AfD-Veranstaltung im Stein-Gymnasium
Protest und viele Fragen an die Stadt

Münster -

Die AfD lädt zum Wahlkampfabschluss mit Frauke Petry am Samstagnachmittag ins Stein-Gymnasium ein. Die Vergabepraxis der Stadt wirft bei Vertretern anderer Parteien Fragen auf.

Sonntag, 07.05.2017, 17:45 Uhr aktualisiert: 08.05.2017, 07:20 Uhr
Im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium  will sich am kommenden Samstag die AfD zum Abschluss des Wahlkampfes versammeln.Die Gegner planen Protestveranstaltungen.
Im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium  will sich am kommenden Samstag die AfD zum Abschluss des Wahlkampfes versammeln.Die Gegner planen Protestveranstaltungen. Foto: Karin Völker

Es ist Sonntagnachmittag, als ein Lautsprecherwagen der Linken durchs Gievenbecker Auenviertel fährt und für den kommenden Samstag für Demonstrationen mobil macht. Wer hier noch nicht mitbekommen hat, dass am 13. Mai die AfD im Stein-Gymnasium ihren Wahlkampfabschluss für den Landtagswahlkampf in Nordrhein-Westfalen mit einer Rede von Bundessprecherin Frauke Petry abhalten will, weiß es jetzt.

Aussicht beunruhigend

Für Claudia Karst, Vorsitzende der Schulpflegschaft des Stein-Gymnasiums, ist die Aussicht auf das kommenden Wochenende beunruhigend. „Wir wollen nicht, dass die Schüler in Auseinandersetzungen hineingezogen werden“, sagt Karst und ergänzt: „Wir werden als Schulpflegschaft überlegen, wie wir intelligent reagieren können.“ Zum „Stein“, als zertifizierter Schule gegen Rassismus und Schule für Zivilcourage passe die AfD-Veranstaltung jeden falls gar nicht.

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"Eine rassistische Partei hat an unserer Schule keinen Platz"

Das sieht Philipp Ludewig, Schüler am Stein-Gymnasium und Sprecher der Juso-Schüler- und Auszubildendenvertretung genauso: „Wir wollen gemeinsam zeigen: Eine rassistische Partei hat an unserer Schule keinen Platz“, erklärt Ludwig in einer Pressemitteilung der Jusos. Deren Sprecher Konstantin Achinger kritisiert: „Bisher war es in Wahlkampfzeiten üblich, in städtischen Gebäuden nur Veranstaltungen mit Vertretern aller Parteien zu erlauben.“ An diese richtige Praxis habe sich die Stadt Münster als Schulträgerin nicht gehalten. „Diese Entscheidung ist für uns völlig unverständlich – wir fordern eine Stellungnahme der Behörden zu diesem Vorgang.

Brief an Oberbürgermeister Markus Lewe

Dem schließt sich auch der sozialpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Rat, Richard Michael Halberstadt, an. Er bringt in einem Brief an Oberbürgermeister Markus Lewe, der der Redaktion vorliegt, seine Verwunderung über die städtische Genehmigung der AfD-Veranstaltung zum Ausdruck. Auch Halberstadt verlangt eine Antwort darauf, wie es sein kann, dass der AfD kurz vor der Landtagswahl ein städtisches Gebäude geöffnet, aber anderen demokratischen Parteien genau dies verwehrt werde. Er will auch wissen, wie das Auenviertel am Samstag abgesichert werden könne, damit es nicht zu Auseinandersetzungen und Sachschäden komme.

Protestkundgebungen

Unterdessen bereiten sich die Kritiker der AfD-Veranstaltung auf Protestkundgebungen vor, darunter die antifaschistische Linke Münster. Sie äußert in einer Pressemitteilung die Auffassung, die Stadt hätte die Veranstaltung am Tag vor der Wahl „mit etwas Kreativität“ verhindern können.

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