Kulturfestival
Kurdistan tanzt

Münster -

Hunderte Tänzer aus Kurdistan standen am Wochenend ein Münster auf der Bühne. Anlass war das kurdische Kulturfestival „Mihrican“.

Montag, 05.06.2017, 18:00 Uhr
Viel Farbe und viel Bewegung gehörte für diese Gruppe zum Tanz vor dem Publikum in der Aula. Trachten spielen zumeist bei Veranstaltungen und Festen eine Rolle.
Viel Farbe und viel Bewegung gehörte für diese Gruppe zum Tanz vor dem Publikum in der Aula. Trachten spielen zumeist bei Veranstaltungen und Festen eine Rolle. Foto: klm

Jung waren die meisten Tänzer und Musiker, die beim kurdischen Kulturfestival „Mihrican“ auftraten. Für das Publikum galt das Gleiche. Rund 300 Künstler zelebrierten am Samstag und am Sonntag in der Aula am Aasee Tänze und Musikstücke in der Tradition der regionalen Ursprünge.

Neigen Jugendliche und junge Erwachsene hierzulande nicht unbedingt dazu, sich für teils Jahrhunderte alte Musik und Trachten zu begeistern und solche Traditionen in ihrer Freizeit fortzuschreiben, scheint dies in der kurdischen Kultur ganz anders zu sein.

Das jährliche Festival fand zum 30. Mal statt. Angefangen in Bonn, war im vergangenen Jahr Frankfurt am Main Veranstaltungsort und in diesem Jahr zum ersten Mal Münster – mitorganisiert vom hiesigen Verein „Demokratisch Kurdisches Gesellschaftszentrum“ und unterstützt von der Ausländischen Studierendenvertretung der Uni. Hauptveranstalter ist jeweils der kurdische Verein „Govend“ aus Köln. Die Gruppen kamen aus Deutschland, England, Frankreich, Italien und der Schweiz.

„Wir geben mit dem Fest die alten Bräuche und Traditionen aus Mesopotamien wieder“, sagte Medya Yilmaz, Vorsitzende des Zentrums in Münster. „Es wird die Vielfalt aller vier Teile Kurdistans gezeigt“. Also jenen Regionen, die für Kurden zusammen Kurdistan bilden und sich auf den Territorien der Türkei, des Iran, des Irak und Syriens befinden.

Zumeist unabhängig von ihren Elternhäusern kämen viele Jugendliche und junge Erwachsene zu den Tanzgruppen, so Yilmaz. „Man wächst damit auf und sieht die Tänze auf Hochzeiten und anderen Festen. Man möchte selbst auch etwas davon lernen und dabei sein“, erklärte Tänzerin Sirvan Kart von der Gruppe „Govenda Baran Asmin“.

Als Auftakt hatte am Samstagmorgen in der Innenstadt ein Umzug in Trachten stattgefunden unter dem Motto „Meine Kultur ist meine Identität“.

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