Münster-Lieder
Stadtführer dichtet Songs zu Münsters Sehenswürdigkeiten

Münster -

Stadtführungen sind gut, aber Stadtführungen mit Musik sind besser – dachte Clemens August Homann. Er hat nun Songs zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt getextet.

Freitag, 31.03.2017, 14:15 Uhr aktualisiert: 01.04.2017, 18:04 Uhr
Clemens August Homann – hier auf dem Pflaster des Prinzipalmarkts – besingt Münsters Gute Stube. Der Münsteraner präsentiert eine gesungene Stadtführung mit eigenen Texten.
Clemens August Homann – hier auf dem Pflaster des Prinzipalmarkts – besingt Münsters Gute Stube. Der Münsteraner präsentiert eine gesungene Stadtführung mit eigenen Texten. Foto: Michael Kestin

Demnächst wird Clemens August Homann 66. Und klar, da muss ja fast jeder an den großen, seligen Udo Jürgens denken. Homann aber erst recht: „Ich sing im Stadtpark Lieder, dass jeder nur so staunt, und spiel‘ dazu Gitarre, mit einem irren Sound“, heißt es in der dritten Strophe der Hymne des jung gebliebenen Rentners.

Clemens August Homann, bis 2013 tätig beim münsterischen Jugendamt, spielt nicht nur im Stadtpark, sondern in der ganzen Stadt – und er ist dabei viel mehr als ein Straßenmusikant. Homann ist singender Stadtführer, wer ihm folgt, erlebt Münster musikalisch – mit informativen Texten.

Kostprobe der Station Erbdrostenhof, wo Homann sich mit seiner Gitarre vor dem Eingang aufbaut: „Ja, ja der Johann Conrad Schlaun, der liebte nicht nur schöne Fraun, er mocht‘ gern edle Häuser bau‘n, seine Fassaden sind ein Traum..."

Homann macht seit vielen Jahren Musik mit der Band „Easy Cover“, und die Melodien der Rock- und Pop-Klassiker der 60er und 70er Jahre bilden den Soundtrack zu seinen selbstgetexteten Münster-Songs. Stones, Eagles und so weiter. Wenn er Münster zeigt, ist Mitsingen erwünscht.

Das tun seine Gäste: Seit dem vergangenen Herbst führt er Gruppen singend durch Münster. „Es macht einen Riesenspaß“, sagt er.

Als vor gut drei Jahren die Altersteilzeit für ihn begann, hat er mit den Stadtführungen angefangen, bei einem der in Münster aktiven professionellen Anbieter gelernt. „Das war schön, aber ich dachte, da geht noch mehr“, erzählt Homann und machte sich ans Umdichten bekannter Songs – eine Leidenschaft, die er bis dahin nur anlässlich von privaten Feiern aufleben ließ.

Zu allen sechs Stationen seiner 90-Minuten dauernden Führung gibt es jetzt einen Song. Die Stadtbücherei fehlt ihm noch, aber auch dafür stehen schon zwei Strophen. Auf dem Picasso-Platz singt er auf die Schlager-Melodie von „Pigalle, Pigalle“, am Kunstmuseum des LWL singt er zu den Noten von „Hotel California“ der Eagles: „Welcome to this L-Double-U-L Museum, such al lovely place, such a lovely face  ...“

Homann singt aber nicht nur: „Ich erzähle auch ganz klassisch münsterische Eigenart und Stadtgeschichte.“ Seit 1971, als der gebürtige Riesenbecker zum Sozialpädagogik-Studium an die Katholische Fachhochschule kam, lebt er in Münster. Kinder in Münster lernten ihn als Mitarbeiter in der Spielplatzbetreuung oder als Leiter des Jugend- und Stadtteilzentrums Gievenbeck, des heutigen Fachwerks, kennen. Später betreute er beim Jugendamt Elterninitiativen und war verantwortlich für das Qualitätsmanagement in den städtischen Kitas. Der Job machte ihm Spaß, aber jetzt ist Zeit für Münster. Seinen zweiten Vornamen August hat er übrigens erst kürzlich wiederentdeckt. Clemens August nennt er sich jetzt, „wie der Fürstbischof zu Münster“, prunkliebender Rokokofürst und Auftraggeber für den Barock-Baumeister Schlaun. Wenn das kein passender Name ist.

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