Fünf Windräder im Südwesten
Stadtwerke planen in Bauerschaften Loevelingloh, Wilbrenning und Raringheide

Münster -

In Regie der Stadtwerke Münster sollen fünf weitere, große Windräder in Münster entstehen. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte Dr. Dirk Wernicke, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke.

Dienstag, 13.09.2016, 19:46 Uhr aktualisiert: 14.09.2016, 08:25 Uhr
In Roxel betreiben die Stadtwerke dieses Windrad.
In Roxel betreiben die Stadtwerke dieses Windrad. Foto: ohw

Die Standorte befinden sich in den geplanten neuen Windvorrangzonen, allesamt im Südwesten des Stadtgebiets: zwei in der Bauerschaft Loevelingloh nördlich von Amelsbüren, zwei in der Bauerschaft Wilbrenning nahe der Golfanlage Haus Tinnen sowie einer in der Bauerschaft Raringheide südlich von Hiltrup und östlich von Amelsbüren.

Windräder bis zu einer Höhe von 180 Metern

Nach Auskunft von Wernicke liegen die Unterlagen für die fünf Windräder, die zwischen 150 und 180 Meter hoch sein werden, bei der Bezirksregierung. Parallel dazu will die Stadt Münster bis Ende des Monats die erforderlichen Windvorrangzonen verabschieden.

Die Stadtwerke gehen davon aus, dass bis zum 31. Dezember alle Genehmigungen vorliegen. Dieser Stichtag ist wichtig, weil sich „die Einspeisevergütung ab 2017 verändert“, so der Stadtwerke-Geschäftsführer. Sprich: Die Förderung und damit der wirtschaftliche Betrieb der Anlagen wird danach schlechter.

Keine Pläne in Sprakel, Häger und Sandrup

Zusammen mit der Genossenschaft „Unsere Münster-Energie“ betreiben die Stadtwerke bereits jetzt drei 150 Meter hohe Anlagen in Amelsbüren sowie in Roxel.

Interessanterweise wollen die Stadtwerke Münster nicht dort investieren, wo sich aktuell der Bürgerprotest in Sachen Windkraft konzentriert – und zwar in Sprakel, Häger und Sandrup. Langfristig schließt Dirk Wernicke nicht aus, „dass wir uns dort engagieren“. Aktuell sei aber nichts geplant.

Eklat im Umweltausschuss

Unterdessen endete am Dienstagabend die Beratung über die Windvorrangzonen im Umweltausschuss mit einem Eklat. Der Tagesordnungspunkt wurde abgesetzt, weil der FDP-Ratsherr Hans Varnhagen die erforderlichen Ratsunterlagen nicht erhalten hatte. Der SPD-Ratsherr Ludger Steinmann bemängelte, er habe die Unterlagen verspätet und dann auch noch gestückelt erhalten. Üblich ist, dass die für eine Sitzung erforderlichen Papiere eine Woche vorher die Ausschussmitglieder erreichen. Diese Frist wurde nicht eingehalten. Der GAL-Ratsherr Gerhard Joksch wollte trotz dieser misslichen Umstände über das Konzept diskutieren und auch abstimmen, scheiterte damit aber.

Der zuständige Dezernent Matthias Peck entschuldigte sich für die Panne der Stadtverwaltung, wies aber auch darauf hin, dass die Unterlagen „seit dem 5. September vollständig im Internet abgelegt sind“.

Nach dem Eklat im Umweltausschuss muss die erforderliche Beratung jetzt im Planungsausschuss stattfinden, der am 22. September tagt. Der Rat entscheidet am 28. September.

Mögliche Standorte für Windräder

In diesen Bereichen möchte die Stadt künftig den Bau vorn Windrädern zulassen:

► Nördlich von Sprakel

► Nördlich und östlich von Häger

► Rund um die Siedlung Sandrup

► Bereich Haskenau östlich von Gelmer

► Bauerschaft Kreuzbach nördlich von Wolbeck

► Bauerschaft Niederort südlich von Albachten

► Standorte am Autobahnkreuz Münster-Süd

► Bauerschaft Loevelingloh nördlich von Amelsbüren

► Bauerschaft Wilbren­ning (Haus Tinnen)

► Bauerschaft Raringheide östlich von Amelsbüren

► Bauerschaft Sudhoff westlich von Amelsbüren

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