Mo., 13.03.2017

WLE-Strecke nach Sendenhorst Den Fahrplan gibt es bereits

WLE-Strecke

8000 Fahrgästen sollen Prognosen zufolge künftig pro Tag auf der derzeit noch stillgelegten Bahnstrecke zwischen Münster und Sendenhorst fahren. Foto: Dr. Burkhard Beyer (Archiv)

Münster - 

Die Pläne für die Reaktivierung der WLE-Eisenbahnstrecke nach Sendenhorst wurden am Wochenende vorgestellt. Es gibt sogar schon einen Fahrplan.

Von Klaus Möllers

Ob die Strecke Münster-Sendenhorst der Westfälischen Landeseisenbahn (WLE) reaktiviert wird, hängt von einem ganz gewiss ab: Das Land Nordrhein-Westfalen muss dem Projekt im Bedarfsplan 2017 für den Öffentlichen Personennahverkehr „eine positive Bewertung“ geben. Das erklärte am Samstag Michael Geuckler, Geschäftsführer des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Münsterland (ZVM).

Für Februar sei eine Aussage erwartet worden, aber der Bedarfsplan sei nach wie vor nicht veröffentlicht.

Geuckler und der Betriebsleiter der WLE, Johann Ubben, stellten bei der Mitgliederversammlung des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) im Umwelthaus ihre Pläne für eine reaktivierte Strecke vor.

Dreijahre Vorbereitungszeit

Die sind – nach rund dreijähriger Vorbereitungszeit –  offenbar detailliert ausgearbeitet. Demnach soll drei Mal stündlich vom Hauptbahnhof auf einem neu zu schaffenden Gleis 20 oder 21 – „der letzten Erweiterungsmöglichkeit des Gleisbereichs am Hauptbahnhof“, so Geuckler – ein Zug starten.

Wolbeck wäre dann im 20-Minutentakt über die Stationen Halle Münsterland (südlich des Parkhauses), Loddenheide, Angelmodde und Gremmendorf angebunden. Fahrtdauer: 14 Minuten. Weiter auf der 28-Minuten-Strecke bis Sendenhorst führen zwei der drei Verbindungen.

Auch ein (hypothetischer) Fahrplan ist vorhanden, der allerdings an Zugverkehrszeiten unter anderem in Münsters Hauptbahnhof anzupassen wäre, wie es hieß.

Zwei Meter hohe Schallschutzwände

Veranschlagt sind Fahrten von wochentags 6.04 Uhr (ab Münster) bis 22.52 Uhr (Sendenhorst an).  29 der 52 vorhandenen (und zumeist ruhenden) Bahnübergänge würden entlang der 22-Kilometer-Trasse geschlossen und Verkehr teils über Bahnseitenwege weitergeführt, legte Ubben dar. „Die meisten sind Feld-, Wald- oder Hofzufahrten.“

Alle Überwege, so erklärten es die Planer, sollten mit Halbschranken gesichert werden. Die neuen Bahnhöfe würden für Menschen mit Geh- oder Sehbehinderung zugänglich gestaltet, einschließlich des Einstiegs in die Züge. 

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Prognose: 8000 Fahrgäste am Tag

Zu Belastungen für Anwohner: In Nähe von Wohnsiedlungen sehen WLE und ZVM zwei Meter hohe Schallschutzwände vor und bei Bedarf Schienenkopf-Dämmung. Baubeginn wäre „frühestens 2020“, so Geuckler.



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