Entsorgung in Münster
Müllgebühren bis 2019 stabil

Münster -

Die kommunalen Abfallgebühren bleiben bis 2019 stabil. Die Wertstofftonne soll ab 2017 die Gelben Säcke ersetzen, und mehr Personal muss auch eingestellt werden, weil die Einwohnerzahl wächst.

Donnerstag, 10.11.2016, 07:00 Uhr
Die Gebühren für die Müllabfuhr werden in Münster erst 2019 erhöht. Weil Restmüll, Grünschnitt und Bioabfälle in der eigenen Behandlungsanlage in Coerde entsorgt werden, sparen die Abfallwirtschaftsbetriebe Kosten ein. Dazu kommen Mehreinnahmen aus Behältergebühren, weil die Einwohnerzahl wächst.
Die Gebühren für die Müllabfuhr werden in Münster erst 2019 erhöht. Weil Restmüll, Grünschnitt und Bioabfälle in der eigenen Behandlungsanlage in Coerde entsorgt werden, sparen die Abfallwirtschaftsbetriebe Kosten ein. Dazu kommen Mehreinnahmen aus Behältergebühren, weil die Einwohnerzahl wächst. Foto: hpe

Die Abfallgebühren in Münster werden zumindest bis Ende 2018 nicht erhöht, die Wertstofftonne soll ab dem kommenden Jahr den Gelben Sack ablösen und Personal-Entlassungen wird es bei den Abfallwirtschaftsbetrieben (AWM) nicht geben, obwohl die städtische Tochter den Auftrag zur Abfuhr der Gelben Säcke an den privaten Entsorgungs-Konkurrenten Remondis verloren hat.

„Wir stellen sogar neue Mitarbeiter ein“, verkündete AWM-Chef Patrick Hasenkamp am Mittwoch bei der Vorstellung des Wirtschaftsplans für 2017. Weil Münster wächst, fällt auch mehr Müll an. Pro 5000 Neubürger muss ein zusätzliches Team (Fahrer, Lader plus Fahrzeug) angeschafft werden. „Reviere kommen neu hinzu andere werden vergrößert“, so Hasenkamp. Unter dem Strich geht die Rechnung aber auf, weil es auch deutliche Mehreinnahmen aus den Behältergebühren gibt. Pro Einwohner fallen im Jahr im Durchschnitt 460 Kilogramm Müll an, die Recyclingquote liegt inzwischen bei 80 Prozent.

Gebührenanhebung 2019

Mehrausgaben werden auch deshalb aufgefangen, weil die AWM seit Mitte 2015 den Restabfall in Eigenregie behandeln und ab 2017 mit einer modernisierten Vergärungsanlage an der Deponie Coerde auch in der Lage sein werden, die Bio- und Grünabfälle zu entsorgen. Fremdfirmen müssen nicht mehr beauftragt werden.

2019 wird man aber um eine Gebührenanhebung im „oberen einstelligen Bereich“ (Hasenkamp) nicht mehr herumkommen. Die AWM müssen dann höhere Summen für die Rekultivierung und Nachsorge der Deponie sowie Pensionszahlungen zurücklegen, als ursprünglich geplant. Ursache dafür ist laut Hasenkamp die negative Zinsentwicklung. Bereits gebildete Rücklagen bringen nicht mehr die ursprünglich erhofften Zinserträge.

Vorwiegend 120 Liter-Tonnen

Die seit Jahren geplanten Wertstofftonnen soll kommen, sobald die NRW-Landesregierung 2017 das modifizierte Verpackungsgesetz verabschiedet hat. Dann darf die Stadt auch kleinere Tonnen aufstellen.

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Bislang bietet das Duale System Deutschland nur voluminöse 240 Liter-Gefäße bei vierwöchiger Abfuhr an. Für Münster auch wegen fehlender Stellmöglichkeiten in vielen Haushalten eher ungeeignet, so Hasenkamp. Um die hohen Qualitätsstandards halten zu können, sollen in Münster vorwiegend 120 Liter-Tonnen aufgestellt und im 14-tägigen Rhythmus geleert werden.

Um den Bürgern das perfekte Entsorgen zu erleichtern, wird es ab Herbst 2017 an der Deponie in Coerde einen „Abfallpädagogischen Lehrpfad“ geben. „Für Schulklassen und andere Interessierten“, so AWM-Sprecherin Manuela Feldkamp.

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