel Adrenalin im Blut, aber auch einem erstaunlich guten Deutsch. Und das nach gut einem halben Jahr in der neuen Heimat.

Aufbruchstimmung

Worum geht es bei „Angekommen in Münster“? Die Landesregierung, die Walter-Blüchert-Stiftung, das münsterische Schulamt sowie die Uni Münster haben ein Programm aufgelegt, das sich an 15- bis 21-jährige Flüchtlinge an den münsterischen Berufskollegs richtet.

In den Räumen des von der Caritas getragenen JAZ entstehen derzeit neue Räume als „zentrale Anlaufstelle und außerschulischer Lernort für die jungen Flüchtlinge“, wie es offiziell heißt.

Schulministerin Löhrmann war regelrecht euphorisch, als sie die neue, noch im Aufbau befindliche Einrichtung besuchte und einweihte. „Hier ist eine richtige Aufbruchstimmung zu spüren“, so die Grüne. In der Flüchtlingspolitik gehe es endlich darum, „die Ärmel aufzukrempeln statt die Stirn zu runzeln“.

18-Jähriger beeindruckt Festgesellschaft

In die gleiche Richtung argumentierte Oberbürgermeister Lewe: „Wir sollten nicht über das reden, was nicht geht, sondern über das, was geht.“ Ein Projekt wie „Angekommen“ sei genau das richtige Signal gegen „dieses ständige Gemecker“. Die Pro-Rektorin der Uni, Dr. Marianne Ravenstein, erläuterte derweil die Rolle der Uni in dem Projekt. Zum einen, so Ravenstein, stehe den Flüchtlingen das Angebot des Hochschulsports offen, zum anderen sei Flüchtlingsarbeit inzwischen auch Bestandteil der Lehrerausbildung.

Bleibt noch nachzutragen, dass der 18-jährige Mohammed aus Syrien die Festgesellschaft beeindruckte. Der angehende Kaufmann wurde gefragt, was ihm noch schwer falle. Seine Antwort: „Die Sprache, die arabischen Zeichen sind ganz anders als die deutschen“. Wie zum Trost sagte Ravenstein: „Wir können auch kein Arabisch.“

Die energische Antwort von Mohammed: „Ich lebe aber jetzt in Deutschland.“

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