Viele Schreibtische verwaist
42 Stellen im Jobcenter sind zurzeit unbesetzt

Münster -

42 Stellen im Jobcenter im Stadthaus 2 sind zurzeit unbesetzt. Die Stadt plant nun ein Maßnahmenpaket, um neue Mitarbeiter anzulocken.

Mittwoch, 17.05.2017, 08:00 Uhr
Im Jobcenter sind zurzeit 42 Stellen unbesetzt.
Im Jobcenter sind zurzeit 42 Stellen unbesetzt. Foto: Oliver Werner

Im Jobcenter hat die Zahl der unbesetzten Stellen einen neuen Höchststand erreicht. 42 der 322 Schreibtische sind aktuell verwaist – fast doppelt so viele wie vor einem Jahr. Die Verwaltung plant nun ein umfangreiches Maßnahmenpaket.

Nach Einschätzung von Personaldezernent Wolfgang Heuer ist gleich eine ganze Reihe von Gründen für diese Entwicklung verantwortlich. „Die Mannschaft ist jung, die Fluktuation daher hoch. Viele haben den Wunsch aufzusteigen“, sagt Heuer. Hinzu komme, dass erst 2016 30 Stellen für die Betreuung von Flüchtlingen geschaffen wurden. „Die müssen erst mal besetzt werden.“

Zunehmende Belastung

Zudem bekomme die Verwaltung zunehmend den Fachkräftemangel im Bereich der allgemeinen Verwaltungsberufe zu spüren. „Es gibt immer weniger geeignete Kräfte“, klagt Heuer. Schließlich habe die Belastung der Jobcenter-Mitarbeiter wegen der vielen unbesetzten Stellen immer mehr zugenommen.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, hat sich eine Arbeitsgruppe mit möglichen Lösungsansätzen beschäftigt. Sie sollen nun in der Juli-Ratssitzung in einer Vorlage zusammengefasst werden.

Künftige Veränderungen

So ist geplant, das Anforderungsprofil für die Sachbearbeitung zu öffnen und auch Absolventen benachbarter Studiengänge zu berücksichtigen. Es soll eine Modellausbildung für Quereinsteiger geben, und Nichtbeamte sollen höher eingestuft werden – also mehr Geld bekommen.

Weiter sollen freie Stellen nicht mehr befristet, sondern nur noch unbefristet besetzt werden. Zudem sollen die Jobcenter-Mitarbeiter bessere berufliche Aufstiegsmöglichkeiten bekommen.

„Wir hoffen, dass mit diesen Maßnahmen eine durchgreifende Besserung eintritt“, sagt Dezernent Heuer – und ergänzt: „Viel mehr fällt uns auch nicht mehr ein.“ Sollten die Maßnahmen versagen, dann drohe die Zwangsumbesetzung von Beschäftigten der Verwaltung. „Doch ich denke nicht, dass es so weit kommen wird“, gibt sich Heuer optimistisch, dass das Maßnahmenpaket die beabsichtige Wirkung entfalten wird.

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