Masterplan Klimaschutz
Der Traum von einer Straßenbahn

Münster -

500 Bürger haben in Münster eine Woche lang in verschiedenen Workshops über den Klimaschutz debattiert und Verbesserungsvorschläge für die Stadt erarbeitet.

Sonntag, 09.04.2017, 19:00 Uhr aktualisiert: 09.04.2017, 19:06 Uhr
Positive Bilanz zogen am Samstag (v.l.) Bernd Tenberg, Caroline König, Thomas Möller, Julian Schütte, Britta Buch und Andreas Hübner.
Positive Bilanz zogen am Samstag (v.l.) Bernd Tenberg, Caroline König, Thomas Möller, Julian Schütte, Britta Buch und Andreas Hübner. Foto: Matthias Ahlke

Von Null auf 100 – so rechnen Autofreaks. Da geht es um Sekunden. Auf 100 wollen aber auch Klimaschützer kommen. Und da geht es schon eher um Jahre. Bis 2050 soll der „Masterplan 100 % Klimaschutz“ so umgesetzt werden, dass eine Energieeinsparung bis zu 50 Prozent und eine CO-Senkung von 95 Prozent keine Visionen bleiben, sondern Realität werden. Geht das? Und wenn ja, wie geht das? Was müssen Kommunen leisten, was kann jeder einzelne beitragen? Und wie lassen sich Energie- und Klimamuffel motivieren?

Fragen, mit denen sich Frauen und Männer in Münster eine Woche fast täglich befasst haben – am Samstag zogen sie Bilanz in der Klimawerkstatt des Bürgerforums „Klimaschutz 2050“.

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500 Teilnehmer

Münster zählt zu den bundesweit 22 ausgewählten Städten, die sich ganz individuell mit ihren eigenen Möglichkeiten vor Ort auseinandersetzen – für eine bessere Luft im ganzen Land: „Wie können wir in unserer Stadt Klimaschutzziele der Pariser Verträge umsetzen? Welche Konzepte greifen hier?“, formulierte Thomas Möller Fragen aus den Visionswerkstätten, in denen es um Mobilität, Solare Stadt, klimafreundliches Bauen, Wohnen und Renovieren ging. Er ist Ansprechpartner unter anderem für Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerkmanagement in der Koordinierungsstelle für Klima und Energie im Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit. Und er ist begeistert von der Resonanz, die diese Bürgerwoche gefunden hat: „Insgesamt zählten wir rund 500 Teilnehmer, die Klimaschutz-Ideen und Wünsche für Münster formuliert haben“, informiert Möller am Samstag bei der Abschlussveranstaltung in der Aula im Vom-Stein-Haus am Schlossplatz.

Bessere und mehr Fahrradwege

Viel diskutiert wird das Thema Mobilität – das untermauern etliche Vorschläge auch auf der Stellwand, die Anregungen aus allen Bereichen plakativ widerspiegelt. Bessere und mehr Fahrradwege und der Ausbau von Leezen-Abstellflächen, aber auch der Ruf nach Reaktivierung einer Straßenbahn für Münster, besser koordinierte elterliche Hol- und Bringedienste zu Kitas, Schulen und Freizeitveranstaltungen zählen zu den Anregungen, die Teilnehmern nicht nur in der Theorie vorschweben: „Viele sind längst aktiv und praktizieren das im Alltag“, betont Thomas Möller. Denn immer mehr Menschen sei klar: „Klimaschutz bedeutet Lebensqualität.“ Und darum gehe es auch insgesamt bei dem Projekt, unterstreicht der Koordinator: „Wir wollen mit den Bürgern zusammen die Bausteine für den Masterplan erarbeiten, nicht einfach etwas vorsetzen.“

In einem Forum noch vor den Ferien sollen Ideen und Anregungen dieser Woche präsentiert werden. Danach sind die Kommunalpolitiker gefragt – sie beraten nach der Sommerpause über konkrete Schritte.  

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