Spielzeugladen schließt nach 31 Jahren
Hansaring: Abschied von „Rumpelspielchen“

Münster -

Der Spielzeugladen „Rumpelspielchen“ hat nach drei Jahrzehnten seine Pforten geschlossen. Damit verabschiedet sich eine Institution vom Hansaring. Betreiberin Dina Hamza geht beruflich neue Wege.

Mittwoch, 31.05.2017, 07:27 Uhr aktualisiert: 31.05.2017, 07:30 Uhr
Der Spielzeugladen „Rumpelspielchen“ am Hansaring schloss am Dienstag seine Pforten. Dina Hamza (2.v.r., mit ihrer Assistentin Amira Hammami) hatte ihn fast 30 Jahre betrieben. Links Erika Hamza, die Mutter von Dina Hamza.
Der Spielzeugladen „Rumpelspielchen“ am Hansaring schloss am Dienstag seine Pforten. Dina Hamza (2.v.r., mit ihrer Assistentin Amira Hammami) hatte ihn drei Jahrzehnte betrieben. Links Erika Hamza, die Mutter von Dina Hamza. Foto: kal

Drei Jahrzehnte war der Spielzeugladen „Rumpelspielchen“ am Hansaring mehr als nur ein Geschäft – er war eine Institution. Nicht nur für Kinder und Eltern war er eine feste Anlaufstelle. Auch Senioren aus der Nachbarschaft, die einfach nur plaudern wollten, zählten zu den Stammgästen. Damit ist es nun vorbei: Am Dienstag hat Betreiberin Dina Hamza die Schlüssel an den Vermieter zurückgegeben.

Gegründet wurde „Rumpelspielchen“ vor 31 Jahren von zwei jungen Müttern. Als eine der beiden Frauen nach Italien ging, stieg Dina Hamza ein. „Ich wollte mal eine Pause vom Psychologie-Studium machen“, erinnert sich die heute 55-Jährige.

Restaurant mit westfälischer Küche

„Sie bringen Ihr Spielzeug, ich sichte es, sie bekommen Ihr Geld“, steht auf der Visitenkarte des Geschäfts. Drei Jahrzehnte kaufte Dina Hamza Spielzeug an, um es danach weiterzuverkaufen. Mit dem „Rumpelspielchen“ schließt der einzige Secondhandladen in Münster, der ausschließlich Spielwaren verkauft, seine Pforten, sagt Hamza. Sie will sich nun beruflich umorientieren. Künftig arbeitet Dina Hamza als psychologische Beraterin.

Der Hansaring, auf den sie zuletzt aus ihrem Geschäft schaute, ist heute ein anderer als vor 31 Jahren. „Ende der Achtziger war das Viertel viel gemischter. Damals lebten hier noch viele Familien mit Kindern. Heute wohnen hier vor allem Studenten – und ältere Leute.“ In etliche Ladenlokale sind im Laufe der Zeit Bars und Imbisse eingezogen. Diese Entwicklung macht auch vor den Räumlichkeiten des „Rumpelspielchen“ nicht halt, bald wird hier ein Restaurant mit westfälischer Küche eröffnen.

Betreiberin ist traurig

Geändert hat sich seit 1986 auch die Kundenstruktur. „Unser Spielzeug kauften damals auch noch Zehn- oder Elfjährige“, erinnert sich Dina Hamza. Zuletzt hätten nur noch Kinder bis etwa sechs Jahre den Weg in ihr Geschäft gefunden. „Die neuen Medien“ seien dafür verantwortlich, vermutet sie. Immerhin: Die Renner von einst seien bis zuletzt die Renner geblieben – Lego, Playmobil, Holzspielzeug.

Dina Hamza bekennt, dass sie traurig sei. Nicht nur, weil nun Schluss ist. „Mit meinem Geschäft verliert das Viertel eine Anlaufstelle.“ Viele hätten sie gefragt, wo sie nun hin sollen. „Vielleicht“, sagt Hamza, „gibt es ja demnächst im Restaurant des Nachmieters einen Rumpelspielchen-Stammtisch.“

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