Bürgerforum zur Wohnlandentwicklung für 2030
Auf gute Nachbarschaft: Münsteraner blicken in die Zukunft

Münster -

Münster wächst. Aber wie, das ist die Frage. Bürger, Politiker, Experten diskutierten bei einem Forum in den Stadtwerken darüber.

Freitag, 03.03.2017, 10:00 Uhr aktualisiert: 03.03.2017, 10:08 Uhr
Sieben Tische,  sieben Themen: Bürger und Experten tauschten sich über die verschiedenen Gesichtspunkte der münsterischen Wohnentwicklung in den kommenden Jahrzehnten aus.
Sieben Tische,  sieben Themen: Bürger und Experten tauschten sich über die verschiedenen Gesichtspunkte der münsterischen Wohnentwicklung in den kommenden Jahrzehnten aus. Foto: Günter Benning

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Den Spruch soll entweder Niels Bohr (Physiker), Mark Twain (Schriftsteller) oder Karl Valentin (Humorist) erfunden haben. Prof. Elke Pahl-Weber von der TU-Berlin variierte das dahinter liegende Grund-Dilemma bei der Eröffnung des Bürgerforums zur Wohnbauentwicklung der nächsten 15 Jahre in Münster: „Die Stadt wächst, aber wir kennen die Leute nicht, die kommen.“

Die wachsende Stadt gestalten

Im Bürgerforum der Stadtwerke im Hafen ging es am Mittwochabend darum, wie man die wachsende Stadt gestalten kann. Moderatorin Pahl-Weber: „Und zwar so, dass Sie und ihre Kinder mit den neuen Nachbarn gut leben können.“

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Zahlreiche Bürger waren gekommen. Jeder mit seinem Päckchen. In sieben Arbeitskreisen zu Entwicklungsaspekten der wachsenden Stadt, gab es dafür Raum. Für die Bürgerin aus Gelmer, die sich über fehlende Infrastruktur im Stadtteil ärgert, etwa: „Und dann bekommen wir Windräder, die jede weitere Entwicklung unmöglich machen.“ Oder für den Autofahrer, dem der stockende Verkehr in der Stadt ein Ärgernis ist.

Nur Studenten und Rentner?

Mitarbeiter der Stadtverwaltung stellten verschiedene Szenarien vor, Folgen künftigen Wachstums. Für Nachhaltigkeits-Dezernent Matthias Peck ist das Forum ein wichtiges Instrument: „Wir müssen unsere Zukunft selbst gestalten.“

Und zwar vor allem, um Fehlleitungen entgegenzuwirken. Der CDU-Ratsherr Frank Baumann: „Münsters Wachstum darf nicht so aussehen, dass nur Studenten und Rentner in die Stadt ziehen. Und die jungen Familien ins Umland.“

Wie dicht wohnen die Münsteraner?

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  • Wie dicht wohnen die Münsteraner? Wie dicht werden künftige Wohngebiete sein? Für jedes Quartier hat das münsterische Stadtplanungsamt die spezifische Wohndichte errechnet. Diese Zahl benennt die Wohneinheiten je Hektar (gleich 10 000 Quadratmeter).

    Foto: Matthias Ahlke
  • Erpho-Bogen, Quartier auf dem alten Winkhaus-Gelände am Bohlweg/Ecke Niedersachsenring. Wohndichte: 205.

    Foto: Oliver Werner
  • Schulstraße/Ecke Altumstraße, Quartier im Kreuzviertel nahe der Grevener Straße. Wohndichte: 145.

    Foto: Oliver Werner
  • Auenviertel, nördlicher Teil, Wohngebiet entlang der Dieckmannstraße in Gievenbeck. Wohndichte: 68.

    Foto: Oliver Werner
  • Prins-Claus-Straße, Quartier auf dem alten Kasernengelände zwischen Grevener Straße und Gasselstiege. Wohndichte: 58.

    Foto: Oliver Werner
  • Mühlhäuser Straße,  Quartier auf dem ehemaligen Niederbeckmann-Gelände, nahe Wolbecker Straße. Wohndichte: 54.

    Foto: Oliver Werner
  • Dauvemühle, Wohnquartier südlich der Westhoffstraße in Kinderhaus. Wohndichte: 52.

    Foto: Oliver Werner
  • Johanne-Wallhorn-Weg,  Quartier nahe Stolbergstraße und Piusallee. Wohndichte: 48.

    Foto: Oliver Werner
  • Knufenkamp und Nachbarstraßen, Wohngebiet südlich der Dülmener Straße in Albachten. Wohndichte: 41.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Helene-Weigel-Weg und Nachbarstraßen, Wohngebiet nahe der Meesenstiege in Hiltrup. Wohndichte: 36.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Brockkamp und Nachbarstraßen, Wohngebiet nördlich der Roxeler Straße in Roxel. Wohndichte: 34.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Davertstraße und Nachbarstraßen, Wohngebiet am südlichen Rand von Amelsbüren. Wohndichte: 29.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dorbaumstraße und Nachbarstraßen, Wohngebiet in Handorf-Dorbaum. Wohndichte: 27.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Peppinghegeweg und Nachbarstraßen, Wohngebiet im Süden von Angelmodde. Wohndichte: 25.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Anton-Bruchausen-Straße, geplantes Neubaugebiet im Zentrum Nord. Wohndichte: 170-190.

    Foto: -kb-
  • Roddestraße, geplantes Neubaugebiet nahe der Friedrich-Ebert-Straße. Wohndichte: 160-170.

     

    Foto: -kb-
  • Moldrickx-Gelände, geplantes Baugebiet auf altem Gärtnerei-Areal in Kinderhaus. Wohndichte: 80-90.

    Foto: kaj
  • Beresa-Gelände,  geplanten Neubaugebiet auf dem Areal des alten Autohauses in Mecklenbeck. Wohndichte: 65.

    Foto: sch
  • Albachten Ost, geplantes Neubaugebiet in Albachten südlich der Weseler Straße. Wohndichte: 55.

    Foto: sn
  • Markweg, geplantes Baugebiet auf altem Gärtnereigelände südlich des Markweges, nahe Hoher Heckenweg. Wohndichte: 50.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Petersdamm, Neubaugebiet auf dem früheren Lancier-Gelände in Wolbeck. Wohndichte: 25-30.

    Foto: mlü
  • Landwehr, Neubaugebiet nördlich der Straße Landwehr in Sprakel. Wohndichte: 25-30.

    Foto: kaj

Matthias Herding, der als interessierter Bürger zum Forum kam, fand die Bürgerbeteiligung im Forum der Stadtwerke spannend: „Jeder bringt natürlich etwas aus der Nachbarschaft mit, aber es ist wichtig, die Bürger ernst zu nehmen.“

Matthias Peck, Nachhaltigkeits-Dezernent, zur Rolle der Region bei der Stadtentwicklung

Welche Rolle spielt die Region bei der Stadtentwicklung Münsters?

Matthias Peck: Eine ganz wichtige Rolle. Die Themen Wohnen, öffentlicher Personennahverkehr und Arbeit werden wir nicht mehr allein in der Stadt Münster lösen können. Das sind regionale Themen. Wir müssen gemeinsam mit den Regionen gucken, dass wir Win-Win-Situationen schaffen.

Was meinen Sie konkret damit?

Matthias Peck: Nehmen Sie die Kommunen an Schienenhaltepunkten – aus Emsdetten ist man in 12 Minuten mitten in Münster. In dieser Richtung muss man weiter denken, urbaner denken und klar machen, die Region als Ganzes kann nur gewinnen. Wir müssen uns besser vernetzen, das heißt, wir müssen Personennahverkehrssysteme schaffen. Mit dem Individualverkehr werden wir das nicht schaffen. Da sind wir jetzt schon an den Grenzen geraten. 

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