Skulptur-Projekte 2017: Kunstvermittlung setzt auf Dialog und Kreativität
Kompetenz der Besucher fördern

Münster -

Das Wort „fördern“ hat zwei schöne Bedeutungen: etwas weiterentwickeln und etwas hervorholen. Beides steht im Mittelpunkt der Kunstvermittlung der „Skulptur-Projekte“ – in der fünften Auflage mehr als je zuvor.

Mittwoch, 29.03.2017, 23:13 Uhr
Eine Schülerin des Hans-Böckler-Berufskollegs erforscht für „Mapping Skulptur-Projekte“ das Bodenrelief von Martin ­Boyce.
Eine Schülerin des Hans-Böckler-Berufskollegs erforscht für „Mapping Skulptur-Projekte“ das Bodenrelief von Martin ­Boyce. Foto: Anna Mondain-Monval

Das Wort „fördern“ hat zwei schöne Bedeutungen: etwas weiterentwickeln und etwas hervorholen. Beides steht im Mittelpunkt der Kunstvermittlung der „Skulptur-Projekte“ – in der fünften Auflage mehr als je zuvor. Kuratorin Britta Peters erinnerte bei der Vorstellung des Programms am Mittwoch daran, „dass die Kulturvermittlung bei den Skulptur-Projekten von Anfang an mit dabei“ war. Und ihr Kollegin Marianne Wagner erläuterte die Ausrichtung: „Die Angebote sollen nicht nur erklärenden Charakter haben, sondern auch Irritation auslösen.“ Oder wie es Ingrid Fisch als Leiterin der Kunstvermittlung formulierte: „Wir hinterfragen und verhandeln bestehende Hierarchien und Deutungshoheiten.“

Damit das gelingt, wird die Gruppengröße der vielfältigen Angebote entsprechend dialogfähig bleiben. Trotzdem werden allein für 10 368 Schüler Klassen-Workshops angeboten: zwölf pro Schultag sind möglich. Hinzu kommt ein Programm für Kinder und Jugendliche an Wochenenden (elf) und in den Ferien (76). Orte der kritischen und kreativen Auseinandersetzung werden nicht nur Räume im Landesmuseum sein, sondern auch die Trafostation im Kiepenkerlviertel. Gegenüber dem Buddenturm sollen an den 114 Tagen der Ausstellung junge Leute ermuntert werden, sich experimentell und produktiv zu betätigen.

Einige Schüler haben dies bereits in den vergangenen Monaten getan. Mit den Ergebnissen ihrer Auseinandersetzung bringen sich die Jugendlichen in die Skulptur-Projekte 2017 ein.

Im Projekt „Mapping Skulptur Projekte“ haben drei internationale Förderklassen des Hans-Böckler-Berufskollegs, des Anne-Frank-Berufskollegs und des Ludwig-Erhard-Berufskollegs sieben Monate lang die Stadt und die Skulptur-Projekte erkundet. Die Klassen bestehen größtenteils aus Schülern im Alter von 16 bis 20 Jahren mit Fluchterfahrung. Münster ist für viele dieser teilnehmenden Schüler eine von mehreren Stationen innerhalb ihrer Einwanderungsgeschichte. Daher waren Fragen: Wie erschließen sie sich die Stadt? Welche Rolle spielen die Orte der Skulptur-Projekte dabei, und welche Bilder bleiben hängen? Ab dem 10. Juni werden die Ergebnisse in Form eines kostenfrei erhältlichen Karten-Sets und eines Blogs zugänglich gemacht.

Im medienpädagogischen Kooperationsprojekt „Mit unserem Blick“ mit der Gesamtschule Münster-Mitte werfen elf Schüler der achten Jahrgangsstufe seit September 2016 eigene Perspektiven auf die entstehenden Skulptur Projekte. Daraus entwickeln und gestalten sie Foto-, Film- und Soundarbeiten. Während der Ausstellung sind diese für die Besucher über eine App und die Website abrufbar.  

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