Frauennotruf Münster
Feiern – aber sicher

Münster -

Gerade jetzt im Karneval rät der Frauennotruf, achtsam zu sein: Ehrenamtliche Partyguides sind unterwegs, um vor K.O.-Tropfen und Belästigungen zu warnen.

Mittwoch, 22.02.2017, 12:30 Uhr
Sicher feiern: Daniela Stöveken (v.l.), Andrea W., Gerlinde Gröger und Leonie Koroll machen auf die Präventionskampagne des Frauennotrufs aufmerksam.
Sicher feiern: Daniela Stöveken (v.l.), Andrea W., Gerlinde Gröger und Leonie Koroll machen auf die Präventionskampagne des Frauennotrufs aufmerksam. Foto: ide

Wenn die Partyguides des Frauennotrufs ausschwärmen, dann ist – ganz klar – Party angesagt. Schutz vor Belästigung, Warnung vor K.o.-Tropfen – der Blick in der Kalender zeigt: In den nächsten Tagen haben die jungen Frauen einiges zu tun.

Weiberfastnacht, Schlüsselübergabe, Rosenmontagszug – auch im fröhlichen Karneval, so weiß das Team der Beratungsstelle an der Heisstraße, lauern Gefahren.

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Und genau deshalb hat der Frauennotruf Münster wieder die Präventionskampagne „Sicher feiern“ im Blick: Ehrenamtliche Partyguides, die an ihrem farbenfrohen Outfit mit Aufschrift zu erkennen sind, verteilen Partypacks, in denen unter anderem eine Trillerpfeife mit Telefonnummer der Einrichtung, ein Verschluss „Spiky“ und ein Bierdeckel zu finden sind.

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Trillerpfeife und Bierdeckel im Party-Gepäck

„Den Bierdeckel auf das offene Glas legen, den Spiky als Barriere in den Flaschenhals gegen K.o.-Tropfen“, erläutert Gerlinde Gröger. Die Leiterin des Frauennotrufs freut sich, dass zudem die münsterische Kampagne „Luisa ist hier“ ein so „überwältigendes Echo“ gefunden hat. In über 40 Lokalen und Kneipen in der Stadt sind entsprechende Plakate, Hinweise und Flyer zu dem Satz zu finden, der hilfesuchenden Frauen als Code aus einer Situation heraushelfen soll, in der sie sich bedroht fühlen.

Drei Viertel fühlten sich sexuell belästigt

Und das kommt häufiger vor, als mancher glaubt. Eine Umfrage in Münster, an der 400 Frauen teilgenommen haben, hat ergeben, dass drei Viertel von ihnen in den Monaten zuvor sich mindestens einmal sexuell belästigt gefühlt hat. „Besonders auf der Straße und in Kneipen“, so das Ergebnis. Das Bewusstsein dafür werde jedenfalls immer mehr sensibilisiert, sagt auch Leonie Koroll, die als Partyguide sehr viel positive Resonanz erfährt.

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