Heimreise voller Hindernisse
Von Nordirland nach Münster: 56-Stunden-Odyssee durch Europa

Münster -

Erst der Computerausfall bei British Airways, dann ein Zug, der schlapp macht: Für die Heimreise vom Urlaub in Nordirland benötigte die Münsteranerin Silke Krabbe 56 Stunden.

Mittwoch, 31.05.2017, 06:59 Uhr
Silke Krabbe war 56 Stunden von Belfast nach Münster unterwegs.
Für Silke Krabbe wurde die Heimreise nach Münster zu einer Odyssee. Foto: Oliver Werner

Erst fiel der Flug aus, dann blieb der Zug liegen – die Heimreise vom einwöchigen Nordirland-Trip entwickelte sich für Silke Krabbe zu einer wahren Odyssee. Rekordverdächtige 56 Stunden benötigte die 44-jährige Münsteranerin für die Strecke Belfast – Münster, die eigentlich in weniger als zwei Stunden Flugzeit zu bewältigen ist.

Eigentlich . . .

Samstagmorgen, 7 Uhr. Silke Krabbe trifft mit einer Freundin am Flughafen im nordirischen Belfast ein. Um 9.30 Uhr soll ihr Flug nach London starten, von dort soll es weiter nach Düsseldorf gehen. „Das Flugzeug war schon auf der Rollbahn, hatte richtig Speed drauf“, erzählt sie. Doch plötzlich habe der Pilot die Maschine gestoppt, „Computerprobleme bei British Airways“.

Nacht in Vilnius

Was Silke Krabbe zu diesem Zeitpunkt nicht weiß: Die Computerprobleme legen den Flugverkehr der britischen Airline weltweit lahm. Doch die beiden haben Glück: Ihre BA-Maschine kann mit einer Stunde Verspätung doch noch abheben. Die Frauen landen in London-Heathrow, wo ihr Weiterflug nach Düsseldorf allerdings inzwischen storniert worden ist.

Silke Krabbe versucht, über das Internet ein Hotel zu buchen, fündig wird sie schließlich im Londoner Stadtteil Wembley, Kostenpunkt: 263 Pfund (rund 300 Euro). Dann bucht sie einen neuen Rückflug. Mit Wizz Air geht es allerdings nicht – wie geplant – von Heathrow nach Düsseldorf, sondern von London-Luton über die litauische Hauptstadt Vilnius nach Dortmund.

Es ist bereits Sonntagabend, als die beiden Frauen in Richtung Baltikum abheben. Ihr Flieger landet nach Mitternacht. „Die Nacht verbrachten wir im Flughafen von Vilnius“, erzählt Silke Krabbe. „Ein Hotel hat sich nicht gelohnt, der Flug nach Dortmund sollte ja bereits am Montag um 7.10 Uhr starten.“

Immerhin: Wizz Air hebt am Montagmorgen pünktlich ab. Doch die Odyssee ist damit noch längst nicht zu Ende. Der Zug, der die Frauen vom Dortmunder Hauptbahnhof nach Münster bringen soll, macht kurz vor Lünen schlapp. „Es hieß, dass die Bremsen nicht funktionieren“, sagt Krabbe.

1000 Euro Mehrkosten

Zweieinhalb Stunden bleibt der Zug liegen, dann wird er in den nächsten Bahnhof (Lünen) gezogen. Mittlerweile ist es Montagmittag, 13 Uhr. Eigentlich hätten die beiden am Samstagnachmittag in Düsseldorf landen sollen.

Auf den Ersatz-Zug haben die Frauen keine Lust mehr, sie bestellen ein Taxi, das sie für 110 Euro nach Hause bringt. Nach 56 Stunden treffen sie endlich in der Heimat ein – nach einer Zeitspanne, in der ein Flugzeug fünf Mal zwischen Düsseldorf und Los Angeles hin- und herfliegen könnte.

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...

„Als ich endlich in meiner Wohnung war, rief ich meinen Vater an. Noch während des Telefonats schlief ich ein“, erzählt Silke Krabbe. Auf über 1000 Euro schätzt sie die Mehrkosten für die Heimreise, sie hofft, dass sie sich einen Teil von British Airways zurückholen kann.

Die Koffer der beiden Frauen sind übrigens immer noch in Heathrow . . .

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