Schließung von Wasserwerken
Pumpen werden nicht abgestellt

Münster -

Die Stadtwerke werden auch länger als die bislang genannten 30 Jahre nach der Schließung des Wasserwerks Geist dort Grundwasser abpumpen, um den Pegel auf einem „unkritischen Stand“ für die rund 700 betroffenen Häuser in Berg Fidel/Vennheide und im Norden Hiltrups zu halten. Das sicherten Stadt und Stadtwerke den Anwohnern in einer Informationsveranstaltung zu.

Samstag, 11.02.2017, 06:00 Uhr aktualisiert: 11.02.2017, 06:03 Uhr
Stadtwerke-Technikchef Dr. Dirk Wernicke erläuterte den rund 100 Interessierten in der Stadthalle Hiltrup das Zukunftskonzept für die Wasserversorgung in Münster. Die Schließung der kleinen Wasserwerke Geist und Kinderhaus sei „alternativlos“.
Stadtwerke-Technikchef Dr. Dirk Wernicke erläuterte den rund 100 Interessierten in der Stadthalle Hiltrup das Zukunftskonzept für die Wasserversorgung in Münster. Die Schließung der kleinen Wasserwerke Geist und Kinderhaus sei „alternativlos“. Foto: hpe

Es gibt kein Zeitlimit für das Abpumpen des Grundwassers nach der geplanten Schließung des Wasserwerks Geist. „Wenn nötig werden wir auch nach 30 Jahren weiter pumpen, um den Grundwasserspiegel für die betroffenen 700 Gebäude auf einem unkritischen Niveau zu halten“, versprachen Stadtrat Matthias Peck und Stadtwerke-Technikchef Dr. Dirk Wernicke am Donnerstag bei einem Informationsveranstaltung zur Zukunft der Wasserversorgung in der Stadthalle Hiltrup .

Nach der Schließung, die bis 2020 erfolgen soll, werden im ersten Jahr rund 575 Millionen Liter Wasser abgepumpt und über eine bereits vorhandene Rohrleitung in den Kanal befördert. Messgeräte im Erdreich sollen dann zeigen, wie stark der Grundwasserpegel auf der Geist ansteigt. In den Folgejahren will man dann weniger Grundwasser abpumpen, bis eine „unkritische Obergrenze“ des Pegels erreicht wird. Und die liege nicht bei der Kellersohle rund 2,3 Meter unter der Erdoberfläche, sondern „deutlich tiefer“. So soll vermieden werden, das im Boden befindliche Altlasten wie am Hiltruper Merkureck nicht vom ansteigenden Grundwasser erreicht werden können.

Eine Weiterleitung des geförderten Grundwassers direkt zum großen Wasserwerk Hohe Ward scheidet laut Stadtwerke aus, weil dann die Wasserschutzzone in Berg Fidel/Vennheide und in Norden Hiltrups nicht aufgehoben werden könnte. Auch würde sich der Bau einer kilometerlangen Leitung nicht rechnen.

Endgültige Entscheidung des Rats im Frühjahr

Denn erst, wenn die Schutzzonen nach Schließung der Wasserwerke Geist und Kinderhaus aufgehoben seien, könnten dort die frei werdenden Flächen bebaut werden. Es soll „bezahlbaren Wohnraum“ geben, genauere Pläne sind laut Peck aber noch nicht erarbeitet. Derzeit sei noch völlig offen, welche Flächen potenziell bebaubar sind. Über Bauaktivitäten sind viele Anwohner nicht glücklich, weil sie ihr grünes Umfeld gern behalten würden.

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In einer wachsenden Stadt müsse aber mehr Trinkwasser gefördert werden, so Wernicke. Die Investitionsmittel von rund 24 Millionen Euro sollen für die Sanierung und den Ausbau der beiden Großwasserwerke Hornheide und Hiltrup gebündelt werden. Die zusätzlich erforderlichen Trinkwassermengen sollen aus dem Kanal und nicht aus dem Boden unterirdisch gefördert werden. Deshalb werde es in der Hohen Ward und in Hornheide nicht zu einer Veränderung des aktuellen Grundwasserpegels kommen. Die Schließung in Kinderhaus sei für den Anstieg des Grundwassers ohne große Auswirkung. Im Frühjahr wird der Rat der Stadt endgültig entscheiden, ob die Wasserwerke Geist und Kinderhaus vom Netz gehen.

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