Debatte über Sozialwohnungen
Die Quote gilt nicht immer

Münster -

Eigentlich sollte es im Planungsausschuss „nur“ darum gehen, den Architekturentwurf für das neue Gebäude an dem alten Gelände der Versöhnungskirche am Ring zur Kenntnis zu nehmen. Weitaus mehr als für die vorgelegte Architektur der Architektinnen Sielke Schwager und Maike Holling vom Büro MSHS interessierten sich die Ausschussmitglieder aber dafür, ob die inzwischen übliche 30-Prozent-Regel beim Nachweis von Sozialwohnungen jetzt auch für die geplanten 33 Wohnungen an diesem Standort gelten.

Samstag, 04.02.2017, 16:00 Uhr
Die Versöhnungskirche am Ring auf deren Gelände nun neue Wohnungen entstehen sollen.
Die Versöhnungskirche am Ring auf deren Gelände nun neue Wohnungen entstehen sollen. Foto: Matthias Ahlke

Der städtische Dezernent Siegfried Thielen versicherte, dass man in dieser Angelegenheit mit dem Investor, dem städtischen Unternehmen Wohn- und Stadtbau , reden werde. Eine rechtliche Verpflichtung, die 30-Prozent-Quote einzufordern, bestehe an dieser Stelle aber nicht, da kein Bebauungsplan geändert werde.

Die Verpflichtungen zur „sozial-gerechneten Bodennutzung“, wie es offiziell heißt, gelten nur, wenn das erforderliche Baurecht über einen Bebauungsplan geschaffen werden muss.

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Sodann drängten Reinhard Scholz von den Grünen und Thomas Fastermann von der SPD darauf, dass man die Wohn- und Stadtbau in die Pflicht nehmen müsse. „Wenn wir an dieser Stelle ein Tor offen lassen, kriegen wir es auch an anderen Stellen nicht mehr zu“, so Scholz.

Thielen sicherte entsprechende Gespräche mit der Wohn- und Stadtbau zu, wies aber noch einmal auf die Rechtslage hin, die an dieser Stelle keinen Automatismus vorsehe.

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