Münster-Barometer
Was die Wahlentscheidung beeinflusst

Münster -

Münster, kurz vor der Landtagswahl: Wie ist die Stimmung in der Stadt, wie hoch die Zufriedenheit mit der Politik der aktuellen Regierung? Wen hätten die Münsteraner gern im Amt an der Spitze? Welche Themen in der Landespolitik sind den Münsteranern wichtig? Alles Fragen, denen das aktuelle Münsterbarometer im Auftrag unserer Zeitung in zwei Interviewphasen Ende März und Ende April nachgegangen ist. Hier die Einzelheiten:

Samstag, 06.05.2017, 12:31 Uhr aktualisiert: 07.05.2017, 09:42 Uhr
 
  Foto: Oliver Werner

►  Wer ist besser im Amt als Ministerpräsident beziehungsweise Ministerpräsidentin?

Eindeutige Antwort: Die Münsteraner bevorzugen deutlich Amtsinhaberin Hannelore Kraft. 57 Prozent aller Befragten würden für sie stimmen, wenn sie den Ministerpräsidenten direkt wählen könnten. 26,3 Prozent entschieden sich für den CDU-Herausforderer Armin Laschet, 16,7 Prozent würden für keinen von beiden stimmen oder haben dazu keine Meinung.  Während 90 Prozent der münsterischen SPD-Anhänger hinter  Kraft stehen, wünschen sich nur 66 Prozent der CDU-Wähler Armin Laschet als Landesoberhaupt. Auch 88 Prozent der Grünen wünschen sich weiter Hannelore Kraft im höchsten Amt in NRW, bei den CDU-Anhänger sind es 21,4 Prozent, bei den FDP-Wählern 22,2 Prozent. Allerdings: Als Peer Steinbrück 2005 als Ministerpräsident abgewählt wurde, hatte auch er vor der Wahl gegenüber dem damaligen Herausforderer Jürgen Rüttgers im Münster-Barometer klar die Nase vorn.

►  Welche Themen sind den Münsteranern für ihre persönliche Wahlentscheidung wichtig?

Schulpolitik ist für die Münsteraner mit Abstand das wichtigste Feld der Landespolitik. Das Thema rangierte bereits bei früheren Umfragen vor Landtagswahlen sehr weit vorne, ihm wird aber nun noch mehr Bedeutung zugemessen. Auf Platz zwei der Hitliste hat die Flüchtlingspolitik den früher traditionell ebenfalls hoch  bewerteten Bereich „Wirtschaft und Arbeit“ abgelöst – trotz der häufig  beklagten  schlechten Position NRWs im Länderranking beim Wirtschaftswachstum.

Es folgen dicht beieinander die Bereiche „Energie und Umwelt“ sowie „Innere Sicherheit“. Letztere ist in Zeiten von Terrorgefahr  deutlich ausschlaggebender  als vor den Landtagswahlen 2005 und 2010. Obgleich sie in einer Universitätsstadt leben, ist der Bereich  „Hochschule“ den Münsteranern weniger wichtig, ebenso das Thema  „Verkehr“. Was womöglich daran liegt, dass viele Stadtbewohner am Autostau vorbeiradeln.

►  Wie zufrieden sind die Münsteraner mit der jetzigen Landesregierung?

Die Durchschnittsnote ist mit 3,39 auf der Schulnotenskala von 1 bis 6, vorsichtig ausgedrückt, bescheiden.  Spitzennoten vergeben bei dieser Frage auch Anhänger der NRW-Regierungsparteien SPD und Grünen  höchst selten. Sie bewerten die Leistung der Koalition eher als durchschnittlich.  Noch  schlechter als die jetzige Regierung schnitt allerdings kurz vor der Landtagswahl 2010  in Münster die damals regierende schwarz-gelbe Koalition ab: Für sie gab es die Note 3,80.

► Wie sicher sind sich die Münsteraner mit ihrer Wahlentscheidung?

Über die Hälfte ist noch nicht ganz sicher beziehungsweise eher unsicher, wo sie ihre Kreuze setzen werden. Das ist, wie die Grafik zeigt, ein bei Wahlen sehr hoher Wert. Immerhin, Erfahrung scheint zu helfen: Mit dem Alter steigt der Anteil derer, die ihre Entscheidung für sicher halten. Aber bei der Gruppe der 18 bis 40-Jährigen sind nur magere 19,3 Prozent ihrer Entscheidung sicher.

Münster-Barometer

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Umfrage zeigt die Stimmung in Münster

Das Münster-Barometer ist keine Wahlprognose, wie sie am Wahlabend kurz nach Schließung der Wahllokale präsentiert werden kann. Das Münster-Barometer zeichnet vielmehr  ein Stimmungsbild in der Stadt vor der Landtagswahl.

Aktuell wurden im Auftrag unserer Zeitung von der Forschungsgruppe Bema am Institut für Soziologie der Universität Münster zwischen dem 24. April und dem 2. Mai 600 wahlberechtigte Münsteraner ab 18 Jahren in Telefoninterviews zur Landtagswahl befragt. Bereits zwischen dem 20. bis 31. März hatten weitere 506 Münsteraner dieselben  Fragen zur Landtagswahl und darüber hinaus zu andere lokalen Themen beantwortet.

Die Auswahl der Teilnehmer am Münster-Barometer ergibt sich aus einer Zufalls-Auswahl von münsterischen Festnetz-Telefonnummern. Die  Forschungsgruppe Bema gewährleistet, dass die Teilnehmer ein für die Stadtbevölkerung in Bezug auf Alter, Geschlecht und weitere Merkmale repräsentative Gruppe darstellen. 

Allen Teilnehmern, die diesmal Zeit fanden, die Fragen der Interviewer zu beantworten, ein herzliches Dankeschön.

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