Prozess gegen Trio wegen schweren Bandendiebstahls
Opfer waren nach Einbrüchen entsetzt

Münster -

Der Prozess gegen drei Männer wegen schweren Bandendiebstahls wurde am Dienstag vor dem Landgericht Münster fortgesetzt. Sie sollen zahlreiche Einbrüche begangen haben.

Dienstag, 16.05.2017, 17:43 Uhr aktualisiert: 16.05.2017, 19:06 Uhr
Vor dem Landgericht wurde am Dienstag der Prozess gegen drei Männer wegen schweren Bandendiebstahls fortgesetzt.
Vor dem Landgericht wurde am Dienstag der Prozess gegen drei Männer wegen schweren Bandendiebstahls fortgesetzt. Foto: dpa/Friso Gentsch

Münzsammlung weg, Kellerfenster kaputt, sogar vor Kindheitserinnerungen wie einem kleinen Schmuckkasten hatten die Einbrecher keinen Respekt. Den sackten sie auch ein. Erschrocken und niedergeschlagen sei sie gewesen, als sie abends nach Hause kam und feststellte, dass sie Opfer eines Diebstahls geworden ist, sagte eine Münsteranerin vor dem Landgericht aus.

Die Kunst- und Ergotherapeutin war im vergangenen Jahr eines von weit mehr als 20 Opfern einer Einbruchsserie, für die – wie berichtet – drei Männer wegen schweren Bandendiebstahls angeklagt sind. Zwar habe die Versicherung einen Teil der Verluste und Schäden am Fenster und der Kellertür übernommen.

Anzahl der Tatbeteiligungen unklar

Der Einbruch habe aber bewirkt, „dass ich mich in meinem Haus nicht mehr wohlgefühlt habe“, erklärte die Zeugin weiter. „Das ist nicht ganz weg. Wenn ungewohnte Geräusche im Haus sind, höre ich genauer hin. In der ersten Zeit habe ich geklingelt, bevor ich reingegangen bin. Es wäre besser gewesen, Einbrecher zu verscheuchen, als sie im Haus zu treffen.“

Die mutmaßlichen Täter, zwei Mazedonier (28 und 29 Jahre alt) und ein Serbe (24), die mit Aufenthaltsgenehmigungen in Deutschland leben, haben die Einbrüche in Häuser, Wohnungen und Geschäfte in Münster und dem Umland vor Gericht weitgehend gestanden. Nur wenige der über 20 Fälle sind strittig. Unklar ist auch, ob bei jeder Tat tatsächlich alle drei dabei waren. Bei einigen sollen auch andere Männer mitgemacht haben, gegen die separat ermittelt wird.

Unsicherheitsgefühl

Von Entsetzen nach dem Einbruch berichtete auch ein Arzt (52). Die Küchenglastür sei „eingeschmissen“ gewesen. Schmuck habe gefehlt, ein Tresor, eine Flinte und ein Luftgewehr, Goldmünzen, die mal „ein „Hochzeitsgeschenk waren“, erzählte der Münsteraner, sowie „Dokumente vom Abiturzeugnis bis zu Unterlagen von Fortbildungen“.

Wiederbekommen hätten er und seine Frau nichts. „In der ersten Nacht danach habe ich nicht im Haus geschlafen.“ Zu unsicher habe er sich gefühlt, Das Paar „rüstete auf“: mit Alarmanlage, Hund, Tore vor der Einfahrt und „Folien vor den Fenstern, damit man sie nicht so leicht einschlagen kann“.

Zu diesem Fall gab der 28-jährige mutmaßliche Haupttäter zu, dass er dabei gewesen sei. Und ein weiterer Täter habe bei dem Bruch mitgemacht. Wer, das wollte er nicht sagen. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

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