Am Rande Nienberges
Landfahrerplatz wieder bewohnt

Münster-Nienberge -

Fünf Wohnwagen und einige Zelte im Schutz der Büsche verraten es: Er ist wieder bewohnt, der Landfahrerplatz am Rande Nienberges in unmittelbarer Nachbarschaft des Kreisverkehrs am Haus Uhlenkotten. Mit den ersten Sonnenstrahlen bevölkern wieder einige Camper den freien Platz an der Steinfurter Straße, den die Stadt Münster nach der Winterpause wieder freigegeben hat.

Mittwoch, 17.05.2017, 00:00 Uhr aktualisiert: 17.05.2017, 18:31 Uhr
Auf dem Landfahrerplatz haben wieder einige Camper ihre Wohnwagen und Zelte aufgestellt. Bis Ende September dürfen sie dort bleiben.
Auf dem Landfahrerplatz haben wieder einige Camper ihre Wohnwagen und Zelte aufgestellt. Bis Ende September dürfen sie dort bleiben. Foto: kbö

Es ist prinzipiell der gleiche Personenkreis wie in den vergangenen Jahren auch, der auf dem sogenannten Landfahrerplatz im wahrsten Sinne des Wortes seine Zelte aufgeschlagen hat. „Die meisten kommen aus Rumänien oder Slowenien“, weiß Dominik Lietz vom städtischen Sozialamt. Wie sie davon erfahren, dass die Stadt die Fläche wieder zum Campen freigab: „Sie sind sehr gut untereinander vernetzt und sprechen sich ab.“ Die Menschen hätten den Winter über in ihrer Heimat verbracht oder in diversen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe Münster gelebt.

Nun sind sie wieder in Nienberge. Dort finden sie nach Auskunft des Sozialarbeiters wohl bessere Lebensumstände als in der Heimat. Geld verdienen sie sich mit Neben- und Aushilfsjobs. „Andere sind im täglichen Stadtbild zu beobachten“, berichtet Dominik Lietz.

Obgleich die Stadt Münster gegenüber diesen Menschen zu nichts verpflichtet ist, wie Lietz sagt („Sie gelten hier als Touristen.“), hat die Verwaltung einige Vorkehrungen getroffen. So hat sie einen Container aufgestellt. Dort finden bei Bedarf Beratungsgespräche statt. Auf der Liege können kleinere Behandlungen durchgeführt werden. „Und bei schlechtem Wetter dient der Container auch als Unterschlupf.“

Zwar stehen auf dem Gelände einige Dixi-Klos, weitere sanitäre Anlagen sind aber nicht vorhanden. Wer beispielsweise duschen möchte, müsse sich laut Lietz beispielsweise nach Münster ins Haus der Wohnungslosenhilfe begeben.

Vertreter verschiedener Ämter und Institutionen arbeiten in Sachen Landfahrerplatz Hand in Hand, sprechen sich ab und besuchen die dort lebenden Menschen: Ordnungsamt, Sozialamt, Gesundheitsamt, Jugendamt oder Polizei. Angeboten werden Aufklärungsgespräche. Lietz: „Dabei geht es unter anderem um nötige Impfungen oder wie die Familien den Kinderarzt aufsuchen können.“

Apropos Kinder: Die meisten von ihnen befinden sich noch nicht im schulfähigen Alter. Der vorübergehende Besuch einer Kita ist bislang nicht vorgesehen. Im aktuellen Fall eines sechsjährigen Kindes liefen in puncto Grundschulbesuch bereits einige Gespräche.

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