Partei in Münster wünscht sich im Land die Oppositionsrolle
SPD: Nach dem Erdrutsch „Butter bei die Fische“

Münster -

Als der Unterbezirksvorstand der SPD sich am Montagabend zur Wahlnachlese trifft, ist die Niederlage der Partei bei den Landtagswahlen exakt 24 Stunden alt. Thomas Marquardt, der unterlegene Kandidat im Wahlkreis Nord ist dabei, Svenja Schulze, ebenfalls Verliererin in ihren Wahlkreis, hat in Düsseldorf zu tun.

Montag, 15.05.2017, 21:00 Uhr
SPD-Unterbezirksvorsitzender Robert von Olberg  gratuliert am Wahlabend der Siegerin im Wahlkreis Nord, Simone Wendland.
SPD-Unterbezirksvorsitzender Robert von Olberg  gratuliert am Wahlabend der Siegerin im Wahlkreis Nord, Simone Wendland. Foto: Oliver Werner

Der Arbeitsplatz im Landtag bleibt der Noch-Ministerin erhalten. Auf Platz drei der Landesliste ist sie in den Landtag eingerückt und wird dort nun vorerst als einfache Parlamentarierin wirken, sagt sie am Montag am Telefon. Am liebsten in der Opposition: „Die CDU hat einen klaren Regierungsauftrag bekommen, da soll sie auch die Verantwortung übernehmen“, sagt Schulze, die es „außerdem seltsam“ fände, in einer großen Koalition mit der CDU „die eigene Politik der vergangenen Jahre wieder abzuwickeln“.

Bloß keine große Koalition – damit ist Schulze einig mit dem Führungspersonal der SPD Münster. Auch Thomas Marquardt, der als ehemaliger Berufsoffizier der Bundeswehr bereits im Ruhestand ist, sieht das genauso. Am Wahlabend hat er schon kurz nach der ersten Hochrechnung von einem „Erdrutsch“ gesprochen, die Landes-SPD müsse sich nun komplett neu aufstellen, fordert auch Dr. Michael Jung, Chef der SPD-Ratsfraktion.

Robert von Olberg, Unterbezirksvorsitzender und gekürter Kandidat für die Bundestagswahl im September muss sich nun für den nächsten, seinen eigenen Wahlkampf warmlaufen. Die Bundes-SPD müsse sich nun programmatisch deutlicher aufstellen, sagt Olberg am Montag und fordert aus Berlin „Butter bei die Fische“.

In Düsseldorf ist Svenja Schulze als Wissenschaftsministerin nun vorerst noch geschäftsführend im Amt. Ob sie wieder von ihrem Amtsvorgänger dem Liberalen Andreas Pinkwart abgelöst werde – „wer weiß?“ Repräsentationstermine als Ministerin nimmt sie nicht mehr wahr. Am heutigen Dienstag wollte sie eigentlich die Internationale Konferenz des Kompetenznetzwerks Stammzellforschung eröffnen. Das Grußwort hält nun ein Mitarbeiter des Ministeriums.

„Klar, die Stimmung ist bedrückt“, sagt Schulze, aber, „wir müssen auch nicht mit dem Kopf unter dem Arm herumlaufen. Was wir seit 2010 geleistet haben, bleibt.“

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