Stadtwerke informieren über Wasserwerk-Schließung
700 Gebäude gefährdet

Münster -

Über die geplante Schließung zweier Wasserwerke informierten am Mittwochabend die Stadtwerke. In Kinderhaus sei das unproblematisch, im Südviertel seien 700 Gebäude potenziell durch steigendes Grundwasser gefährdet, hieß es.

Donnerstag, 16.02.2017, 15:40 Uhr aktualisiert: 17.02.2017, 11:29 Uhr
Das Wasserwerk Vennheide soll geschlossen werden
Das Wasserwerk Vennheide soll geschlossen werden

Im Mai wird im Stadtrat über ein neues Wasserversorgungskonzept der Stadtwerke diskutiert. Es beinhaltet die Schließung der Wasserwerke Vennheide-Geist und Kinderhaus. Groß war das Interesse an einer Informationsveranstaltung der SPD und der Stadtwerke. Bis zur letzten Reihe war der Saal im Stadtteilhaus Lorenz-Süd am Mittwochabend besetzt.

Langfristig gesicherte Wasserversorgung im Blick

Dr. Dirk Wernicke, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke, erläuterte zunächst, warum das Unternehmen die Schließung der beiden kleineren Wasserwerke für konzeptionell richtig halte. Bei seinen Ausführungen unterstützte ihn Dominik Pollok , Leiter der Wasserwerke. Im Vordergrund stehe eine langfristig gesicherte

Wasserversorgung. Sanierungsbedürftig seien alle vier münsterischen Wasserwerke, wobei die kleineren jetzt schon ihre Produktionshöchstgrenze erreicht hätten. Die Wasserwerke Handorf und Hohe Ward seien ausbaufähig.

Pumpen sollen 30 Jahre laufen

Eine Wasserwerk-Schließung bedeute Grundwasseranstieg, in welcher Höhe, sei „die große Preisfrage“, so Wernicke. In Kinderhaus sei das unproblematisch, im Südviertel wären 700 Gebäude potenziell gefährdet. Aus diesem Grund müsse „so lange wie notwendig“, so Wernicke, Wasser abgepumpt und in ein anderes Gewässer (Kanal) umgeleitet werden. Überwacht werde die Pumpmenge durch ein Monitoring-System für rund 30 Jahre. Dr. Michael Jung , Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, forderte längere Garantiezeiten für die Anwohner.

Flächen für Wohnbebauung

Wird das Wasserwerk Geist geschlossen, könnten Flächen für den Wohnungsbau genutzt werden. Das sei eine Folge und kein Grund für dieses Konzept, betonte Christian Schowe vom Stadtplanungsamt. Heiner Bruns, Leiter des städtischen Umweltamtes, erläuterte nötige Schutzmaßnahmen für Boden-Altlasten, die hier bei Grundwasseranstieg eventuell betroffen wären.

Bei Bürgern bleiben Zweifel

Die Bürger äußerten Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des Vorhabens und Skepsis an dem Versprechen, dass ihre Keller trocken bleiben. Mehrfach forderten sie schriftliche Garantien von der Stadt. Maria Winkel, Sprecherin der SPD-Ratsfraktion im Aufsichtsrat der Stadtwerke Münster, hatte als Moderatorin an diesem Abend keinen leichten Stand bei den regen Wortmeldungen und dem großen Gesprächsbedarf. Daher versprachen die Politiker einen weiteren Infoabend vor der Mai-Ratssitzung.

Unter „Zukunft der Trinkwasserinfrastruktur“ ist die Planung auf der Homepage der Stadtwerke einsehbar.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4632937?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker