Stadt plant Sanierungsmaßnahmen
Kopfsteinpflaster wird zum Sanierungsfall

Münster -

Prinzipalmarkt, Bogenstraße, Alter Steinweg: An etlichen Stellen in der Altstadt besteht beim historischen Kopfsteinpflaster Sanierungsbedarf. Die Verwaltung bereitet nun die ersten Maßnahmen vor.

Dienstag, 07.02.2017, 07:00 Uhr aktualisiert: 07.02.2017, 14:45 Uhr
Das Kopfsteinpflaster in der Altstadt ist an vielen Stellen nicht mehr im allerbesten Zustand. Hier eine Aufnahme vom Prinzipalmarkt.
Das Kopfsteinpflaster in der Altstadt ist an vielen Stellen nicht mehr im allerbesten Zustand. Hier eine Aufnahme vom Prinzipalmarkt. Foto: Oliver Werner

Am Schlimmsten steht es um die Bogenstraße . „Das geht den Bach runter“, sagt Jörn Ludwig vom städtischen Tiefbauamt. An einigen Stellen hätten sich bereits Hohlräume gebildet. „Wenn Busse vorbeifahren, merkt man richtig, wie es wippt.“

Die historischen Kopfsteinpflaster auf dem Prinzipalmarkt und am Alten Steinweg seien zwar in besserem, aber keineswegs in gutem Zustand. Wie an der Bogenstraße stehen auch hier in nächster Zeit Sanierungsarbeiten an.

Kopfsteinpflaster in Münster

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  • Das Kopfsteinpflaster in Münsters Altstadt ist an vielen Stellen nicht mehr im allerbesten Zustand. So wie hier am Alten Steinweg...

    Foto: Oliver Werner
  • ...am Spiekerhof und....

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  • ...auf dem Prinzipalmarkt.

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  • Gerade für Radfahrer kann Kopfsteinpflaster ein unangenehmer Untergrund sein, das...

    Foto: Werner
  • ...Fahrvergnügen der Radler leidet darunter.

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Voraussichtlich im kommenden Jahr soll der Straßenabschnitt Bogenstraße/Spiekerhof saniert werden – von der Einmündung der Neubrückenstraße bis zur Aa punktuell, von der Aa bis zur Schlaunstraße „wahrscheinlich komplett“, wie Ludwig betont. Er rechnet mit einer dreimonatigen Vollsperrung.

Sanierungsmaßnahmen

Ende 2017 oder Anfang 2018 will sich das Tiefbauamt dann auch um den Alten Steinweg kümmern – auf ganzer Länge, von der Asche bis zum Mauritztor. Die Fugen sollen saniert werden, Pflasterarbeiten sind wohl nur punktuell nötig. Ludwig vermutet, dass die Arbeiten mehrere Wochen dauern werden. Ob es auch hier eine Vollsperrung geben wird, sei noch nicht heraus.

Prominentester Sanierungsfall in der Innenstadt ist der Prinzipalmarkt. Der Leiter des Tiefbauamtes, Michael Grimm , erinnert sich noch gut an ein Interview, das er unserer Zeitung 2010 gegeben hat. „Damals habe ich gesagt: Bis 2018 ist der Prinzipalmarkt dran.“ Diese Prognose sei inzwischen hinfällig – zugleich betont Grimm, dass sich der Zustand des Prinzipalmarktes seit 2010 nicht verschlechtert habe. Obwohl an manchen Stellen inzwischen zentimetertiefe und -breite Lücken zwischen den Steinen klaffen, meint Grimm: „Das geht noch.“

Noch, aber nicht mehr allzu lange. „2030 wird das aktuelle Pflaster nicht mehr liegen“, ist er überzeugt. Sollte allerdings einer der tief unter dem Pflaster liegenden, mehr als 100 Jahre alten Kanäle seinen Geist aufgeben, dann könnte mit einem Mal alles ganz schnell gehen. Auf diesen Fall sei man vorbereitet, betont Grimm.

„Riesenprojekt“ kündigt sich an

Ist es dann, früher oder später, so weit, dann müsse der gesamte Prinzipalmarkt neu gebaut werden, da die aktuelle Bauweise allen Straßenbauregeln widerspreche. Damit das Regenwasser, das derzeit vor allem in den Fugen versickert, nach der Sanierung vernünftig abfließen kann, müsse zudem die Wölbung des Prinzipalmarktes vergrößert werden. Die Mitte würde dann nicht mehr 20, sondern 40 Zentimeter höher liegen als der Straßenrand.

Es sei ein „Riesenprojekt“, das da auf Münster zukomme, sagt Grimm. Ein Jahr Kanalbauarbeiten, ein weiteres Jahr Straßenbauarbeiten, Kosten in Millionenhöhe – für ihn steht fest, dass das nur in enger Zusammenarbeit mit Bürgern, Kaufleuten und Politik gehen wird.

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