Brandanschläge auf Hiltruper Flüchtlingsheim
„Es war ganz klar ein fremdenfeindliches Motiv“

Münster -

Der Prozess um zwei Brandanschläge auf eine Flüchtlingsunterkunft an der Hiltruper Westfalenstraße geht dem Ende entgegen. Der Staatsanwalt sprach sich für mehrjährige Haftstrafen für beide Angeklagten aus.

Freitag, 18.11.2016, 15:41 Uhr aktualisiert: 18.11.2016, 16:25 Uhr
Der Hauptangeklagte (l.) und sein Verteidiger bestreiten einen fremdenfeindlichen Hintergrund.
Der Hauptangeklagte (l.) und sein Verteidiger bestreiten einen fremdenfeindlichen Hintergrund. Foto: Friso Gentsch (dpa)

Mit Geständnissen der beiden Angeklagten hatte der Prozess um zwei Brandanschläge auf eine noch leerstehende Hiltruper Flüchtlingsunterkunft begonnen. Am zweiten Verhandlungstag vor dem Landgericht drehte sich nun alles um zwei Fragen: Waren die Taten fremdenfeindlich? Und wie viel lässt sich auf den Alkohol schieben?

Ein Neuanfang

Keine Rückendeckung gab es dabei von der hinzugezogenen Psychologin. Sie attestierte dem 25 Jahre altem Mittäter zwar eine frühe Alkoholkarriere. Dass er zum Tatzeitpunkt gleich mehrere Flaschen Schnaps intus gehabt haben soll, kauft sie dem Mitangeklagten jedoch nicht ab. Weil er ausschließlich beim ersten Anschlag dabei war und letztendlich doch gestanden hatte, forderte die Staatsanwaltschaft in ihrem Schlussplädoyer eine niedrigere Haftstrafe als für den Haupttäter. Fast drei Jahre. Seine Verteidigerin hofft auf ein milderes Urteil. Der 25-Jährige sei nach dem Krebstod seines Vater abgerutscht. „Wir können ihn jetzt auf das richtige Pferd hieven.“ Seine Familie saß im Gerichtssaal und will den Angeklagten beim Neuanfang unterstützen.

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Anschlag auf geplante Flüchtlingsunterkunft in Hiltrup

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  • Eine im Bau befindliche Flüchtlingsunterkunft in Hiltrup wurde schwer beschädigt.

    Foto: Oliver Werner
  • Sozialdezernentin Cornelia Wilken und Feuerwehrdezernent Wolfgang Heuer besichtigen die Brandstelle.

    Foto: Oliver Werner
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Der Haupttäter soll nach Willen der Staatsanwaltschaft für beide Anschläge zu insgesamt fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt werden. „Von diesem Verfahren muss ein Signal ausgehen, dass wir solche Taten in Deutschland nicht haben wollen.“ Die Brandanschläge seien zwar nicht rassistisch begründet, hatten „aber ganz klar ein fremdenfeindliches Motiv“. Das bestreitet sein Verteidiger. Sein Mandat habe schließlich zahlreiche ausländische Freunde und eine Freundin mit marokkanischen Wurzeln. Den verursachten Millionenschaden wird der Angeklagte wohl sein Leben lang abbezahlen müssen.

Brandanschlag auf geplante Flüchtlingsunterkunft

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  • Brandanschlag auf geplante Flüchtlingsunterkunft Foto: Matthias Ahlke
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  • Brandanschlag auf geplante Flüchtlingsunterkunft Foto: Matthias Ahlke
  • Brandanschlag auf geplante Flüchtlingsunterkunft Foto: Matthias Ahlke

Beide Täter sind vorbestraft

Beide Täter standen zum Tatzeitpunkt bereits unter Bewährung. Der 23-Jährige Hauptangeklagte hatte auf der Preußentribüne einen Polizisten mehrfach bespuckt und sich bei anderer Gelegenheit mit Fußballfans geprügelt. Die Verlesung der Vorstrafen dauert viele Minuten – Drogenbesitz, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Beleidigungen.

Urteil

Das Gericht verkündet sein Urteil am 30. November.

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