Schaurig-schön
Halloween-Spaß ohne Gruselclowns

Münster -

Die Kinder verzichteten am Montagabend bei ihren Halloween-Rundgängen weitgehend auf die Gruselclown-Masken. Bis zum Abend meldete die Polizei keine besonderen Vorkommnisse.

Montag, 31.10.2016, 21:55 Uhr aktualisiert: 31.10.2016, 21:57 Uhr
Fertig für den Halloween-Rundgang präsentieren sich diese kleinen Gruselgestalten in Hiltrup-West.
Fertig für den Halloween-Rundgang präsentieren sich diese kleinen Gruselgestalten in Hiltrup-West. Foto: hpe

Bei Familie Schmitz in Hiltrup-West sieht es schon am Montagnachmittag aus wie in einem Gruselkabinett. Emma (10) und ihre Schwester (13) haben beschlossen, den Geburtstag vom Juli erst jetzt so richtig mit den Klassenkameradinnen aus der Fünften vom Kardinal-von-Galen-Gymnasium zu feiern und bei der privaten Hexenparty soll es natürlich schaurig-schön zugehen.

Die Verpflegung

Das fängt mit der Verpflegung für einen langen Halloween-Abend an. Aus Biskuitteig gebackene Finger, der Nagel ist ein Stück Mandelsplitter, fixiert mit einem schwarzen Schokoguss. Wer nicht auf abgehackte Gliedmaßen steht, kann an Höllenkäfer-Keksen naschen oder vielleicht die Glibberwürmer aus Wackelpudding genießen. Und damit keiner der Vampire, Hexen oder Fledermäuse schlapp macht, gibt es einen „Überlebenspunch“. Was genau drin ist in dem Glasgefäß, das zwischen leuchtenden Totenköpfen auf der Spinnentischdecke an der langen Gruseltafel steht, wird nicht verraten. „Schmeckt cool, auch wenn kein echtes Blut drin ist“, meint Emma.

Kinder ziehen um die Häuser

Um 18 Uhr wird die Tafel des Grauens aufgelöst, die elf Kinder ziehen ihre Umhänge an, setzen die rot blinkenden Teufelshörner auf und schlüpfen in das Skelettkostüm. Gemeinsam mit Mama Daniela Schmitz, die sich als Großspinne verkleidet hat, ziehen die Kinder um die Häuser. „Süßes oder Saures“ ist die Devise, eine Clownsmaske hat niemand auf. „Das war uns in diesem Jahr einfach zu kritisch“, meint die Mama. nach der Runde steht noch ein Lagerfeuer im Garten an Virginia-Woolf-Weg auf dem Programm, Marshmallows werden geröstet, und gegen 21 Uhr ziehen sich die kreativ-dunkel verkleideten Gestalten in ihre Hexenstuben daheim zurück.

Ein paar Kilometer weiter, an einer Stichstaße, grillen die Nachbarn im Vorgarten. „So haben wir nebenbei auch im Blick, wer vielleicht Eier werfen will oder richtig Ärger provozieren möchte. Für die ist hier kein Platz“, meint Joseph Hansengarn.

Unschöne Erinnerung an Halloween 2015

Schon lange bevor die ersten Gruselclowns bekannt wurden, haben Vampire und Vogelscheuchen an Halloween 2015 in dem Viertel für Unruhe gesorgt und kleine Kinder erschreckt. „Das geht gar nicht“, meint der Familienvater.

Bereits am Samstag versuchte ein Gruselclown, eine 33-jährige Frau auf der Metzer Straße zu erschrecken. Mehr als ein „Buh“ kam dabei aber nicht heraus , so die Polizei. Der Unbekannte ist flüchtig. Ebenso verschwand ein als Gruselclown Kostümierter, der am Montagabend im Bereich Coerdemarkt mit einem Hammer Passanten erschreckte.

Außer ihm meldete die Polizei am Abend keine besonderen Vorkommnisse in Sachen Halloween. In den Clubs gab es am Abend zwar kein Gruselclownmasken-Verbot. Wer aber zur Halloween-Party gehen und auf die Horrorverkleidung nicht verzichten wollte, wurde vom verstärkten Sicherheitspersonal genau kontrolliert.

Halloween
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Tipps der Polizei für einen friedlichen Halloween-Abend:

  • Bedenken Sie, was Sie bei anderen Menschen auslösen können, wenn Sie diese als "Gruselclown" erschrecken. Verzichten Sie lieber auf Kostüme und erst recht auf Aktionen, die von anderen Menschen als Gefahr bewertet werden könnten.
  • Reagieren Sie gelassen und gehen Sie als "Opfer von Halloween-Scherzen" einer empfundenen Gefahr aus dem Weg. Rufen Sie die Polizei, wenn die Grenze vom harmlosen Kinderstreich zur Straftat überschritten ist.
  • Ganz abgesehen vom "Gruselclownthema" möchte die Polizei darauf hinweisen, dass auch andere Halloween-Streiche Straftaten darstellen können und konsequent verfolgt werden. Wer beispielsweise einen Briefkasten mit Feuerwerkskörpern  sprengt, Autos oder Hausfassaden mit Farbe besprüht oder mit Eiern bewirft, muss mit einer Strafanzeige rechnen. Denn solche Streiche können Sachbeschädigungen darstellen.
  • Eltern sollten mit ihren Kindern ganz gezielt über die möglichen Gefahren und Konsequenzen sprechen. Zeigen Sie Ihren Kindern an Beispielen auf, wo der Spaß aufhört und der Ernst beginnt, damit es nicht zu unangenehmen Folgen kommt.
Gruselclown-Hysterie

Leider kann mittlerweile von einer regelrechten Gruselclown-Hysterie die Rede sein. Dies belegen beuspielsweise ein Fall aus Borken, bei dem Kinder auf dem Weg zur Schule vor einem Friedhofsmitarbeiter flüchteten, weil sie ihn für einen Horrorclown hielten und viele Kommentare in einem Bocholter Internetportal anlässlich eines gefälschten Fotos. Die derzeitige Clownhysterie beruht überwiegend auf gefälschten Videos oder Fotos, teilweise wurden auch Videos aus dem Zusammenhang gerissen und irreführend kommentiert.

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Auch andere Halloween-Scherze können Straftaten darstellen

Egal warum - es ist Fakt, dass bei vielen Menschen ein Unbehagen, vielleicht sogar Angst rund um die "Horrorclownmania" besteht.
Vor diesem (bedauerlichen) Hintergrund der aktuellen Entwicklung weist die Polizei darauf hin, dass manche Halloween-Scherze  Straftaten darstellen können.

Das reine Tragen einer Clownmaske ist natürlich nicht strafbar, wenn Personen allerdings durch das Erschrecken zu Schaden kommen, kann dies anders aussehen. Wer andere bedroht oder gar verletzt, begeht ohnehin eine Straftat, egal ob kostümiert oder nicht.

Die Polizei wird Straftaten konsequent verfolgen, nach Möglichkeit verhindern und appelliert an die Vernunft der Halloween-Gemeinde wie auch der von möglichen Scherzen betroffenen Menschen.

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