Opiumhändler vor Gericht
Dicker Fisch oder kleiner Dealer?

Münster -

Er hat Opium konsumiert und kleinere Mengen auch verkauft. Doch der 56-jährige Münsteraner könnte auch in viel größere Geschäfte verwickelt gewesen sein.

Mittwoch, 17.05.2017, 18:05 Uhr aktualisiert: 17.05.2017, 18:40 Uhr
 
  Foto: dpa

Es geht um insgesamt sieben Kilo Opium. Vor dem Landgericht Münster muss sich ein 56-jähriger Mann dafür verantworten, dass er in drei Fällen zwischen März und April 2016 versucht haben soll, den Verkauf der Droge zu vermitteln.

Taxifahrer als Drogenkurier

Zudem soll der Taxifahrer in den darauffolgenden Monaten mehrere Kleinlieferungen von 100 bis 200 Gramm gewinnbringend an seinen Freundes- und Bekanntenkreis vertrieben haben. Bereits seit November 2016 sitzt der gebürtige Iraner in Untersuchungshaft.

Als Zwischenstation sollen in seiner Wohnung sowohl Lieferungen aus Schweden als auch aus Dortmund an Kuriere übergeben worden sein – wobei der Münsteraner offenbar im Gegenzug für sich selbst vergünstigt einkaufen durfte: So habe er im vergangenen Jahr bis zu drei Gramm Opium täglich konsumiert.

Kontakt zum Händler im Urlaub geknüpft

Der Kontakt zu den schwedischen Opiumhändlern sei zufällig durch gemeinsame Bekannte während eines Urlaubs in Göteborg entstanden. Im Anklagefall sei einer der schwedischen Kuriere nach einem Zwischenstopp in Münster mit vier Kilogramm Opium von schwedischen Polizisten festgenommen worden. Über die Daten seines Mobiltelefons und Navigationsgerätes führte die Spur zum Angeklagten nach Münster. Sein Telefon wurde daraufhin überwacht; so stellten die Ermittler fest, dass der Angeklagte selbst kleinere Mengen Opium vertrieb. Allerdings lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit Sicherheit sagen, ob er gewinnbringend an dem Geschäft beteiligt war.

Den Aussagen des Angeklagten zufolge habe er lediglich den Deal vermitteln, aber selbst nichts mit dem Verkauf zu tun haben wollen.

Aktuell läuft auch ein Verfahren am Landgericht Münster in einer Parallelsache, in der zwei der Vertriebspartner angeklagt sind. Der Prozess gegen den 56-jährigen Münsteraner soll am Donnerstag fortgesetzt werden.

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