Hinter den Kulissen
Tatort-Komparse für einen Tag

Einmal beim beliebten Münster-"Tatort" hinter die Kulissen gucken - wer hat sich das noch nicht gewünscht? Julian Friebel, 23, Student in Münster, hatte hierfür Anfang November letzten Jahres die Gelegenheit. Als Komparse beim neuen Tatort „Klappe zu, Affe tot“ konnte er exklusive Einblicke in die Dreharbeiten erhalten.

Dienstag, 07.02.2017, 07:00 Uhr aktualisiert: 07.02.2017, 07:02 Uhr
Hinter den Kulissen : Tatort-Komparse für einen Tag
Axel Prahl und Friederike Kempter bei den Dreharbeiten zu "Klappe zu, Affe tot" Foto: Oliver Werner

Auf dem Platz des Westfälischen Friedens, im LWL-Museum und in der Königsstraße in Münster hätte man am 7. November 2016 mit viel Glück einen Blick auf die Dreharbeiten zum neuen Tatort „Klappe zu, Affe tot“ - mit dem beliebten Duo Kommissar Thiel (Axel Prahl) und Rechtsmediziner Professor Boerne ( Jan Josef Liefers ) - erhaschen können.

Julian Friebel , Student der Kommunikationswissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität , war hautnah dabei und hat die Dreharbeiten als Komparse miterlebt. "Seitdem ich hierher gezogen bin, war es mein Ziel, einmal in meinem Lieblings-Tatort mitzuspielen", sagt Friebel, der vor drei Jahren in die Domstadt gezogen ist.

Gesagt, getan: Nach einem Aufruf der Agentur Eick geht er mit über 1000 Bewerbern zum Casting ins Cineplex und hat Glück: Er wird in die Kartei der Agentur aufgenommen. Ein halbes Jahr später trudeln erste Komparsen-, Nebenrollen- und Kleindarsteller-Angebote ein. Und im vergangenen Herbst kann er sich endlich seinen Wunsch erfüllen.

Ankunft am Set

Am 7. November 2016 ist es dann endlich soweit. Bereits um 7 Uhr morgens erscheint Friebel mit mehreren unterschiedlichen Outfits am LWL-Museum. "Eine Vorbereitung war nicht nötig, ich sollte ja keine Sprechrolle übernehmen", sagt Friebel. Zunächst gibt es dann für die knapp 30 Statisten unterschiedlichster Altersklassen zur Stärkung vor dem Drehtag ein Frühstück. 

Im Anschluss folgt das Briefing für seine Rolle als Café-Besucher und Passant vor dem münsterischen Rathaus: Anweisungen für Laufwege, das Timing während der Szene sowie der geforderten Mimik und Gestik.

Dreharbeiten für den Münster-Tatort „Klappe zu, Affe tot“

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  • „Klappe zu, Affe tot“ Foto: Oliver Werner
  • „Klappe zu, Affe tot“ Foto: kal
  • „Klappe zu, Affe tot“ Foto: Oliver Werner
  • „Klappe zu, Affe tot“ Foto: Oliver Werner
  • „Klappe zu, Affe tot“ Foto: Oliver Werner
  • „Klappe zu, Affe tot“ Foto: Oliver Werner
  • „Klappe zu, Affe tot“ Foto: Oliver Werner
  • „Klappe zu, Affe tot“ Foto: Oliver Werner

Verfolgungsjagd im LWL-Museum

Los geht es im Café im LWL-Musuem. Die Regieassistenten verteilen für die Szene die Kleindarsteller auf ihre Positionen, geben schnell noch ein paar weitere Anweisungen und dann wird gedreht. Ein Mann rennt durch das Café, gefolgt von Kommissar Thiel; die Komparsen drehen sich erschrocken nach beiden um.

"Wir mussten muxmäuschstill sein. Unsere Aufgabe war es, sprechende Café-Besucher mit Gestik und Mimik darzustellen", sagt Friebel. Die Stimmen der Hauptdarsteller sollen eben nicht durch Nebengeräusche gestört werden. Insgesamt dauert es fast eine Dreiviertelstunde bis die Szene - nach mehreren Wiederholungen und Korrekturen - im Kasten ist. Dann: Kamera aus und Ton an für die Hintergrundgeräusche. "Nach so langem Schweigen plötzlich zu reden, hat unter den Komparsen zu vielen Lachern geführt", ergänzt der 23-Jährige.

Zurück im Aufenthaltsraum heißt es dann warten. Zwei Stunden, die mit Kaffee und Kuchen versüßt werden, dann steht der nächste Einsatz vor dem Rathaus am Prinzipalmarkt an. Die Zeit vergeht wie im Flug, auch diese Szene ist geschafft. Ein paar Unterlagen ausfüllen, sich noch von allen verabschieden. Friebels Fazit? "Es war definitiv ein einmaliges und interessantes Erlebnis, dabei sein zu dürfen".

Nette Teammitglieder und Darstellerkollegen hatten trotz des schlechten Wetters gute Laune und eine Menge Spaß an ihrer Arbeit und sorgten damit für die lockere Atmosphäre am Set. "Für genügend Lacher sorgten dabei die kleine Pannen beim Dreh oder die Versprecher der Darsteller", erinnert sich Friebel. Und mit ihm freuen sich bestimmt wieder mehr als zehn Millionen Zuschauer das Ergebnis dann - voraussichtlich am 2. April 2017 - in der ARD bewundern zu dürfen.

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