Wenig Platz für neuen Fußballplatz
Standortfrage für Stadion bringt Stadt und Preußen in Bedrängnis

Münster -

Von wegen, so schnell schießen die Preußen nicht. Bei der Präsentation der neue Führungsmannschaft überraschte der Fußball-Drittligist mit klaren Aussagen zu seiner ehrgeizigen Stadionplanung – zur großen Überraschung der Politik, die bis Donnerstagnachmittag davon ausgegangenen war, dass das städtische Stadion an der Hammer Straße sukzessive modernisiert und mit neuen überdachten Tribünen zweitligatauglich wird. Ein Kommentar.

Samstag, 15.10.2016, 12:00 Uhr
Das alte Preußen-Stadion an der Hammer Straße
Das alte Preußen-Stadion an der Hammer Straße Foto: ohw

Die Zweite Liga ist seit Donnerstag nur noch das mittelfristige Ziel. Langfristig soll es die erste Bundesliga sein. Sagt das neue Präsidiumsmitglied Walther Seinsch . Der Schlüssel für den sportlichen Erfolg soll der Bau eines Fußballstadions sein. Für 40. 000 Zuschauer, Kostenpunkt 80 Millionen Euro .

Alles doppelt so groß und vielfach teurer als geplant. Wie das finanziert werden soll, ließ Seinsch leider offen. Nur soviel: Der Textil-Unternehmer (früher Takko) wird selbst kein Geld in das Vorhaben stecken. „Dazu bin ich nicht in der Lage“, sagt Seinsch, „ich kann aber wie in Augsburg dazu beitragen, den SCP bei Investoren bekannt zu machen.“

Das ist die Führungsmannschaft des SCP

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  • Neues Führungsduo im Preußen-Präsidium: SPD-Politiker Christoph Strässer (l.) und Unternehmer Walther Seinsch.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Aus der alten Führungsriege - v.l.: Carsten Gockel (Sportvorstand), Uwe Landheer (Vorstand Liegenschaften), Georg Krimphove (Präsident), Siggi Höing (Vorstand, Sponsoren), Thomas Bäumer (Aufsichtsratschef) und Mike Schmitz (Vorstand Finanzen) - sind nur zwei Personen übrig geblieben:

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Siggi Höing, der weiterhin für Sponsoren zuständig ist und...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ...Carsten Gockel, der den Vorstand allerdings verlässt und nur noch als Geschäftsführer arbeiten wird.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Christoph Strässer führt künftig das Preußen-Präsidium.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Auch Unternehmer Walther Seinsch ist jetzt neu im Vorstand und zuständig fürs Sportliche und das Stadionprojekt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der bisherige Jugendkoordinator Bernd Niewöhner rückt in den Vorstand auf und kümmert sich weiter um den Nachwuchsbereich.

    Foto: Wilfried Hiegemann
  • Außerdem neu im Vorstand: Martin Jostmeier (2.v.l.), stellvertretender Geschäftsführer des Handwerkerbildungszentrums, ist zuständig für Finanzen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fabian Roberg hatte nur eine kurze Amtszeit als Preußen-Aufsichtsrats-Chef. Am 20. November 2016 kündigte der Unternehmer aus Münster seinen Rücktritt an.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stellvertreter ist weiter Michael Klein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Prominenter Neuzugang im Aufsichtsrat: Ex-Profi und -Nationalspieler Christoph Metzelder. Er soll in allen sportlichen Angelegenheiten beraten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Um das gleiche Feld soll sich auch Jochen Terhaar kümmern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Diese zehn Männer bilden am 14. Oktober den neuen Aufsichtsrat der Preußen: (v.l.) Marc Zahlmann, Jürgen Becker (neu, Steuerberater), Frank Rheinboldt, Fabian Roberg, Michael Klein, Frank Westermann (neu, Anwalt), Wilhelm Schwellenbach, Christoph Metzelder (neu), Jochen Terhaar (neu) und Werner Bisplinghoff.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die neue Führungsriege hat hohe Ziele.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Der Preußen-Traum

In Augsburg wurde unter Seinsch ein Fußballmärchen wahr. Mit dem neuen Stadion stieg der Verein in die erste Liga auf. Davon träumen auch die Preußen. 53 Millionen Euro hat die WWK-Arena in Augsburg gekostet. 15 Millionen Euro hat die Stadt gezahlt, fünf Millionen das Land Bayern, 18 Millionen teilen sich zwölf Investoren, und 15 Millionen an Krediten zahlt der Verein weiterhin ab.

22 Hektar für einen Stadion-Neubau

Und in Münster ? Die Stadt soll gar nichts zahlen, nur das passende Grundstück stellen. Wohl kostenlos. 22 Hektar sollen es sein, das für einen Stadion-Neubau an der Nieberdingstraße vorgesehene Areal ist nur halb so groß. Trotz der guten Infrastruktur dort, soll ein größerer Bauplatz her. Den aber hat Münster, das aus allen Nähten platzt, in der Größe nicht. Schon gar nicht umsonst. Und selbst wenn, hätte dort Wohnbebauung Priorität, hört man Politiker sagen. Schließlich fehlt Münster mit über 300 000 Einwohnern angesichts der Wohnraumnot und hohen Mieten ein ganzer Stadtteil.

Neues Preußen-Stadion

Stadion an der Hammer Straße bald Baugebiet?

Eine Option könnte die Hammer Straße werden. Wenn sich die Preußen entschließen, in einer neuen Arena auf der grünen Wiese vor den Toren der Stadt zu kicken, könnte das alte Stadion ein Baugebiet werden. Die CDU denkt bereits laut darüber nach. Zweigleisig in der Stadionfrage zu fahren, kann sich die Stadt Münster finanziell nicht leisten. Aber bitte nicht vergessen: Der SCP gehört zu Münster!

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