Mo., 22.05.2017

Kasper König bei Rotary-Clubs „Bitte kein westfälisches Florida“

Muntere Plauderei: Prof. Kasper König (rechts), künstlerischer Leiter der Skulpturen-Projekte 2017, im Gespräch mit WN-Chefredakteur Dr. Norbert Tiemann.

Muntere Plauderei: Prof. Kasper König (rechts), künstlerischer Leiter der Skulpturen-Projekte 2017, im Gespräch mit WN-Chefredakteur Dr. Norbert Tiemann. Foto: Markus Lehmann

Münster - 

Prof. Kasper König, künstlerischer Leiter der Skulpturen-Projekte 2017, war zu Gast bei den sechs münsterischen Rotary-Clubs. Dabei mahnte er die Stadt, Münster nicht zu einem „westfälischen Florida“ werden zu lassen.

Von Norbert Tiemann

Für Kunst-Papst Kasper König hatte sich die frühmorgendliche Bahn-Anreise von Berlin nach Münster schon kurz nach seiner Ankunft im Theater-Foyer gelohnt: „Einfach herrlich, das gibt es doch gar nicht.“ Mit ihrer „gemüsikalischen Unterhaltungskunst“ lösten die „Zucchini Sistaz“ optisch wie akustisch beim künstlerischen Leiter der Skulpturen-Projekte schiere Begeisterung aus. Und die Nachricht über zwei Schwangerschaften im Damen-Trio kommentierte der Veteran unter den Kunst-Kuratoren auf seine Weise: „Dann gibt es da ja bald viel frisches Gemüse..."

Prof. König war auf Einladung der sechs münsterischen Rotary-Clubs nach Münster gekommen, wo Karl-Heinrich Sümmermann, Sprecher von Rotary für Münster, rund 200 Gäste zum Jahresempfang begrüßen konnte. Im Gespräch mit WN-Chefredakteur Dr. Norbert Tiemann plauderte der „gebürtige Münsterländer“ über seine Jugend, die Anfänge der Skulpturen-Ausstellung und über die Stadt Münster, die er mahnte, angesichts von kaum bezahlbarem Wohnraum, einer hochedlen konsumeristischen Orientierung und vielen Pensionären nicht zu einem „westfälischen Florida“ zu werden. Die Skulpturen-Ausstellung 2017 habe er nur deshalb noch einmal unter seine Kuratoren-Fittiche genommen, weil die Gefahr bestanden habe, dass sie zukünftig alle fünf und nicht mehr nur alle zehn Jahre stattfinden sollte. „Rein kommerzielle Überlegungen, klar bei 500 000 bis 600 000 Besuchern“, wetterte der Kunst-Professor, der genüsslich ans Jahr 1977 erinnerte, als ihn Klaus Bußmann, seinerzeit Referent im Landesmuseum, mit einem exklusiven Fünf-Gänge Menü in einem feinen Pariser Restaurant überredete, mit ihm gemeinsam das Experiment der Skulpturen-Schau zu wagen. „Eine Ausstellung wie die in Münster braucht aber Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten“, begründete König seinen Kampf für den Zehn-Jahres-Rhythmus. „Es braucht die Verlangsamung und Vertiefung.“ Es dauerte gar nicht lange, bis König bei einem seiner münsterischen Lieblingsthemen angelangt war, dem neuen LWL-Museum am Domplatz. Der international anerkannte Kunst-Kenner fand lobende Worte für die Architektur, aber beißende Kritik für die neue Bezeichnung LWL-Museum: „Wie kann man nur ...“

Dass dem westfälischen Urgestein der Schalk im Nacken sitzt, vermochten die Gäste auch daran zu erkennen, dass sich König den Vornamen Kasper einst selbst gab, um dem Wehrdienst zu entkommen. „Die Post war so nicht zustellbar.“



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